Autor Thema: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung  (Gelesen 10439 mal)

Offline Aurum

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #30 am: September 28, 2008, 09:31:07 Vormittag »
Hallo alle ,

kleine Bemerkung am Rande , ich finde hier in Dssd auch öfter solches silberFlitter , dachte zuerst es könnte amalgam sein , aber ich bekomme die Dinger einfach nicht aus der Schüssel , aufgrund ihrer Grösse .
Des weiteren scheinen sie sich irgendwie am Pfannenboden fest zu klammern   :gruebel:
Ich fahre gleich noch an den Rhein , mal sehen ob ich heute eines findenkann und dann hier es unter das Mikroskop bekomme .

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

Offline Hungriger Wolf

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #31 am: September 28, 2008, 13:35:17 Nachmittag »
Hallo Achgold, Jens, Aurum und Forenmitglieder!

Jens, die Goldpartikel-Löse-Versuche wurden bei Raumtemperatur durchgeführt.

Aurum, wenn Du auch solche Partikel in Düsseldorf/Rhein gefunden hast, mach doch einfach mal eine Mikroskopaufnahme.
Das wäre ja sicherlich interessant!

schöne Grüsse von :winke:
Achim


Offline Hungriger Wolf

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #32 am: September 28, 2008, 14:00:31 Nachmittag »
Hallo!
 
Ich habe die durch den Versuch erhaltenen silbernen Kernmaterial-Partikel (Ausgangsmaterial Gold-Partikel/Sitzendorf + Königswasser) nun weiter untersucht:

1. Versuch:
Eine Probe habe ich mit Na2S versetzt -> Es tritt Schwarzfärbung ein!

Bei folgenden Goldlegierungen/Einzelmetallen tritt folgende Farbreaktion mit Na2S (nach Literatur) ein:

Elektrum (Au/Ag) schwarz Aurostibit AuSb (orange) AuPb (schwarz) Calaverit (Te) metallisch/braun AuSn brauner Niederschlag

Folglich könnte es sich nach diesem 1. Versuch u.U um entweder Elektrum (Au, Ag) oder um eine Pb-Goldverbindung handeln (1.jpg ist silbernes Kernmaterial/Ausgangsmaterial für diesen Na2S-Versuch).

schöne Grüsse von
Achim
« Letzte Änderung: September 28, 2008, 14:22:51 Nachmittag von Hungriger Wolf »

Offline Hungriger Wolf

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #33 am: September 28, 2008, 14:21:28 Nachmittag »
2. Versuch:

Probe wird mit konz. Salpetersäure versetzt:
Silberfarbenes Kernmaterial wechselt Farbe von Silberfarben nach Goldfarben mit schwarzen Anhaftungen; ein Teil des Materials geht in Lösung!

3. Versuch:
Probe wird mit konz. Salzsäure versetzt:
Silberfarbenes Kernmaterial wechselt die Farbe nicht, zeigt Oberflächlich eine weisse sehr dünne Schicht.

-> Fazit: Es ist u.U. Elektrum (Ag-Au-Verbindung) oder ein Hunchunit (Pb-Au-Verbindung) möglich!

Photo HCl-Versuch:

schöne Grüsse von :winke:
Achim






Offline Hungriger Wolf

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #34 am: September 28, 2008, 18:10:26 Nachmittag »
4. Versuch:

Der mit Na2S behandelte Flitter wurde mit heisser Soda/Al behandelt -> die Schwarzfärbung (Ag2S) wurde entfernt; wieder goldfarben!!!
Fazit: Bleisulfid ist nicht in Probe; es ist Ag2S!!




Offline Hungriger Wolf

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #35 am: September 28, 2008, 18:32:21 Nachmittag »
Hallo Forenmitglieder (Jens, Aurum, Achgold)!

Endlich ist es soweit:
Analysenergebnis des silbernen Metalls das bei der Behandlung mit Königswasser von Goldpartikeln (Sitzendorf/Schwarza) zu Tage tritt:


Küstelit eine Gold/Silberlegierung mit einem Silberanteil von mehr als 50% + eine sehr sehr geringe Menge Tellur (Sylvanit) :wow:

schöne Grüsse von :prostbier:
Achim Faforke
28.09.2008

 

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #36 am: September 28, 2008, 18:39:03 Nachmittag »
Hallo Achim ,


tolles Ergebnis , aber wie bist du dazu gekommen  :gruebel:
Sorry aber die Frage musste ich einfach stellen .

