Autor Thema: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?  (Gelesen 5251 mal)

Offline paragraf

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What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« am: Januar 14, 2007, 11:09:57 vorm. »
Hallo,

ich kann es einfach nicht lassen: Bin mal wieder in Sachen Advocatus Diaboli unterwegs:

Meine Frage: Was unterscheidet Trolit & Olivin and all the other perverts Mischkristalle von Spejbl & Hurvinek? Oder auf deutsch gefragt, was ist an deren auftauchen so aufregend?

Da wird bei den Verkaufsargumenten immer wieder erwähnt: "Mit <xyz>-Einschlüssen! - WOW!..." .... Was hat es damit auf sich? Muss man sich dabei sofort palmblattbewedelt in den Staub werfen?

Gruß

Bernd

ironmet

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #1 am: Januar 14, 2007, 11:53:55 vorm. »
Hallo Bernd, :winke:

na ganz so umwerfend ist es ja nun auch wieder nicht!

In Meteoriten,wo die und die Einschlüsse festgestellt wurden,findet man logischerweise auch ab und an mal einen schönen Einschluß!

Wirklich schöne Einschlüsse sind eben schon was seltenes in dem eben so seltenen Meteoriten!

Daher ist die Freude darüber nicht ganz unbegründet! :super:

Es gibt auch Einschlüsse,wo ich mich persönlich garnicht freue,wenn ich solche vorfinde!! :crying:

So z.B. Cohenit,der Sammler kann sich freuen,der Präparator aber nicht!!

Viele Grüße Mirko :prostbier:

Offline paragraf

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #2 am: Januar 14, 2007, 12:32:23 nachm. »
Moin Mirko!

ich versteh es trotzdem nicht: Gipo sagt:

"Cohenit ist ein typisches Meteoritenmaterial, dass in natürlicher Form auf der Erde nicht vorkommt. Lediglich in den raren Gediegeneisenvorkommen von Ovifak in Grönland (Goil, Grönland fehlt mir noch als Urlaubsort!)

und Bühl bei Kassel (Nö, lieber nicht dort Urlaubmachen, da bleib ich doch eher zu Hause)  ist es nachgewiesen.

Es handelt sich dabei um Kohlenstoffeisen, Fe3C, das gelegentlich in Eisenmeteoriten auftritt, zumeist in wurmförmigen Einlagerungen, die manchmal parallel zu den Widmannstätterschen Figuren verlaufen können. Cohenit ist sehr spröde, stark magnetisch, hat eine Dichte von 7,2g/ccm und eine Härte von 7,65.
Dieses Mineral wurde von Ernst Weinschenk erstmals 1889 beschrieben und zu Ehren des deutschen Mineralogen Emil Cohen benannt...."

... irgendwie scheint mir das Verständnis zu fehlen...

Gruß
Bernd


ironmet

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #3 am: Januar 14, 2007, 12:40:32 nachm. »
Hallo Bernd,

Verständnis für was? :gruebel:


Viele Grüße Mirko

Mettmann

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #4 am: Januar 14, 2007, 13:21:20 nachm. »
Bernd,

wenns ums Material ginge, da könntest auch sagen, pffft Diamant und schon, habicht auch in meinem Bleistift, Kohlenstoff.

Einschlüsse in Eisenmeteorite, das ist genauso zu verstehen, wie bei Edelsteinen. Zum einen machts die Seltenheit, zum andern spielen ästhetische Erwägungen eine Rolle.
Fürn Edelstein mit einer besonders raren Färbung, die eben die andern Vertreter dieses Edelsteins fast nie zeigen, zahlst halt mehr.
Guxx was weiß ich - bei den Opalen. Da gibt's welche, da zahlst 50 Euro, aber andere in der gleichen Größe da zahlst 50.000 Euro und da sagen auch ned die Leut, bieso, is doch auch nurn Opal.

