Autor Thema: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?  (Gelesen 5740 mal)

Offline Hungriger Wolf

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Hallo!

Wer kennt sich mit der Isolierung von Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge aus?
Welches Verfahren ist einfach (ohne grossen technischen Aufwand), und nach eurer Meinung dazu am besten geeignet?


Nach der Dichteseparation:
Wer kennt die Fettmethode?
Welches Fett wird dazu benötigt? Wie funktioniert die Methode genau?
Eigene Tests mit festem Pflanzenfett und Vaseline waren bisher jedenfalls nicht erfolgreich!
Einen Unterschied in der Fetthaftung zwischen Diamant/Fett (Testmaterial) und Gesteinsgemenge/Fett konnte ich jedenfalls nicht festgestellen!
Muss das Rohmaterial dazu vielleicht vorher noch speziell vorbehandelt werden oder ist es ein spezielles Fett/Silikonöl/Pflanzenöl notwendig?

schöne Grüsse von
Achim

Offline pallasit

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #1 am: Mai 18, 2008, 19:07:42 nachm. »
Hallo Achim,

Die Gehalte an Diamant in Gesteinen ist sehr sehr gering. Wieviele Tonnen möchtest du denn Aufbereiten?  :einaugeblinzel:
Bei der Diamantgewinnung wird die Schwerefraktion mit reichlich Wasser über fettige Oberflächen gespült. Das kenne ich jedoch nur Theoretisch.
Ohne technischer Aufwand geht es jedoch nicht. Angefangen beim Brechen des Gesteins in geeignete Kornklassen. Diese werde getrennt flotiert. Mit geringen Mengen hast du keine Aussicht auf Erfolg. Als hohe Diamantgehalte gelten 0,5 Karat/Kubikmeter bei Kimberliten!!! Das sind ca. 0,03 g / Tonne Kimberlit (wenn ich richtig gerechnet habe).

Grüsse Willi  :prostbier:

Offline MetGold

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #2 am: Mai 18, 2008, 19:33:49 nachm. »
Hallo Willi,

du nimmst einem auch jegliche Hoffnung. Nun hatte mich Achim gerade beflügelt, daß ich meiner Frau zum Geburtstag im nächsten Monat endlich einen 0,0000001-Karäter aus dem Suevit extrahieren wollte.  :crying:
Aber vermutlich hätte er auch nicht genügend brilliert und wäre als Staubkörnchen - wenn überhaupt bemerkt - vom Tisch gefegt worden.

 :einaugeblinzel:   MetGold   :alter:
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Offline Hungriger Wolf

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #3 am: Mai 18, 2008, 20:42:42 nachm. »
Hallo Willi, MetGold und Forenmitglieder!

Wer weiss wie das Fett-Trennungsverfahren von Roh-Diamanten genau funktioniert und welches Fett am geeignetesten für die Roh-Diamanttrennung von einem Gesteinsgemenge ist?


Also MetGold , ich vermute mal, das in Impaktmaterial (vom Meteoriteneinschlag) wie Suevit (Nördlinger Ries/Deutschland) tatsächlich Rohdiamanten enthalten sein könnten.
Zwar wahrscheinlich ziemlich klein, aber unter dem Mikroskop noch sichtbar.
Was wäre, wenn tatsächlich interessante Diamantenformen in Suevit vorhanden sind und sich diese mit einer einfachen Fettmethode von dem anderen Material trennen liese?
Na ich glaube Deine Frau freut sich sicher über einen Meteorit-Diamanten.......vielleicht einen 0,00004 Karäter (Mikroskop)? Na, ob der auf einer mit Licht beleuchteten Oberfläche brilliert.....
wer weiss.... :gruebel:

Aber ich denke auch an Porphyroidgesteine die es in Deutschland gibt. Wer weiss, was da alles vorkommen könnte.......
-Finden kann man ja nur das was man sucht.....- Grosse Funde erwarte ich natürlich auch nicht......

Aber man braucht halt eine geeignete Methode... bisher haben jedoch meine Fett-Tests leider nicht funktioniert........
Eine gute Haftung zwischen Diamant/Fett habe ich nicht festgestellt bzw. ein Probe-Gesteinsmaterial (Silikate etc.) haftete genauso. Ein Trennungseffekt zwischen Gestein/Diamant habe ich nicht feststellen können (falsches Fett?)?
Wer kennt sich damit aus?

schöne Grüsse von :winke:
Achim     

« Letzte Änderung: Mai 18, 2008, 21:11:17 nachm. von Hungriger Wolf »

Offline gsac

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #4 am: Mai 18, 2008, 22:00:24 nachm. »
Hallo MetGold,

was ich persönlich sehr schön finde, und vielleicht ja auch Deine Frau, ist ein natürlicher Diamant,
so wie er noch im Kimberlit steckt. Das ist doch toll - exakt so gefördert und unbearbeitet, außer
vielleicht äußerlich gereinigt! Das gibt es hier und dort zu erwerben...

