Autor Thema: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse  (Gelesen 6266 mal)

Offline Mettmann

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #15 am: November 19, 2009, 22:33:37 Nachmittag »
Ja, Bad Kohlgrub hat schon seine Reize..

http://www.alpenverein-starnberg.de/Hornlehutte_Winter.JPG

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #16 am: November 19, 2009, 22:34:46 Nachmittag »
Ja, Bad Kohlgrub hat schon seine Reize..

http://www.alpenverein-starnberg.de/Hornlehutte_Winter.JPG



Ich glaub, Du hast da was falsch verstanden  :laughing:

Offline ironsforever

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #17 am: November 19, 2009, 22:43:40 Nachmittag »
Zitat
Beiträge: 288



   Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antworten #16 am: Heute um 22:34:46 » Zitat  

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Zitat von: Mettmann am Heute um 22:33:37
Ja, Bad Kohlgrub hat schon seine Reize..

http://www.alpenverein-starnberg.de/Hornlehutte_Winter.JPG
Ich glaub, Du hast da was falsch verstanden  


Nö, der Mettmann verdrängt damit grad den ungereinigten 6 kg Sikhote, den er annowasweisich für n Appel und n´Ei vercheckte. Ich find den nimmer, aber der geistert irgendwo bei M. Johnson auf der Met-of-the-day - Website rum... Mettmann - auch wenns weh tut - kannst kurz aushelfen? :weissefahne:

Gruß,
Andi :prostbier:


Offline ironsforever

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #18 am: November 19, 2009, 22:49:08 Nachmittag »
Hi Marc,

Zitat
Das schlimmste war wohl die 730g Seymchan Scheibe (sollte mein Pallasit für's Leben sein) http://www.parhelia.de/mets/seymchan05.jpg , bei der man zusehen konnte, wie sie rostete, obwohl sie lackiert war. Da Seymchan normalerweise nicht rostet wurde ich skeptisch, ob es überhaupt Seymchan ist. Der Verkäufer hat dann bei seiner Bezugsquelle nochmal nachgefragt und dann stellt sich heraus, dass es tatsächlich Brahin ist und nicht Seymchan. Ich habe den Kauf dann rückgängig gemacht, wobei die Rücküberweisung des Betrags via Paypal wieder massive Probleme brachte, weil ich bei PayPal plötzlich als Händler geführt wurde und aus steuerrechtlichen Gründen irgendwelche Angaben zu meiner "Firma" machen sollte. Diverse Mails an Paypal wurden wurden nur per automatischer Standard-Mail beantwortet. Ich habe schliesslich einen neuen PayPal-Account erstellt. Seitdem hab ich keinen Pallasiten mehr angerührt.


Das war ein gutes Erlebnis! Stell dir vor, Du hättest heute einen Seymchan-Metwrong in der Sammlung, wenn der Brahin nicht zerfallen wär.  :einaugeblinzel:

Gruß,Andi :winke:

Thin Section

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #19 am: November 19, 2009, 23:37:04 Nachmittag »
Es war einmal ein wunderschöner, nicht klassifizierter NWA (462 gr), den Dean Bessey einst (2004) für n’ Appel und n’ Ei anbot. Er wurde zwar klassifiziert, aber nie offiziell anerkannt, obwohl er sich in der Datenbank des Met.Bull. befindet. Ich sah sofort, daß er eine Form hatte, die einen orientierten Flug vermuten ließ. Und ich sollte Recht behalten, denn seine schildförmige Form zeigte neben einer Schmelzlippe am Übergang von der Vorderseite zur Rückseite sogar einen zweiten Fliesrand bzw. Fliessaum zwischen dem Apex und der Schmelzlippe (siehe die beiden Pfeile). Ausserdem erinnerte mich die Form frappierend an die schildförmige Sikhote-Alin Hauptmasse von 1745 kg.

