Autor Thema: Mets - (k)eine Generationenfrage?  (Gelesen 2659 mal)

Offline MetAur

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #15 am: Juni 27, 2019, 08:55:21 vorm. »
Die hier aufgeworfenen Frage beschäftigt mich auch immer wieder. Meine Teil-Ansicht dazu:
Sieht man von einer immer noch bei vielen vorhandenen Phase in der frühen Jugend (z.B. Fußball-Bildchen) ab, ist die Sammelleidenschaft insgesamt stark zurückgegangen. Was haben früher Erwachsene nicht alles gesammelt? Briefmarken, Münzen, Schallplatten, Serienhefte, Postkarten, Bierdeckel, Streichholzdöschen usw. usw. Hierzu gehört auch Geduld, ein Kümmern, nicht zuletzt die Suche, die beim Finden erst die Freude auslöst. Heute fällt vieles davon weg - man geht davon aus, dass man im Internet stets alle Infos "on demand" bekommt und alle Gegenstände bei Bedarf kaufen kann. Man kauft ja auch keine CD mehr und lädt nicht einmal mehr eine Musikdatei herunter, sondern streamt per Flatrate, was man gerade will. Ähnliches gilt für Bücher. Durch dieses digitale "Klonen" verschwindet der Zauber des Originals, der mich persönlich immer noch einfängt. Durch die Gewöhnung an Bildschirme wird der haptische Reiz des Gegenstands selbst kaum noch nachempfunden.
Meine bescheidene Sammlung betreibe ich daher nur zu meinem persönlichen Vergnügen. Für mich ist nicht einmal ausgeschlossen, ob die Nachfrage nach und damit der Verkaufswert von Meteoriten sich nicht sogar ähnlich entwickeln wird wie die der Briefmarken: Hier sehe ich immer die traurigen alten Rentner, die auf dem Flohmarkt ihre über Jahrzehnte mit viel Zeit und Geld auch als Wertanlage gesammelten Alben nicht einmal für den Heizwert des Papiers verscherbelt bekommen.

Offline gsac

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #16 am: Juni 27, 2019, 10:53:17 vorm. »
Zwei bemerkenswerte Beiträge, Ben Austria und MetAur, mit viel Wahrheiten drin!  :super:

Das ist allerdings nicht nur auf Meteorite beschränkt. Klar, bei Briefmarkensammlern
und Tauben- oder Kaninchenzüchtern o. ä.  weiss man das schon lange, dass es eine
aussterbende Spezies ist - nahezu ausschliesslich alte Leute! Aber das gibt es auch
in anderen Bereichen. Ich war neulich in einem Konzert mit einem bekannten Blues-
und Boogie-Pianisten. Man sollte meinen, das ist immer noch oder wieder aufregend,
weil es fortgetragen wird. Und was siehste da: lauter alte Säcke, so wie ich einer bin.
Das ist doch traurig! Ich habe viel auch mit der Jugend zu tun, meine Frau hat vier
Kinder und die haben auch schon wieder 5 Kinder, meine (Stief)enkel. Die werde ich
nie für ihr Eigenleben verurteilen, aber ich habe insgesamt schon den Eindruck, dass
sich eine gewisse "Beliebigkeit" breitmacht. Klar, via Internet ist alles verfügbar auf
Knopfdruck, so man es denn bezahlen kann, zack, aber wo ist oder bleibt "der Reiz der
Jagd"? Das ist eben verloren gegangen, deshalb ist es so wie es ist und von meinen
Vorrednern gut zum Ausdruck gebracht wurde. Et is halt wie et is. Das muss man auch
nicht wirklich betrauern, da muss ich mich selbst korrigieren zum statement oben, denn
das wäre implizit eine Wertung, und Werte ändern sich nun mal. Panta rhei, alles fliesst.
Erfreuen wir uns halt an unseren Dingen, so lange es geht. Also ich mach das so!