Eigentlich noch interessanter als ein isolierter Diamant, denn in Verbindung mit dem Kimberlit ist
es ein größeres Schaustück, erzählt eine eigene Geschichte (...bzw Du erzählst sie Deiner Frau!),
und vielleicht kannst Du es gar als Anhänger bearbeiten lassen. Wobei es mir bei letzterem schon
wieder etwas graust, aber na gut, das ist dann letztlich eine Geschmacksfrage...

Alex

PS: Suevit ist Suevit - "und das ist auch gut so!" (Zit. Wowi), und man muß nix anderes daraus
erschliessen... Was man daraus dann u. a. doch gemacht hat, ist z. B. der "Daniel" in Nördlingen,
von dem aus hoch oben aus dem Kammerfenster spätabends immer noch der Türmer ausruft:
"Soooo G´sell, sooo!" Einer der letzten seiner Zunft...


Hallo Willi,

du nimmst einem auch jegliche Hoffnung. Nun hatte mich Achim gerade beflügelt, daß ich meiner Frau zum Geburtstag im nächsten Monat endlich einen 0,0000001-Karäter aus dem Suevit extrahieren wollte.  :crying:
Aber vermutlich hätte er auch nicht genügend brilliert und wäre als Staubkörnchen - wenn überhaupt bemerkt - vom Tisch gefegt worden.

 :einaugeblinzel:   MetGold   :alter:

Offline Hungriger Wolf

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #5 am: Mai 18, 2008, 22:54:26 nachm. »
Hallo Forenmitglieder!

Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
Wer kennt die Fett-Trennmethode?
Über konstruktive Beiträge zu dem Thema würde ich mich freuen! :super:

schöne Grüsse von  :winke:
Achim

Offline Aurum

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #6 am: Mai 18, 2008, 23:21:45 nachm. »
Hallo Achim ,

bevor hier nun noch das große Diamantenfieber ausbricht sollte ich vielleicht mal schreiben das es sich bei den Diamanten um Mikrodiamanten handelt .
Wir reden dabei von einer Größe die es zuläst sie unter einem Rasterelektonem Mikroskop zu erkennen . :imsorry:
Achim , da kannst du etliche Tonnen Suevit durchsieben ohne auch nur was zu sehen  :weissefahne:

Dies ist nicht auf meinem Mist gewachsen , wir hatten das Thema Nordlingerries mal im vergangenen Jahr oder 2006 behandelt und bin bei meinen Recherschen daruf gestossen .

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

Offline gsac

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #7 am: Mai 18, 2008, 23:52:04 nachm. »
bevor hier nun noch das große Diamantenfieber ausbricht sollte ich vielleicht mal schreiben das es sich bei den Diamanten um Mikrodiamanten handelt.

Lutz hat Recht, das sind keine Mengen, bei denen man über eine sinnvolle Extrahierung aus dem Grundmaterial
nachdenkt. Viel interessanter sind doch die beim Impakt entstandenen Hochdruckmineralien wie Coesit und
Stishovit usw, deren Nachweis erst zur Anerkennung des Nördlinger Rieses als Meteoritenkrater geführt haben.

Davon mal abgesehen, Achim, bleibt Deine Frage natürlich auch dann interessant, wenn man nicht nur auf das Impaktmaterial vom Nördlinger Ries schaut. Insofern gern weitere Antworten an dieser Stelle dazu...

Alex

Offline pallasit

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Hallo Achim,

Aber ich denke auch an Porphyroidgesteine die es in Deutschland gibt. Wer weiss, was da alles vorkommen könnte.......

Was meinst du mit "Porphyroidgesteine"?

Der zur Diamantbildung benötigte Druck wird im Erdinnern erst ab ca. 200 km Tiefe erreicht. Ein Magma das in dieser Tiefe Diamanten führt, muss sehr schnell aufsteigen und abkühlen. Denn Diamant ist bei Oberflächendrucken Metastabil. Längere Zeit einer Temperatur von 800 Grad ausgesetzt "verbrennt" der Diamant zu CO2. Bei einem langsamen Aufstieg geht Diamant in die stabilere Modifikation des Graphit über. Als diamantführende Magmatite kenne ich Kimberlite. Kimberlit ist mir in Deutschland jedoch nicht bekannt.