Zudem hats schon was, wenn man Minerale hat, die auf der Erde nicht vorkommen.
(abgesehen, daß jeder noch so schäbige Meteorit, den de fürn Zehner aussem ebay ziehst auch gewichtsmäßig so selten wie ein Brillant ist).
Und Olivin, Bronzit, Enstatit - sicher sind es gar häufige Minerale und der Mond ist auch nur aus Feldspat und Käse, aber es kimbt ja auch auf anderes an. Guxx so ein Chondrit, da ist das Zeug so arrangiert, wie's des nie auf der Erde findest, huh angereichert mit kosmischen Edelgasen, andere Isotopenverhältnisse als auf der Erde und älter, nämlich der anfangsgrund aller Planeten, der Erde - ja sogar alle Anwälte sind aus just genau dem Zeug gemacht! Denn von nix kommt nix. Das ist ein Gesetz. Das Zeug ist übriggeblieben bei der Planetenentstehung und im wesentlichen nicht mehr verändert worden, das ist das Ausgangsmaterial von allem, wasde hier auf Erden in die Hand nehmen kannst.

Und das ist doch was, oder?

Metts werden nicht nach Materialwert wie Gold, Kautschuk oder Schweinebäuche gehandelt.
Bei einigen neuen Mineralen, die nur in Mets und dazu noch in kleinsten Mengen vorkommen, könnst von mir aus auch Analogien zu Gold, Silber & Funkelstein Dir ausdenken, Ergebnis wär, daß sone Mett unbezahlbar...

Bissi Ehrfurcht ist da nicht fehl am Platze.
Mettmann

PS: da mußt Dich verzitiert haben, Gediegeneisen kommt bei Bühl vor, ned Cohenit.

Offline MetGold

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #5 am: Januar 14, 2007, 16:03:13 nachm. »
Hallo Mettmann,

es steht nicht nur bei gi-po sondern leider auch so im wiki, weiß nur nicht, wer's dort reingeschrieben hat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cohenit

 :user:  MetGold   :alter:
Ein ereignisreicher Tag ist mehr als namenlose Jahre - (Spruch aus einem chinesischen Kalender)

Mettmann

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #6 am: Januar 14, 2007, 16:27:18 nachm. »
Nu dann wird halt derjenige, ders beim Wikicht reingeschrirm, beim gi-po abgeschrieben haben.
Tu's halt verbesseren, in dem Wikidings - ich hab keine Muße, zu lesen, wie man das zu machen hat.

Uuuhm da is auch nicht alles Gold was glänzt...
Ich les grad artikel "Liste von Meteoriten" und dort dann bei Gao...

"Bei dem Meteoriten von Gao Guinie handelt es sich um einen Steinmeteoriten, der am 5. März 1960 etwa 60 km nördlich der Stadt Leo (Burkina Faso) niederging. Der Meteorit zerplatzte beim Eintritt in die Erdatmosphäre in Folge der Reibungshitze und der schockartigen Abbremsung in zahlreiche Bruchstücke. Die Struktur des Meteoriten weist darauf hin, dass der Meteorit in drei Phasen zerplatzte. Die Bruchstücke der ersten Fragmentierung bewegten sich mit hoher Geschwindigkeit weiter, wurden wieder erhitzt und zerplatzten erneut. Dieser Vorgang wiederholte sich mit den dabei entstandenen Bruchstücken nochmals.

Der Gao-Guenie Meteorit stammt aus dem Asteroidengürtel und gehört der Klasse der eisenreichen H5-Chondrite an. Er enthält neben Nickel-Eisen die Minerale Olivin und Bronzit. H5-Chondrite waren während ihrer Entstehung Temperaturen von über 950 °C ausgesetzt. Dabei wurde der Aufbau der Minerale verändert, sie kristallisierten um und bildeten größere Kristalle."

Ähm das kann man besser machen....

odaoda

"Zaklodzie enthält einen hohen Metallanteil und muss unter reduzierenden, d.h. sauerstoffarmen Bedingungen entstanden sein. Obwohl Ähnlichkeiten zu den Enstatit-Chondriten bestehen, zeigt Zaklodzie auch achondritische Strukturen. Deshalb wird dieser Meteorit, ähnlich wie Itqiy, oft als primitiver Enstatit-Achondrit bezeichnet."