Ja, Mettmann, wir sind tatsächlich die alten Zauseln!  :einaugeblinzel:

:hut: Alex :prostbier:

Offline Wunderkammerad

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #17 am: Juni 27, 2019, 11:31:54 vorm. »
An meinem eigenen Sohn wird mir immer wieder klar, dass der Unterschied zwischen Generationen größer ist als von mir erwartet. Immerhin, was unser Thema anbelangt: er spricht zwar nicht groß drüber, mir scheint aber, er mag die Meteoriten schon.

Der springende Punkt, so scheint mir, auf allen Gebieten, ist das Erzählen. Das merke ich an mir selber: ein Bild zum Beispiel, eine alte Skulptur, ein alter persischer Teppich interessieren mich, vom Ästhetischen mal abgesehen, mehr, wenn sich besondere Details, eine Geschichte oder gar Geschichten damit verbinden (und dafür ist das "alt" eben nicht ganz ohne Belang). Selbstverständlich gilt das auch für die Himmelssteine. Kann ich einen ins Kabinett stellen, von dem ich erfahren habe, von wem, wann und wo er gefunden wurde, und unter welchen Umständen, was alles an schönen Worten etwa einheimische Führer der Expedition dazu gefunden haben, dann ist das eine besondere Freude - nebenbei bemerkt, ist dies auch ein wesentlicher Aspekt bei Haschrs schönem Buch.

Was wir also direkt und persönlich tun können, um unsere Faszination teilen und einer jüngeren Generation vermitteln zu können, ist möglichst gutes Erzählen. Es macht einen entscheidenden Unterschied, ob ich einen Imilac auf den Tisch knalle mit den Worten, hier, Meteorit, von da draußen, sehr selten, sehr schön. Oder ob ich etwas weiter aushole, vom Ursprung des Sonnensystems erzähle, die Geschichten vom Eisen und seinen geometrischen Mustern, und von den Kristallen, von Farben, Schmelzkrusten, Fließlinien, Atmosphärenflug nebst Geräuschen und Lichterscheinungen etc.; von der plötzlichen Intuition, die den Sucher bewogen hat, seine Laufrichtung zu ändern, was schließlich zum Fund führte, vom Pfeifton der Sonde, vom Umgang früher Kulturen mit diesen merkwürdigen Steinen usw. usf. Meiner Erfahrung nach kann es so eher gelingen, Interesse zu wecken. Und wenn man dann noch einen kleinen meteoritischen Vorrat parat hat, aus dem heraus Geschenke gemacht werden können - umso besser.

Und wenn auch das mal nicht mehr weiterhelfen sollte, auch kein Problem. Der blaue Planet wird sich weiter drehen, Himmelssteine werden weiter herab fallen, auch wenn's keinen weiter juckt, und natürlich auch ohne uns.




Offline gsac

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #18 am: Juni 27, 2019, 11:53:22 vorm. »
Well said, Wunderkammerad!

"Der blaue Planet wird sich weiter drehen, Himmelssteine werden weiter herab fallen, auch wenn's keinen weiter juckt, und natürlich auch ohne uns."

Genau so ist es. Dazu braucht es nicht den Menschen, es passiert auch ohne den! Aber wenn der Mensch sich dafür interessiert, muss es ja nicht schaden, es sei denn, er penetriert mit missionarischem Eifer die Gedanken aus seiner eigenen Kopfschale, um Andere von krudem Gedankengut "überzeugen" zu wollen. Das Erfreuliche am Internet ist andererseits auch: man kann sich informieren, man kann sich ein Bild machen und nachstöbern. Und man kann abseits vom Internet und sollte das auch tun, schöne Bücher lesen, wie z. B. das neue Buch von Svend. Neben den alten Büchern... Auch ich empfehle da gern "den Bühler", oder die alten Bände von Heide/Wlotzka "Kleine Meteoritenkunde". Die waren mal mein Starter, bzw noch früher "Erde von anderen Sternen" von Boschke, kennt niemand mehr. Ich habe alle, ich glaube es sind vier, Auflagen/Buchversionen von Heide/Wlotzka aus den Jahrzehnten in meinem Regal...

Alex

Offline metnet

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #19 am: Juni 27, 2019, 12:06:05 nachm. »
Der springende Punkt, so scheint mir, auf allen Gebieten, ist das Erzählen.