Thin Section

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #20 am: November 19, 2009, 23:40:16 Nachmittag »
Als der Meteorit ankam, zog es mir schier die Schuhe aus, nicht nur, weil er die Spuren eines orientierten Fluges durch unsere Atmosphäre zeigte, sondern weil er nur so von Chondren und metallischen Partikeln strotzte. Letztere waren sowohl auf der Apex-Seite durch die verwitterte Kruste hindurch zu erkennen als auch auf der Rückseite des Meteoriten und er war im Verhältnis zu seiner Größe extrem schwer. In einer Regmaglypte war sogar noch die ursprüngliche, intakte Schmelzkruste zu erkennen.

Jetzt ergab sich die heikle Frage, ob ich ihn wegen seiner schönen Form so lassen sollte, oder ob ich ihn bei Prof. Addi Bischoff klassifizieren lassen sollte, weil es entweder ein unequilibrierter, FeNi-reicher H-Chondrit sein mußte oder aber sogar ein E(H)3 Chondrit. Ich entschied mich deshalb für die Klassifizierung.

Thin Section

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #21 am: November 19, 2009, 23:42:14 Nachmittag »
Gesagt, getan! Prof. Bischoff erklärte sich dankenswerter Weise bereit, ihn in Münster klassifizieren zu lassen und weil ich ihm mehr als die übliche Menge an Belegmaterial überließ, mußte ich für die Klassifizierung nichts bezahlen und bekam sogar noch einen DS dazu, der für die Klassifizierung verwendet worden war. Hier ist zu sehen, was an das IfP Münster ging, was für Dünnschliffe verwendet wurde und was bei Pauli blieb.

Thin Section

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #22 am: November 19, 2009, 23:44:46 Nachmittag »
Prof. Bischoff war sehr angetan von diesem NWA, weil er unter anderem darin etliche primitive Komponenten entdeckte, die er unbedingt näher untersuchen wollte. Auch er vermutete, daß es sich um einen H-Chondriten handeln würde, schloß aber auch einen E-Chondriten nicht aus. Im DS fand er einen sehr interessantes Fragment, das er noch messen wollte, bevor er mir den DS zuschickt.

Thin Section

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #23 am: November 19, 2009, 23:49:17 Nachmittag »
Die Klassifizierung ergab, daß es ein H3-5 Chondrit ist. So, und jetzt kommt der Hammer, der zeigt, daß auch ein langjähriger Sammler von Meteoriten Dummheiten begeht, für die er links und rechts geohrfeigt gehört! Dieser Meteorit erscheint nicht als offiziell anerkannter NWA, obwohl er eine NWA-Nummer trägt, weil, …  :traurig:, weil, …  :dizzy:, weil ich ihn mit Motoröl gereinigt habe  :bid:, damit er besser aussieht  :bid:  :bid:. Originalton Prof. Bischoff: "Mit Öl bringen sie viele ungewünschte organische Substanzen in die Probe. Das könnte bei echt wichtigen Proben wissenschaftlich schlimm sein."

Ach ja, ach ja, …

 :crying: Bernd  :crying:

P.S.: Es ist NWA 3346, falls jemand im Met.Bull. nachsehen will!

Offline DCOM

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #24 am: November 20, 2009, 00:20:47 Vormittag »
Das kapier ich jetzt nicht. War die "Reinigung" mit Motoröl ein Versehen? An Steinmets würde ich nicht mal mit Propanol dran gehen, geschweige denn mit so was klebrigem wie Öl...

Oder wolltest Du damit erreichen, dass er glänzt? :gruebel:

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #25 am: November 20, 2009, 00:22:16 Vormittag »
Nein, das war schlicht und einfach Dummheit!!!


Bernd

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #26 am: November 20, 2009, 00:28:05 Vormittag »
Naja, es wurde ja immerhin eine provisorische NWA-Nummer vergeben.

Übrigens, auch der NWA 5476, von dem ich die Hauptmasse habe, hat bislang nur eine provisorische NWA-Nummer erhalten. Warum eigentlich kann man den nicht wissenschaftlich erwähnen, und wie lange dauert es, bis sich daran etwas ändert? Ist es bei jedem NWA so, dass er zunächst nur provisorisch klassifiziert wird?