Nujeh...

odaodaoda bei Tagish Lake:

"Mehrere hundert Kilogramm gut erhaltener Bruchstücke konnten auf dem Eis des Sees eingesammelt werden, die eingehend untersucht wurden."

Ja schön wärs !!! Die Kanadier hams verbockt!!

Also Wikipedia ist nicht immer gerade erste Sahne...

Mettmann




Offline pallasit

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #7 am: Januar 14, 2007, 16:41:28 nachm. »
Hallo Bernd,

Das braucht man sich nichts vormachen, der Wert eines Meteoriten ist ausschließlich ideeller Art. Der Wert ist abhängig von der Geschichte die man erzählen kann und so …

Bei der Untersuchung von Meteoriten ist ein Stück Eisen ohne etwas anderes drin nicht sehr berauschend. Ist jedoch ein Einschluss vorhanden wird es gleich interessanter.
Beispiel: Troiliteinschlüsse sind kugelrund. Das bedeutet, als das Eisen noch geschmolzen war, lag die Troilitphase auch als Schmelze vor. Und die geschmolzene Eisenphase hat sich mit der geschmolzenen Troilitphase nicht vermischt (ähnlich wie Öl und Wasser). Das kann man sehen. Damit kann man eventuell Aussagen machen über Druck und Temperaturbedingungen und Nickelgehalte, die geherrscht haben als diese Phasen auf diese Art zusammen stabil waren.

Deshalb sind Wissenschaftler recht dankbar wenn Einschlüsse und so vorhanden sind. Sie müssen erklärt werden und in die Theorie passen. Der Verkäufer nimmts dankbar auf.

Grüße Willi

Mettmann

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #8 am: Januar 14, 2007, 17:06:03 nachm. »
Veto,

nicht nur ideeller Art, sondern v.a. der wissenschaftl. Wert der Meteorite ist unschätzbar.
Die Dinger verraten so unendlich viel. Die ganzen Bedingungen, die bei der Entstehung des Planetensystems geherrscht haben und wie sich alles zugetragen.
Kein Mensch wüßte heutzutage überhaupt das Alter der Erde, gäb es die Meteorite nicht.
Zudem sind die Dinger unveränderte, kostenlose Proben von anderen Himmelskörpern. Haben wir Eckerl nun von mehr als 60 Mutterkörpern nun und auch vom Mars.
Es sei dran erinnert, daß die Japaner just 320 Mio Dollares verpulvert haben, um grad 1g-Staub aus einem Asteroiden rauszuschießen und zur Erde zurück zu bringen (hat leider ned geklappt).
Ewig wird schon an eine Mars-Sample-Return-Mission hingedacht.
Wozu der Aufwand, wenn es nurn Stückerl Basalt von ideellem Wert sei?

Drum gab es ja auch (und gibts in geringerem Maße auch noch) eine Front der Wissenschaftler, die strikt gegen Privatbesitz von Meteoriten sind.

Mettmann

Offline pallasit

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #9 am: Januar 14, 2007, 17:48:01 nachm. »
Hallo,

für mich ist der wissenschaftliche Wert ein ideeller Wert.

Mal sehen was rauskommt, wenn man die tatsächlichen Materialpreise (Eisen, Silikate, Gold, Platin usw.) eines ein Kilo Chondriten berechnen würde. Sicher keine 10 cent, oder doch?

Denn wenns um ideelle Werte geht ist selten ein privater Investor zu finden, dann müssen wir Steuerzahler einspringen. Für unser alltägliches, kleines Leben ist keine Marsbeprobung nötig. Da mangelt es oft an wesentlich einfacheren Dingen.

Grüße Willi

Offline gsac

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #10 am: Januar 14, 2007, 17:50:54 nachm. »
... ja sogar alle Anwälte sind aus just genau dem Zeug gemacht! Denn von nix kommt nix. Das ist ein Gesetz.

Bissi Ehrfurcht ist da nicht fehl am Platze.