Diesen Ansatz finde ich auf jeden Fall gut und richtig. Ich würde aber noch weiter gehen.

Warum Menschen Briefmarken sammeln, habe ich nie verstanden. Mir erschien dieses Hobby immer seltsam passiv: Da ordne ich Marken nach Jahrgängen, Themen etc. - und dann klappe ich das Album zu. So etwas kann im schlimmsten Szenario auch mit einer Mineralien- oder Meteoritensammlung geschehen. Ich kaufe ein kleines Stück, was mir noch zu "fehlen" scheint, sprühe es vielleicht noch mit Waffenöl ein, lege es in eine Box, und fertig. Jungen Leuten ist das zu wenig - und ich kann sie verstehen.

Mag sein, dass die Jugend kein Bock auf Natur hat und gerne an Smartphone oder Gaming-PC hängt. Aber Computerspiele sind eines garantiert nicht: sie sind nicht langweilig. Im Gegenteil bieten sie eine Fülle von Erlebnissen in komprimierter Abfolge. Die Kids verabreden sich sogar zu virtuellen Abenteuern. Da kommt keine physische Realität mit. Wie können wir mit Meteoriten gegen diese Konkurrenz anstinken?

Erstens, indem wir, wie Wunderkammerad  schreibt, Geschichten erzählen. Zweitens, indem wir ein bisschen mehr Event bieten. Mein Sohn (10 Jahre) mag nicht wandern, aber wir waren schon zweimal auf einer geologischen Exkursion. Da hat er sich zwar ein bisschen über die Natur mokiert (Spinnen überall!), aber er hat den Hammer genommen und auf die Steine draufgekloppt. Mein Sohn würde niemals eine Mineralienaussstellung besuchen, aber wahrscheinlich eine interaktive Meteoritenshow (die noch zu erfinden wäre). Und ehrlich: Wahrscheinlich würde ich auch lieber die Show besuchen, falls die wirklich gut gemacht wäre.

Ich glaube nicht, dass das Interesse "der Jugend" an Naturwissenschaft, "Steinen" oder anderen physisch-realen Dingen zu gering ist. Ich denke aber, dass die Ansprüche an Aufbereitung und Präsentation gestiegen sind. Sicher hat das auch etwas mit Bequemlichkeit zu tun - aber so ist das eben. Vielleicht ist das der Generationenumbruch, der stattfinden sollte. Das hat im Übrigen nur wenig mit dem biografischen Alter zu tun, sondern damit, ob jemand Lust hat, sich auf neue Wege einzulassen. Oder, was meint ihr?

Viele Grüße
Jürgen

Offline KarlW

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #20 am: Juni 27, 2019, 12:11:59 nachm. »
Zitat
Wunderkammerad: Oder ob ich etwas weiter aushole, vom Ursprung des Sonnensystems erzähle, die Geschichten vom Eisen und seinen geometrischen Mustern, und von den Kristallen, von Farben, Schmelzkrusten, Fließlinien, Atmosphärenflug nebst Geräuschen und Lichterscheinungen etc.; von der plötzlichen Intuition, die den Sucher bewogen hat, seine Laufrichtung zu ändern, was schließlich zum Fund führte, vom Pfeifton der Sonde, vom Umgang früher Kulturen mit diesen merkwürdigen Steinen usw. usf. Meiner Erfahrung nach kann es so eher gelingen, Interesse zu wecken. Und wenn man dann noch einen kleinen meteoritischen Vorrat parat hat, aus dem heraus Geschenke gemacht werden können - umso besser.

Genauso.   :super: Saint-Exupery hat's gesagt: "... lehre den Männern die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer."
Und so sind für meinen größeren Enkel ein paar kleine glänzende (weil leicht überputzte) Campos aus Ensisheim mitgekommen.

Offline gsac

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #21 am: Juni 27, 2019, 12:18:27 nachm. »
Das ist unbestritten, metnet (Jürgen). Und es wird ja auch getan, z. B. durch moderne und fesselnde Literatur zum Thema, siehe oben Svends neues Buch als neuestes Beispiel. Oder man macht Ausstellungen, bei kleinen Sammlungen eher lokal, bei grösseren Sammlungen auch mal weiträumiger. Oder man bietet sich an, mal einen Vortrag zu halten an einer VHS o.ä. Und man erzählt es den Kindern und Enkeln, da bin ich voll bei Dir.