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #37 am: September 28, 2008, 18:55:59 Nachmittag »
Hallo Aurum!

Durch die Versuchsergebnisse der unterschiedlichen Säurebehandlungen (Königswasser, Salzsäure, Salpetersäure), Na2S-Fällungsversuche (jede Verbindung zeigt u.U. unterschiedliche Sulfidfarben), Al/Soda-Versuch, Schmelzversuch, visuelle Beobachungen von nadelförmigen Strukturen unter dem Mikroskop (leichte bläuliche Färbung/Te/Säurebehandlung).

Wenn man es genau nimmt ist jedes Goldkorn wie ein Überraschungsei das in der Hülle hauptsächlich aus Gold besteht u.U. im Kern jedoch aus weiteren "unedleren" Metallen besten kann.
Also der eigentlichen Goldanreicherung/Endstehung am ursprünglichsten entspricht.
Auffällig auch beim Bild 2.jpg die nadelförmigen Strukturen die auf Tellur (Sylvanit/nur sehr sehr geringe Menge) zurückzuführen sind (nadelige Gefügeinhomogenitäten).   

schöne Grüsse von :winke:
Achim   

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #38 am: September 28, 2008, 19:05:50 Nachmittag »
Hallo Achim ,

Logich und schlüssig  :super: Sorry aber in Chemi hatte ich nur ein Jahr und deshalb konnte ich deine Analyse nicht nachvollziehen  :weissefahne:
Aber ich habe noch was anderes Gelernt , ich werde meine Rheingold Flitter in keiner weise mit Säure behandeln , da könnte ich ja eine echt böse Überraschung erleben  :peinlich:
Obwohl so ein oder Zwei Flitter würde ich doch schon hergeben um mal zu wissen was da so alles drin ist  :gruebel:

Bis dann Lutz  :winke:
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Achgold

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #39 am: September 28, 2008, 19:55:24 Nachmittag »
Hello Achim,zunächst möchte ich meiner Freude Ausdruck verleihen ,daß doch endlich mal in dieser Runde jemand so interessiert ist ,den Versuch der Goldflitteranätzung zu wiederholen um dabei eigene Beobachtungen machen zu können.

Zu deinem Bild 2 mit dem silberfarbenen Flitterkern möchte ich folgendes zu bedenken anregen:Könnte es sein, daß es sich bei diesem Kern nicht einfach um ganz profanes Silber handeln könnte?

Begründung:Nachdem die Königswasserätzung die Gold -Oberflächenschicht weggelöst hat(Grünfärbung der Lösung) ist  nun der Silberkern der Säuremischung HNO3 /HCl ausgesetzt.Dabei wird durch den Chlorgehalt das zunächst auf dem Silber gebildete Silbernitrat zur weisen Silberchloridschicht umgebildet,die den weiteren Zugriff der Säure unterbindet ,denn Silbernitrat ist in beiden Säuren sowie deren Mischungen unlöslich.Das Foto zeigt auch ganz deutlich das weise Silbernitrat auf der erhaltenen Oberfläche.

Der chemische Beweis für diese Vermutung wäre so zu erbringen:Mit allerfeinstem Schleifmittel bzw.etwas Poliermittel zwischen Daumen und Zeigefinger und dazwischen den Flitter praktiziert, die Silberchloritschicht mechanisch zumindest partiell etwas aufreißen.Dann den Flitter mit einem Tropfen Salpetersäure umhüllen.Wenn jetzt die restlose Auflösung erfolgt lag wirklich Silber vor.

                                                                                                                            meint doch allen Ernstes    Jochen

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #40 am: September 28, 2008, 20:28:32 Nachmittag »
Hallo Jochen ,

hier mal der Chemische Laie , kann die Grünfärbung der Säure nicht auf Kupfer im Material hindeuten  :gruebel:

Bis dann Lutz  :winke:
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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #41 am: September 28, 2008, 20:40:23 Nachmittag »
Hallo Jochen!