So sehe ich das auch, beim letzten Zitat sowieso und überhaupt - das kann ja einer der Urgründe für die Mettsammelei überhaupt sein, bei mir war´s jedenfalls so! Zu Beginn gab es ein gewisses Interesse und das Bestreben nach einem Grundverständnis im Bereich Astronomie, und jetzt halt dieser Wunsch, diesem ursprünglichen Material unseres Sonnensystems persönlich "etwas näher sein" zu wollen sozusagen  :einaugeblinzel:

Wobei die eigentliche Geschichte ja noch viele Milliarden Jahre weiter zurückreicht, statt dieser "nur" vergleichsweise bescheidenen 4.5x Mrd Jahre der Existenz unseres Sonnensystems. Um Mettmanns erstes Zitat aufzugreifen: der Fingernagel unseres Anwalts besteht auch aus Material, welches in SN-Explosionen lange vor der Existenz unseres Planetensystems ausgeschleudert wurde - auch unser Sonnensystem hat ja eine Vorgeschichte. In diesem Zusammenhang ist es interessant, u.a. mal über die ersten Kondensate nachzulesen, die später die CAIs in den kohligen Chondriten gemacht haben. Und je nach Akzeptanz eines kosmologischen Modells geht es noch viele Jahrmilliarden weiter zurück bis zum Urknall.

Aber **DAS** verklicker dann mal einem der "Kreationisten" im gelobten Gods-Own-Country jenseits des Big Ponds, von denen es dort prozentual viele gibt, gemessen an der Gesamtbevölkerung...  :streit:

gsac aka Alex


Mettmann

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #11 am: Januar 14, 2007, 17:58:41 nachm. »
....naja, son paar Pigmente, etwas Öl und Fasern - des kost auch nurn Zehner.
Steht aber Rembrandt, Klimt, Picasso druff.....

Was sollmer denn fürn Materialwert ansetzen, für e.g. Daubreelit und sone Zeug, was es auf der Erd gar ned gibt?


Offline pallasit

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #12 am: Januar 14, 2007, 18:04:30 nachm. »
Man kann ja die Element Werte nehmen. Sauerstoff, Silicium, Natrium, Magnesium ....

Übrigens gibt es in Meteoriten Elemente die auf der Erde unbekannt sind? Habe zwar fachlich die letzten 15 Jahre verschlafen, ich glaube aber nicht.

Mettmann

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #13 am: Januar 14, 2007, 18:09:22 nachm. »
...wennst alle Dinge in ihre Elemente zerlegen willst, Willi, dann kauf ich Dich zum doppelten Preis und biete Dir 2Euro + Versand.

Apropos am Rande. Es gibt schon einige Sammler, die im Moment Meteorite wie wahnsinnig kaufen als Spekulationsobjekte und etliche private Sponsoren darunter..

Fiep

Offline gsac

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Re: What the Hell macht Trolit & Olivin so bemerkenswert?
« Antwort #14 am: Januar 14, 2007, 18:09:52 nachm. »
für mich ist der wissenschaftliche Wert ein ideeller Wert

Das ist in letzter Konsequenz auch wieder richtig, lieber pallasit! Warum sonst beschäftigen sich derzeit theoretische Physiker mit der Voraussage, und experimentelle Physiker mit dem Nachweis, von extrem kurzlebigen Elementarteilchen, was irre teuer ist und keine Nation allein von der Investitionssumme in die notwendigen Teilchenbeschleuniger allein mehr wuppen kann. Warum gibt es Ansätze, die vier Grundkräfte, die wir kennen, mit einer einheitlichen Theorie in den Griff zu bekommen, warum wird über exotisch anmutende Erklärungsversuche wie etwa die Stringtheorie nachgedacht?

Warum betreibt man Philosophie eigentlich auch als Wissenschaft!

Darum: weil der Mensch eben halt nicht allein vom Brot nur lebt, sondern auch vom oben zitierten "ideellen Wert" der Erkenntnis!
[PS: deshalb sind Wissenschaftler auch meistens nur schlecht bezahlt! SCNR]

Und manchmal kommt auch was Praktisches dabei heraus: die Teflonpfanne!! :baetsch:  :baetsch:  :baetsch:

gsac aka Alex

 

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