Was ich nicht machen werde, obwohl es vielleicht auch keine ganz schlechte Idee ist: ein youtube-Video etc einzustellen. Ich muss mir ja nicht "den rezo" geben, um das mal etwas provokant zu formulieren, und dafür bin wohl ich jedenfalls wirklich auch zu alt und nicht mehr internetaffin genug.

Aber Du hast recht: man sollte es "rüberbringen", kommunizieren auf eine auch für den Nachwuchs attraktive Art. Das kann nicht nur Facebook etc sein...

Alex

Offline speul

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #22 am: Juni 27, 2019, 15:47:23 nachm. »
Moin moin,
da will ich dann auch mal meinen Senf dazugeben. Zwei Punkte sind bisher noch gar nicht zur Sprache gebracht wurden.
Interesse für Natur (Wissenschaften) entsteht durch erleben. Und das ist das Gegenteil von überbehütet, überwacht und vor allen möglichen Gefahren geschützt zu sein. Aber was wächst heran: Überbehütete, nicht für sich selbst verantwortliche, na ich spar mir das letzte Wort.
Und der zweite Punkt: Die immer mehr zunehmende Kriminalisierung des Sammelns. Sammle ich Steine, Zutritt zu Kiesgruben/Steinbrüchen verboten, videoüberwacht. Selbst wenn der Betreiber freundlich gesonnen ist, natürlich muß JEDER Besucher dem Bergamt gemeldet werden, na, irgendwann gibt dann auch der freundlichste Betreiber ob der Bürokratie auf.
Na, ziehe ich halt über die Felder und Wiesen und sammle Vogelfedern; HALT NEIN, darf ich nicht, ist nämlich verboten. Ach so, Sondeln, ja außer im Süden auch nicht wirklich erlaubt, wenn ich dann noch was finde, dann bin ich natürlich der Extraböse Spekulant. Die Himmelsscheibe von Nebra würde niemand ausgegraben haben von den Profis...
Was solls, verlege ich mich halt auf Kunst, aber nein, auch da ist alles mit Verboten versehen, ich sag mal nur Kulturgüterschutzgesetz, auch wenn die einzelnen Stücke nicht darunter fallen, wenn die Sammlung in Summa einen bestimmten Wert überschreitet: Verfügungsverbot!
Münzen, Briefmarken, da sind schon Händler verurteilt wurden, weil sie vergessen haben, das Hakenkreuz bei den Ausstellungsstücken zu verdecken - klar, welches Gesetzt das greift, auch wenn es halt unsere Geschichte ist.
Chemie oder Elementensammler: Aufpassen, alles giftig, nein hochgiftig, dieser Vorsatz muß IMMER davor geschrieben werden.
Die Mikroskopiker klagen, bekommen nicht mehr die benötigten Lösungsmittel, meine da z.B. das "hochgiftige" Xylol, Färbemittel dto.
Was bleibt nach diesem Verdummungsfeldzug: Pokemonjäger, Zollstock- und Kulisammler und Vereine denen die Mitglieder aussterben.
Armes Deutschland

Grüße
speul
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Offline gsac

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #23 am: Juni 27, 2019, 16:16:10 nachm. »
Was bleibt nach diesem Verdummungsfeldzug: Pokemonjäger, Zollstock- und Kulisammler und Vereine denen die Mitglieder aussterben.

Zollstocksammeln klingt eigentlich interessant - kann man Zentimeter vergleichen.
Graf Zahl aus der Sesamstrasse würde das mögen, weil man auch viel zählen kann.
Oder Kronkorken auch hochspannend - kann man Zacken zählen und vergleichen...