Der sogennante "Uracher Vulkan" besteht aus über 300 Schloten. Diese Schlote förderten Magmen aus ca. 160 km Tiefe. Ein Wissenschaftler hatte mal behauptet einen Diamanten gefunden zu haben. Als Kollegen dies nachprüfen wollten, war das teure Stück jedoch verloren gegangen. Die Magmen dieser Schlote gehen zwar in Richtung Kimberlite, erreichen diese extreme Zusammensetzung jedoch leider nicht. Aber vielleicht findet sich ein Schlot der ein bischen "Extremer" als die anderen ist. Aber ob sich das suchen lohnt?

Grüsse Willi  :prostbier:

Offline gsac

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Über "Diamant in Kimberlit" hatte ich ja schon vor knapp 3 Stunden geschrieben (siehe dort).
Ich füge mal ein Foto davon anbei und muß mich gleich entschuldigen - es ist von *lausiger*
Qualität! Hab es neulich im Naturhistorischen Museum Wien geschossen, direkt vor dem
Meteoritensaal V im Mineraliensaal IV, wo die Preziosen hinter einer sehr dicken Glaswand
in einem kleinen Fensterchen zu bewundern sind. Die Diamante im Kimberlit seht ihr hinten
rechts. Meine Digiknipse konnte bei der dicken Verpanzerung und der angeschmutzten Scheibe
leider nicht mehr rausholen als dieses unscharfe Abbild...

Mein eigenes Sammlungsstück ist von David New und zeigt einen wunderschönen ca-2-Karäter
in Kimberlit-Matrix aus der Odachnaja-Mine in Jakutien. Leider kann ich dazu derzeit kein Foto
beisteuern...

Alex

Offline pallasit

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #10 am: Mai 19, 2008, 01:23:46 vorm. »
Schau mal diesen Artikel an: "IMPROVING THE SEPARATION OF DIAMOND FROM GANGUE MINERALS"
http://www.wipo.int/pctdb/en/wo.jsp?IA=WO2006084170&DISPLAY=DESC

Da sind ein paar Rezepte beschrieben.

Willi

Peter5

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #11 am: Mai 19, 2008, 06:57:45 vorm. »
Zitat
...in die stabilere Modifikation des Graphit

Hallo Willi,

ist ja alles schön und gut aber da kann man drüber streiten, ob man die durch im Innern weitmaschige Kohlenstoffstruktur (bezogen auf das Gerüst) verursachte eindeutig weiche Modifikation Graphit als stabiler gegenüber Diamant (??) bezeichnen möchte. Also das muss ich doch etwas bezweifeln.. :laughing:

Gruß Peter5 .. :smile:

Peter5

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #12 am: Mai 19, 2008, 07:09:30 vorm. »
Kimberlite sind primäre Lagerstätten für Diamanten, welche durch sogen. pipes (sehr tiefreichende, senkrechte vulkanische Schlote) an die Erdoberfläche gelangen. Sie kommen in Braslien, Südafrika, Australien, Sierra Leone und in Sibirien vor.

Nach aktueller Auffassung wird der Kimberlit als Varietät lamprophyrischer Gesteine klassifiziert (IUGS).

Und diese Lamprophyre widerum kommen sehr wohl in Deutschland vor. Und zwar im Spessart (Spessartit), Odenwald und in der Oberlausitz.

Bilder zeigen Diamant (zu Anschauungszwecken montiert und dadurch bezahlbar.. :laughing:) auf afrikanischem Kimberlit .. (Sammlung Peter5)

Gruß Peter5 .. :winke:


Plagioklas

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #13 am: Mai 19, 2008, 07:54:35 vorm. »
Hallo,
das Fettverfahren funzt ganz simpel.

Diamantzen haften an fett, aber nicht an wasser. .... prinzipiell zumindest... es ist ein industrielles Floatingverfahren notwendig, um Diamanten aus den Gestein zu trennen. Eine Private nachahmung ist allein schon aufgrund der enormen Gesteinsmengen, die verarbeitet werden müssen, sinnlos!
Gruß
Plagioklas

Offline pallasit

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Re: Wie kann man Rohdiamanten aus einem Gesteinsgemenge am besten isolieren?
« Antwort #14 am: Mai 19, 2008, 10:03:23 vorm. »
Zitat
...in die stabilere Modifikation des Graphit
ist ja alles schön und gut aber da kann man drüber streiten, ob man die durch im Innern weitmaschige Kohlenstoffstruktur (bezogen auf das Gerüst) verursachte eindeutig weiche Modifikation Graphit als stabiler gegenüber Diamant (??) bezeichnen möchte. Also das muss ich doch etwas bezweifeln.. :laughing:

Hallo Peter,

 :lacher: ... streiten... können wir gern. Unterhalb von 2900 Grad ist Graphit thermodynamisch die stabile Kohlenstoffmodifikation. Da bleib ich dabei!!! :baetsch:

Grüsse Willi

 

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