:nixweiss:

Offline Mettmann

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #27 am: November 20, 2009, 00:31:08 Vormittag »
Hi Andi,

Zitat
Mettmann - auch wenns weh tut - kannst kurz aushelfen?


Meinst den da?

http://www.spacerocksinc.com/Dec1.html


Naja. Ein bisserl weh hats schon getan, aaaaaber

Ich hab es nie bereut.

Er hat das beste Heim gefunden, das ich mir vorstellen kann. Bei dem großartigsten Kerl, den ich unter den Meteoritenleuten kenne. War genau richtig, denn wir wurden Freunde und er der größte Spender für Rumänien, und hat ihn sicherlich mehr verdient als ich.
Und so hat dieser Sikhote dazu beigetragen, Licht in den düsteren Alltag hunderter Kinder zu bringen, die Gesundheit einiger wieder herzustellen und einigen eine Ausbildung zu ermöglichen.
Dafür würde ich jederzeit wieder und seis der beste Sikhote der Welt fahren lassen.
Denn es gibt weißgott wichtigeres im Leben als Steine.

 :prostbier:
Mettmann
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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #28 am: November 20, 2009, 00:52:04 Vormittag »
auch der NWA 5476, von dem ich die Hauptmasse habe, hat bislang nur eine provisorische NWA-Nummer erhalten. Warum eigentlich kann man den nicht wissenschaftlich erwähnen, und wie lange dauert es, bis sich daran etwas ändert?

Dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Das NWA Bonanza hat uns Sammelrn zwar Meteorite zu einem Preis beschert, von dem man in der Prä-NWA Zeit nur hätte träumen können aber die klassifizierenden Institute sind nun mal total überlastet mit dieser "Schwemme". Und wenn's dann "nur" ein "ordinary chondrite" oder ein recht "normaler" Eukrit ist, dann widmen sich die Profis erst einmal den aussergewöhnlichen Meteoriten.

2. Schau' Dir nur mal die Bilder zum NWA 5476 im Met. Bull. genau an! Fällt Dir etwas auf? Bild #1 vor allem? So etwas verlängert natürlich zusätzlich die Zeit, bis er endgültig und offiziell klassifiziert ist.

3. Kein Wissenschaftler von Rang und Namen erklärt einen Meteoriten für offiziell klassifiziert (Ausnahmen bestätigen die Regel!), solange nicht absolut sicher ist, worum es sich handelt. Stell' Dir nur mal vor, Prof. Bischoff hätte wissenschaftlich publik gemacht, daß es in meinem 3346 organische Komponenten gibt (=> Motoröl!), er hätte seinen wissenschaftlichen Ruf gefährdet!

Was die Dauer der Klassifizierung betrifft, so kann es, glaube ich, mehrere Jahre dauern, bis ein Met. endgültig klassifiziert ist und offiziell im Met.Bull. erscheint!

So, das war's

Meinereiner,

Bernd  :winke:

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Re: Eure schrecklichsten Met-Erlebnisse
« Antwort #29 am: November 20, 2009, 01:48:55 Vormittag »
Im wesentlich dauert es so lange, weil der Meteoritical Bulletin nur einmal jährlich erscheint.

Die Deadline, müßt ich nachsehen, ist glaub ich immer im Herbst und im nächsten Frühjahr erscheint dann der Bulletin.
D.h. wenn man die Deadline knapp verpaßt, wartet man anderthalb Jahre, bis eine Nummer dann im Bulletin offiziell gemacht worden ist.

Vor Jahren stand im Raum, den Bulletin wegen der hohen Zahl an Wüstenmeteoriten zweimal im Jahr herauszugeben,
das hat sich dann aber wieder verlaufen.

Technisch läuft das so ab, daß die Klassifikateure ihre Ergebnisse und Kenndaten mit dem Typvorschlag beim Nomenklatur-Komittee der Meteoritical Society einreichen, ausgefallenere Meteoriten als die gewöhnlichen Chondrite, da schreiben die Klassifikateure in der Regel noch einen etwas ausführlicheren deskriptiven Text dazu, den "separate entry".
Und das wird dann abgenickt im NomCom, um im nächsten Bulletin veröffentlicht zu werden.