Im Ernst, Du hast natürlich vollkommen recht. Und das mit der Überbehütung durch die
"Propeller"-Eltern sehe ich auch so, obwohl ich dazu nun wahrlich kein Experte bin, aber
immerhin ganz früher im letzten Jahrtausend, als ich noch ganz jung war, allein losziehen
und auf Bäume klettern konnte etc, oder Schlittenabfahrten zu einer Durchgangsstrasse
hin machen - oweia, was da alles hätte passieren können... Abends dann zufrieden nach
Hause, Muttern hatte den Ofen an (Kohleherd noch) und es gab Makkaroni oder sowas,
das Wort bzw die Pastavariante Spaghetti kannte man noch nicht (...oder hiess es nur
Nudeln? Nein, Arno Schmidt´s Frau hat noch vorher Makkaroni erwähnt), Pommes gab
es maximal in Belgien, aber bei uns noch nicht. Alles Hochgefährliche jedenfalls überlebt,
soeben noch mal Schwein gehabt!  :-)

Alex

PS: Vogelfedern auch verboten? Das ist mir neu...

Offline metnet

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #24 am: Juni 27, 2019, 16:18:29 nachm. »
Ach so, Sondeln, ja außer im Süden auch nicht wirklich erlaubt, wenn ich dann noch was finde, dann bin ich natürlich der Extraböse Spekulant. Die Himmelsscheibe von Nebra würde niemand ausgegraben haben von den Profis...

Auch wenn ich mich deiner Kulturkritik nicht so weitgehend anschließen möchte, stößt mir die Verbotswut auch sauer auf. Tatsächlich hatte ich mir eine Metallsonde zugelegt, um damit nach Münzen und anderem Archäologischem zu suchen. Ich wäre sogar bereit gewesen, mich den äußerst regiden Vorschriften Niedersachsens zu unterwerfen. Dann war ich bei dem vorgeschriebenen Sondengängerkurs aber leider im Urlaub - nächster Termin 2020! So kann man vernünftige und vernunftbegabte Menschen wie mich auch verprellen...

Außerdem habe ich mich aufklären lassen, dass das Sondeln nach Meteoriten ebenfalls verboten sei. Hier lese ich aber, dass die Meteoritenfreunde schon manchmal gemeinsam im (erhofften) Streufeld unterwegs sind. Macht ihr das trotz offiziellem Verbot? Oder gibt es da Grauzonen/Sondergenehmigungen? Sorry, dass ich das so offen frage, denn selbstverständlich hätte ich an solchen Aktionen großes Interesse. Der Detektor will schließlich bewegt werden  :einaugeblinzel:

Jürgen

Offline gsac

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #25 am: Juni 27, 2019, 16:49:58 nachm. »
Tatsächlich hatte ich mir eine Metallsonde zugelegt, um damit nach Münzen und anderem Archäologischem zu suchen. Ich wäre sogar bereit gewesen, mich den äußerst regiden Vorschriften Niedersachsens zu unterwerfen. Dann war ich bei dem vorgeschriebenen Sondengängerkurs aber leider im Urlaub -

Interessant, darf man das nicht? Ich bin kein Sondengänger und weiß sowas nicht, aber wohne auch in Niedersachsen, ganz knapp "unterhalb" der schönen Elbe, wo sie schon ziemlich breit ist und dicke Pötte vorbeifahren. Schau Dir bitte noch mal meinen Link dazu von gestern 20:36:24 an. Da hat ein Sondengänger auf einem Acker in Fredenbeck, hier ganz in der Nähe, gerade eine ganz alte römische Münze zutage gefördert. Brauchte der vorher eine Genehmigung für sein Sondeln, oder geht das jetzt mit dem tollen Fund einfach unter? Oder habe ich was überlesen? Disclaimer: nein, ich kenne den nicht und mache hier deswegen natürlich auch keine Fässer auf, aber neugierig bin ich nun schon.. Ich schau mir das Ding demnächst mal in unserem "Schwedenspeicher"-Museum an.

Alex

Offline metnet

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #26 am: Juni 27, 2019, 17:00:20 nachm. »
Ich bin kein Sondengänger und weiß sowas nicht, aber wohne auch in Niedersachsen, ganz knapp "unterhalb" der schönen Elbe, wo sie schon ziemlich breit ist und dicke Pötte vorbeifahren. Schau Dir bitte noch mal meinen Link dazu von gestern 20:36:24 an. Da hat ein Sondengänger auf einem Acker in Fredenbeck, hier ganz in der Nähe, gerade eine ganz alte römische Münze zutage gefördert.