Bei einem silberfarbene Metall-Körnchen habe ich bereits konzentrierte Salpetersäure geprüft. Dabei wechselt die Metall-Farbe von Silberfarben auf Gelb-Gold + etwas grünlich (metallisch) -> Ag/Au-Mischung.
Meine HNO3-Säurelösung ist danach gelblich (Metall-Löseprozeß).
In konzentrierten Salzsäure war das silberfarbene Metall-Körnchen hingegen unlöslich (Bildung einer dünnen AgCl2-weissen Schutzschicht/Passivierung der Oberfläche).

Die Zusammensetzung der Silberlegierungen dürfte sicherlich starken natürlichen Schwankungen unterliegen (was das Löseverhalten zu HNO3) stark beinflussen dürfte.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, das auch reines Silber oder auch Silber-Kupfer mit Gold (Metall-Legierungsmischungen) vorkommt!

Sind Dir bisher Sylvanit-Mineralien (Tellur-Silber-Gold) an der Schwarza (Thüringer Schiefergebirge) schon einmal aufgefallen?

schöne Grüsse von :winke:
Achim Faforke
      
« Letzte Änderung: September 28, 2008, 20:59:32 Nachmittag von Hungriger Wolf »

Achgold

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #42 am: September 28, 2008, 20:41:05 Nachmittag »
Hello Lutz,ja die Grünfärbung der Salpetersäure deutet mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Kupferlösungsanteile,aber die mitunter nur in Nuancen hellere gelbe Farbe bei Goldanteilen im Königswasser wird durch die durch allgemeine Goldanalysen bestätigten jede Menge anderer Begleitmetalle auch  in Richtung grün verschoben.
                                                                                                                                                                    Gruß Jochen

Offline Hungriger Wolf

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #43 am: September 29, 2008, 20:10:41 Nachmittag »
Hallo Jens, Lutz, Jochen und Forenmitglieder!

Ich habe noch einen Ätzversuch (Königswasser/bei Raumtemperatur) mit 12 weiteren Goldkörnchen von Sitzendorf/Schwarza durchgeführt.
10 Stück haben sich dabei vollständig aufgelöst, 1 Stück wurden vollständig silberfarben und eines (Ausgangsfarbe mehr rötlich-gelb/eigentlich Auricuprid) zeigte bald silberfarbene ziemlich helle Perlen, die mit Königswasser (bei Raumtemperatur) sich nicht weiter auflösen liesen (6 Stunden)!! Erst mit heissem Königswasser trat wieder ein Löseprozess der silbernen hellen Perlen ein!
-> Es handelt sich nach meiner Ansicht um Platin (siehe Photo).
Was meint Ihr dazu? :wow:

Es treten somit unterschiedliche Legierungen mit Gold an der Schwarza/Sitzendorf auf:
Nachgewiesen wurde Auricuprid, Elektrum, Küstelit und Spuren von Sylvanit sowie Platin in perlenähnlicher Form auf Gold "aufgewachsen" , alle jedoch unter einem Schutzmantel aus Gold umhüllt und somit eigentlich nicht direkt zu erkennen! 
Nur durch Königswasseranätzung liesen sich diese sehr unterschiedlichen Goldmineralien aus dem Waschgold/Sitzendorf herauspräparieren.

schöne Grüsse von :winke:
Achim Faforke
29.09.2008
 

Achgold

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Re: Achgolds Gold-zu Blei-Umwandlung
« Antwort #44 am: September 30, 2008, 18:03:29 Nachmittag »
Hello Achim,alte Goldanalysen belegen ja auch die Anteile von jede Menge Begleitmetallen der Schwarza-Goldflitter,aber daß eine so starke durch Anätzung nachweisbare Differenzierung in das Volumen gehend vorliegt ,ist durch diese Ätzversuche wohl erstmalig erkannt worden.

Jedenfalls hat sich für mich,wenn ich auch nicht die Möglichkeit habe,hochauflösende qualitative Untersuchungen zu führen,bei der Betrachtung der Goldpartikel gewissermaßen eine vierte Dimension erschlossen,denn außer den legierungsmäßig verursachten Effekten hat die Anätzung schon so manches Mineralkorn einer visuellen Beobachtung zugänglich gemacht.

                                                                                                                                                                                                                             Viele Grüße Jochen

 

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