Das ist in der Regel eine reine Formalität, wenn nicht gerade bedenklicher Unfug in den eingereichten Daten steht oder wenns eingereicht wird von Klasssifikateuren, die noch nicht besonders viel Erfahrung mit Klassifikationen gesammelt haben.

Das heißt im Klartext, die Klassifikation der Meteorite ist meistens schon lange vorher abgeschlossen, bevor sie im Bulletin erscheinen, wodurch man dann das "prov." vor der Nummer streichen kann, was eine Formsache ist.

Wennst schaust in die Database, da simmer eigentlich erst bei Nummer 5000, danach ist alles provisorisch,
derweil die Klassifikationen schon für die beginnenden 6000er vielfach schon fertig sind.

Nun, und alles, was seltener als ein äquilibrierter gewöhnlicher Chondrit ist, also auch die Eukrite, werden zumeist relativ schnell klassifiziert, da das einerseits das interessanteste Material ist, andererseits weils trotz der vermeintlichen Wüstenflut, gar nicht soviele sind - wenn man mal so reinschaut in die Database und die Anzahl der NWA-Einträge der Rarlinge auf die 9 Jahre verteilt.  Nehmer mal grad die EUCs her als häufigste Achondritenklasse, da haben wir aus NWA in den 8-9 Jahren grad mal 169 Nummern auf alle Klassifikationslabs der Welt verteilt.


Lange dauert es nur bei absolut kniffligen Fällen
(oder wenn ein schwieriger Met bei einer Uni landet, die damit überfordert ist und auch nicht mit den anderen Klassistellen vernetzt ist).


Zu Bernds Erklärung N°2  - das hat freilich nix mit dem Klassifikationsprozeß zu tun.
Die Bilder in der Database stammen aus der Encyclopedia of Meteorites der IMCA und sind automatisch verlinkt.
D.h. wenn ein Sammler dort einen Zahlendreher oder Schreibfehler bei einer Nummer produziert, dann erscheint das Bild  unter eben dieser falschen Nummer in der Database.


Wie es mit dem Zitieren gehandhabt wird, weiß ich nicht - wahrscheinlich individuell. Den es gibt öfters bereits Papers bevor ein Meteorit im Bulletin erscheint.

Oiso, Du kannst völlig beruhigt sein, was da draufsteht, auch wenn ein "prov." vor der Nummer steht, ist auch drin.
Und bei dem "prov" handelt es sich um eine Formalität.
Nicht bspw. der neue Mars, da haben wir die type und deposit mass Ende Oktober eingereicht, der ist z.B. so bahnbrechend auf seinem Feld, daß der sofort bearbeitet wird und er schon Anfang März auf die Konferenz kommt, dann wohl auch schon mit ersten Papers - obwohl er nach dem Gang der MetSoc, wenn er nicht vorher als Sonderfall schon in die Database implementiert wird, erst im Frühjahr übernächsten Jahres mit dem Erscheinen des Bulletins sein "prov." verlieren wird.

Mußt sehen, die MetSoc ist keine Zertifizierungs- und Anerkennungsanstalt für kommerzielle Zwecke, sondern eine rein wissenschaftliche Veranstaltung, wo eben die Mühlen gelegentlich etwas langsam mahlen.
Echte Nachtteile kann das auch für die Forscher mit sich bringen, wenn sie an bestimmtem Material arbeiten wollen, der Fund oder die Nummer so klein ist, daß das Depositspecimen nicht für alle reicht bzw. wenn besonders viele Einrichtungen daran arbeiten wollen und die Gesamtmasse klein ist - aber erst auf Konferenzen, durch Papers oder schlimmstenfalls dann eben nach anderthalb oder mehr Jahren von dem neuen Fund im Bulletin erfahren,
wenn die Nummer längst schon vollständig verteilt ist.

Darum müssen wir eben mit den wiss. besonders wichtigen, aber gering-tkwigen unserer Entdeckungen zunächst bei den Istituten anfragen, bevor wir es den privaten Sammlern anbieten können.


 :prostbier:
Mettmann

 
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