Autor Thema: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen  (Gelesen 2803 mal)

Offline Thin Section

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Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« am: Oktober 27, 2013, 21:34:15 nachm. »
Guten Abend Zusammen,

Um endlich etliche meiner Dias aus der Zeit vor dem Internet und der digitalen Kameras vor dem Verblassen zu retten und auf der Festplatte zu sichern, habe ich mir von ALDI den Multi Scanner MS7100 zugelegt. Damit kann man Dias aber auch Photos einscannen. Preislich ist er mit 60€ absolut ok, denn die meisten dieser Scanner kosten 200 Euro und teilweise weit mehr.

Ist das Dia körnig, ist natürlich auch die gescannte Version körnig, wie ihr gleich sehen werdet. Feinkörnige, farbenfrische Dias werden hingegen in nahezu perfekter Scan-Qualität in Sekundenschnelle gescannt und per USB in den Computer übertragen. Schnick-Schnack wie Kratzer-Retouchierung hat das Gerät natürlich nicht.

Das erste Dia zeigt einen herrlich hellen Perseiden, den ich damals leider nur noch am Rand des Bildfeldes erwischte.

Die beiden folgenden Aufnahmen gehören zu einer partiellen Sonnenfinsternis in den Abendstunden und kurz vor Sonnenuntergang. Deutlich erkennt man unten das "angeknabberte" Sonnenscheibchen.

Bernd  :winke:

P.S.: Sehe gerade, daß ich das falsche Jahr für die partielle Finsternis angegeben habe: 1994 nicht 1993 !
« Letzte Änderung: Oktober 27, 2013, 22:09:15 nachm. von Thin Section »
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #1 am: Oktober 27, 2013, 23:00:59 nachm. »
Mondkrater Kopernikus – eine Aufnahme aus dem Jahr 1983. Kopernikus ist eine junge Kraterformation und hat einen Durchmesser von 90 km, deren terrassierte Wälle 3800 Meter Höhe erreichen. Im Kraterinnern erkennt man eine Zentralberggruppe. Die Aufnahme ist etwas unscharf fokussiert … war schon ein Problem in der Zeit vor den digitalen Kameras, als man erst mal warten musste, bis der Film entwickelt war und man erst dann sah, was schiefgelaufen war. Heutzutage löscht man einfach die Aufnahme und fokussiert neu, manchmal auch mehrmals, bis das Ergebnis dann endlich passabel ist.

Bernd  :winke:
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Offline Andyr

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #2 am: Oktober 28, 2013, 06:23:59 vorm. »
Hallo Bernd,

das kann sich durchaus sehen lassen. :super:
Canon AE1? Da kommen Nostalgie-Gefühle auf.

Gruß

AndyR

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #3 am: Oktober 28, 2013, 19:39:58 nachm. »
So, diesen "Brocken" habe ich auch endlich eingescannt – ein Allende im Kilogrammbereich. Er gehörte seinerzeit Hans Rodewald und diese Bilder machten wir bei ihm im Hof hinter dem Haus, als er vor ca. 20+ Jahren noch in Heidelberg-Wieblingen wohnte. Leider weiß ich nicht mehr, wieviel er genau wog. Vielleicht kann jemand von Euch (Ingo?) im hohen Norden ihn mal fragen, ob er sich an das genaue Gewicht erinnert. Ich kann mich jedenfalls gut daran erinnern, mit welcher Ehrfurcht ich diesen respektablen "Brocken" in den Händen hielt und fotografierte.

Bernd  :winke:
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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #4 am: Oktober 29, 2013, 19:05:28 nachm. »
So, heute mal drei eben eingescannte Dias von der partiellen Sonnenfinsternis am 12. Oktober 1996 - damals aufgenommen im Primärfokus meines Celestron 8.

Bernd  :winke:
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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #5 am: Oktober 29, 2013, 19:48:07 nachm. »
Am 28. Oktober 1992 stand die junge Mondsichel ganz nah bei der Venus. Venus war abnehmend (Phase = 0.8).

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #6 am: Oktober 29, 2013, 21:57:15 nachm. »
Noch ein gescanntes Dia: Hale-Bopp (C/1995 01) am 7. April 1997, aufgenommen mit meiner Canon AE1-Prg. Ab März entwickelte Hale-Bopp ausser seinem weißlichen Staubschweif auch einen langen blauen Gasschweif, der im Bild oberhalb des Staubschweifs gerade noch erkennbar ist (siehe die drei Pfeile).