Den Link finde ich nicht. Aber eines ist ganz sicher: Wer in Niedersachsen einen Metalldetektor bewegen will, braucht eine Genehmigung, die an ein "Erstgespräch" mit den zuständigen Archäologen und an einen Kurs gekoppelt ist. Das Erstgespräch war sehr nett und der Kurs klang interessant - aber eben nur einmal jährlich. Zudem gibt es etliche weitere Auflagen, wie eng begrenzte Suchareale, nur einen Spatenstich tief graben und ständige Rapports an die Denkmalschutzbehörde. Da kann man Lust zu haben, muss man aber nicht...

Jürgen

Offline Sikhote

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #27 am: Juni 27, 2019, 17:08:08 nachm. »
Hallo Freunde,

ich habe in Ensisheim ein paar junge Sammler getroffen, von denen sich eine Gruppe gleich im Anschluss an die Börse  auf den Weg nach Schweden machte, um weiteres Eisen zu finden. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass es immer weniger Sammler gibt, was mich nicht stören würde, da dann die Preise sinken würden. Aber das Gegenteil ist der Fall, in China geht´s gerade erst richtig los. Und die wenigen Stücke europäischer oder sogar deutscher Fälle und Funde sind eh knapp im Angebot für die recht große Sammlergemeinde. Ich stimme Gsac zu: Ich mag die Krümel auch nicht sogern wie die Handstücke.  :winke:

Warum sammeln so wenige Frauen Meteorite? Ich weiß es nicht, ich habe mich zuerst auch nur für schöne Mineralien in ihren vielfältigen Erscheinungsformen interessiert. Mein Mann, der sich seit seiner Jugend für Meteorite interssierte, hatte die ersten Eisenmeteorite gekauft. Die Vorstellung, dass man ein Stück aus einer anderen Welt in den Händen hat, das auch noch 4,5 Milliarden Jahre alt ist, hat mich schon fasziniert. Und dass es 30 Jahre nach dem Fall sogar noch Material von Allende zu kaufen gab, hat uns beide sehr gefreut. Richtig gepackt hat mich dann ein Gibeon mit Loch, den ich von meinem Weihnachtsgeld 1998 gekauft hatte. Na und wie es dann mit Hilfe des Internets weiter ging, könnt ihr euch ja denken.  :lechz:

Grüße
Sigrid

Offline gsac

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #28 am: Juni 27, 2019, 17:12:25 nachm. »
Den Link finde ich nicht. Aber eines ist ganz sicher: Wer in Niedersachsen einen Metalldetektor bewegen will, braucht eine Genehmigung, die an ein "Erstgespräch" mit den zuständigen Archäologen und an einen Kurs gekoppelt ist. Das Erstgespräch war sehr nett und der Kurs klang interessant - aber eben nur einmal jährlich. Zudem gibt es etliche weitere Auflagen, wie eng begrenzte Suchareale, nur einen Spatenstich tief graben und ständige Rapports an die Denkmalschutzbehörde. Da kann man Lust zu haben, muss man aber nicht...

Sorry, war mein Fehler, ich habe die falsche Zeit genannt... Also hier noch mal:
https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/stade/c-panorama/das-gold-des-kaisers_a144359

Offline gsac

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Re: Mets - (k)eine Generationenfrage?
« Antwort #29 am: Juni 27, 2019, 17:22:31 nachm. »
Habe es nochmal gelesen, da steht dann auch, dass der Sondler im Auftrag des
Kreisarchäologen unterwegs war (huch!) und es aus geringer Tiefe (!) geholt hat.
Dabei soll der Kreisachäologe mit den Augen gezwinkert haben, siehe Text...
 
[Nun ja, Hosenbandorden "honi soit...", hmm hmm... :-)]. Für den Finder sicher
der Fund des Lebens, es sei ihm gegönnt...

 

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