Am 1. April durchlief Hale-Bopp den sonnennächsten Punkt seiner Bahn und näherte sich dabei der Sonne auf 137 Millionen Kilometer !

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Offline lithoraptor

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #7 am: Oktober 29, 2013, 23:03:20 nachm. »
Moin Bernd!

Ja, kann Hans mal fragen, ob er sich noch erinnert. Denke ich sehe ihn in knapp einem Monat auf der Börse in HH persönlich. So weit ich mich erinnern kann hatte Hans lange sehr respektable Stücke von Allende. Erinnere mich da z.B. an ein (für Allende) sehr gut bekrustetes Individual von etwa 250 Gramm zu Beginn meiner Met-Leidenschaft. Leider war das Stück damals für mich als Schüler nicht erschwinglich und ging dann an einen bekannten Sammler in der Schweiz.

Gruß

Ingo

Offline gsac

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #8 am: Oktober 30, 2013, 00:15:48 vorm. »
Moin Bernd!

Ja, kann Hans mal fragen, ob er sich noch erinnert. Denke ich sehe ihn in knapp einem Monat auf der Börse in HH persönlich. So weit ich mich erinnern kann hatte Hans lange sehr respektable Stücke von Allende. Erinnere mich da z.B. an ein (für Allende) sehr gut bekrustetes Individual von etwa 250 Gramm zu Beginn meiner Met-Leidenschaft. Leider war das Stück damals für mich als Schüler nicht erschwinglich und ging dann an einen bekannten Sammler in der Schweiz.

Gruß

Ingo

Moin Ingo,

könnte sehr wohl sein, daß dieser "sehr gut bekrustete" Allende von ziemlich genau 250 g
(250.1 g) jetzt bei mir liegt, dies seit zwölf Jahren schon (...und tatsächlich Ex-Schweiz...).
Momentan links 3 m neben mir in der Vitrine am Berliner Wohnsitz. Es gibt sogar ein Foto
davon im Forum, nur unwesentlich weit entfernt von diesem Ruheplatz aufgenommen,
kannst es ja verifizieren, ob es Dein damaliges Wunschstück war, wenn Du magst... :-)

Grüße Hans Rodewald mal schön von mir, vielleicht erinnert er sich. Ich hoffe, es geht ihm gut.
Vor vielen Jahren sah ich ihn zuletzt auf einer bekannten Regionalmesse nahe Bremen, Name
des Orts will mir nur leider gerade nicht "sicher" einfallen, aber mag sein, es ist/war Ritterhude.
Hans war immer für meteoritische Überraschungen gut, ist er in dieser Richtung noch unterwegs?

Scanner anschaffen? Gute Idee! Gibt´s das ALDI-Teil noch? So etwas ist ja immer sehr schnell
ausverkauft...

Grüsse zur Nacht
Alex

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #9 am: Oktober 30, 2013, 18:45:01 nachm. »
Scanner anschaffen? Gute Idee! Gibt´s das ALDI-Teil noch? So etwas ist ja immer sehr schnell ausverkauft

@ Alex: Ich weiß nicht, ob der Scanner im Norden der Republik noch/schon angeboten wird, denn wir sind hier ja "ALDI-Süd".

So, heute zwei weitere Scans:

Eingescanntes Dia einer Aufnahme des 8.2 Tage alten Mondes vom 11. März 1984 mit dem 20 mm Erfle Okular (was einer Vergrößerung von 100-fach entspricht). Oben ist der von Lava überflutete Krater Archimedes (d = 83 km) zu sehen. Timocharis hat einen Durchmesser von 34 km. Direkt bei den Montes Apenninus liegt Eratosthenes (d = 60 km) mit Zentralbergen. Darunter sieht man den fast versunkenen Krater Stadius (d = 66 km).

Diese Aufnahme vom 15. Februar 1984 zeigt deutlich die großen "Mondmeere". Ferner in der Nähe des Mondsüdpols den Krater Tycho (d = 85 km) mit seinem auffälligen Strahlensystem. Ein solches geht auch von Copernikus (d = 93 km) aus. Am Rande des Mare Imbrium sticht der Sinus Iridum (Regenbogenbucht, d = 404 km) sofort ins Auge, ferner die leicht ovale Wallebene Plato (d = 100 km).

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #10 am: Oktober 30, 2013, 21:16:48 nachm. »
Dieser Scan zeigt die Wallebene Plato (d = 101 km) mit recht dunklem Grund (Tiefe ca. 1000 m). Rechts davon das Mondalpental (Länge = 180 km). Im unteren Bildbereich ist der lavaüberflutete Krater Archimedes (d = 83 km) zu sehen. Links neben Archimedes liegt Timocharis (d = 34 km).

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #11 am: Oktober 31, 2013, 21:13:08 nachm. »
Dieser Scan zeigt die drei Kraterformationen Timæus (d = 33 km), Archytas (d = 32 km), Protagoras (d = 22 km) an den nördlichen Gestaden des Mare Frigoris (Meer der Kälte). Links oben werden die oberen Kraterrandpartien des Fontenelle (d = 38 km) bereits vom Sonnenlicht getroffen. Die Wallebene Plato (d = 101 km) liegt schon fast völlig im Sonnenlicht. Deutlich hebt sich  der dunkle, sanfte Boden dieser Wallebene von der hell im Sonnenlicht liegenden Westwallinnenseite ab. Auch zeigt die Lava am Grund der Wallebene deutliche Farbnuancen. Am rechten unteren Bildrand ist wieder das Mondalpental zu erkennen.

Eingescanntes Dia einer Aufnahme des 8.2 Tage alten Mondes vom 11. März 1984 mit dem 20 mm Erfle Okular (Vergrößerung = 100-fach). Die Wallebene Clavius direkt am Terminator hat einen Durchmesser von 225 km. Auffällig die kreisförmige Anordnung der immer kleiner werdenden Krater Rutherford (d = 40 km; direkt auf dem Kraterrand) – Clavius D (d = 32 km) – Clavius C (d = 20 km).

Die Wallebene Maginus hat einen Durchmesser von 176 km. Darüber Tycho (d = 85 km). Tycho ist Ausgang des größten Strahlensystems. Bei Vollmond umspannen die Radialstrahlen die halbe Vollmondscheibe! Der Zentralberg erreicht eine Höhe von 1500 m. Am 10. Januar 1968 landete die Raumsonde Surveyor 7 am Nordrand des Kraterwalls.

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #12 am: Oktober 31, 2013, 21:35:50 nachm. »
Bedauerlicherweise und völlig untypisch habe ich zu diesem Dia keinerlei Daten notiert, die Aufnahme muß aber bei einem Mondalter von etwa 9 Tagen gemacht worden sein. Die Bildmitte beherrscht Copernicus, dessen Aussenwälle eine Höhe von 3800 m erreichen. Deutlich erkennt man bei Copernicus wie auch bei Eratosthenes ein Zentralbergmassiv. Ebenso deutlich sticht das von Copernicus ausgehende Strahlensystem ins Auge, welches zwischen den beiden Kratern den fast überfluteten Stadius (d = 69 km) überstreicht. Auf der Eratosthenes zugewandten Seite erreicht Stadius immerhin noch eine Wallhöhe von 650 m. Über Eratosthenes der Bogen der Apenninen und über Copernicus die Ausläufer der Karpaten.

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #13 am: November 01, 2013, 16:48:46 nachm. »
Mond und Venus am 15. Februar 1983 in den frühen Abendstunden. Der junge Mond (2d) steht nahe bei Venus. Ganz nahe bei Venus auch Mars, der aber in meiner Aufnahme nicht zu sehen ist. Was man aber in der Aufnahme erkennt, ist der sg. "Erdschein".

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Re: Dias per Durchlichtscanner auf die Festplatte übertragen
« Antwort #14 am: November 01, 2013, 18:48:18 nachm. »
Der Mondkrater Tycho am 11. März 1984 um 19:29 Uhr bei 333-facher Vergrößerung. Solch eine Vergrößerung macht das Fokussieren äusserst schwierig, weil man natürlich auch die Luftunruhe mitvergrößert und, ich schrieb es bereits, man damals erst einmal warten musste, bis der Film von der Entwicklung zurückkam.

Tycho hat einen Durchmesser von 87 km und sein Zentralberg ragt 2100 m über den Kraterboden empor. Tycho ist ein junger Krater. Interessanter Größenvergleich: der gesamte Bodensee hätte bequem Platz im Kraterinnern! Bildmitte oben ist in etwa der Ort, wo Surveyor 7 landete.

Bernd  :winke:

P.S.: Nicht 3. März wie beim Scan angegeben sondern 11. März! Die Aufnahme enstand also kurz nach der obigen Aufnahe mit Clavius.
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