Autor Thema: Gestein vom Asteroiden Itokawa  (Gelesen 6551 mal)

Offline boborit

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Gestein vom Asteroiden Itokawa
« am: Dezember 29, 2010, 12:53:22 Nachmittag »
Hallo :hut:,
ist schon jemanden etwas über die Gesteinsanlyse der Sonde Hayabusa zu Ohren gekommen? Im Netz kann ich nichts finden...
Vielleicht hat ja der eine oder andere von uns etwas vom Asteroiden (25143) Itokawa in seiner Sammlung :lechz:
Grüße - Michael :winke:
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Plagioklas

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #1 am: Dezember 29, 2010, 14:31:05 Nachmittag »
Man hat ein paar winzigste Partikel im Probenbehälter gefunden. Somit ist die Mission erfolgreich, aber zum Sehen ist das Zeug arg zu klein. Und es dürfte leichter sein, Mondgestein von den USA oder Russland zu bekommen als etwas von diesem Asteroiden.

Offline boborit

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #2 am: Dezember 29, 2010, 14:49:43 Nachmittag »
Soweit ich weiss wurde ca. 1g Material zur Erde gebracht. Ich frag mich nur um was für Material handelt es sich Chondrit H. L. LL. Meso. .... sollte ja vielleicht daraus analisiert werden können :gruebel:
Sollte dieses Gestein dann einen eindeutigen "Fingerabdruck" haben, hat vielleicht meteoritisches Material in unseren Sammlungen nachweislich den Ursprung: Asteroid (25143) Itokawa :wow:
Itokawa ist doch ein Erdbahnkreuzer und somit eine mögliche Quelle von Meteoriten.
Oder bin ich hier auf dem Holzweg :confused:
Eure Meinung interessiert mich :winke: Michael
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Plagioklas

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #3 am: Dezember 29, 2010, 21:28:07 Nachmittag »
1 Gramm? Glaub nicht. Eher ein Mikrogramm.Es sollen nur Staubproben sein, die an der Behälterwand gehaftet hatten.

Offline gsac

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #4 am: Dezember 29, 2010, 23:25:36 Nachmittag »
1 Gramm? Glaub nicht. Eher ein Mikrogramm.Es sollen nur Staubproben sein, die an
der Behälterwand gehaftet hatten.

War wohl tatsächlich nicht mehr - aber ein trotzdem SENSATIONELLES Ergebnis,
bedenkt man mal die Komplexität der gesamten Mission und die Tatsache, daß die
Sonde es trotz all der Widrigkeiten im späteren Verlauf wieder bis "nach Hause"
geschafft hat und punktgenau gelandet ist...

Plagioklas

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #5 am: Dezember 30, 2010, 00:43:16 Vormittag »
Jep, da stimme ich dir zu. Die Mission war spannend von Anfang bis ende (Hab sie die ganze Zeit im Auge behalten). Und das Ergebnis um so schöner.

Offline boborit

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #6 am: Dezember 30, 2010, 12:33:46 Nachmittag »
Na fein,
habt ihr noch einen empfehlenswerten Link zu der Mission?
Wäre super.
Danke und Grüße - Michael :winke:
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Plagioklas

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #7 am: Dezember 30, 2010, 12:43:28 Nachmittag »

Offline Greg

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #8 am: Dezember 30, 2010, 13:57:20 Nachmittag »
Hallo,

dazu fällt mir ein, dass ich ja mal eine Unfrage zu dem Thema gestartet habe.

http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=5057.0

Bei der Umfrage damals lag ich selber daneben, da ich auf ein poröses, chondrenreiches Gestein wie z.B. Saratov oder Bjurböle getippt habe. Es gab dann einen Link, wo es sich nach den Spektralanalysen aber anscheinend um LL6 Material handelt (also metamorph verändertes chondritisches Material).
Für mich habe ich das dann so geschlussfolgert, dass sich das Gestein im Inneren eines chondritischen Mutterkörper bildete, der anschließend durch einen Impakt schwer getroffen wurde. Aus umherfliegenden Überresten tieferliegender Schichten bildete sich dann der Asteroid Itokawa als loser Schutthaufen.

Nun, spätestens seit Almahata Sitta ist klar geworden, dass es in Wirklichkeit nicht alles so modellhaft einfach ist und sich viele verschiedene Materialien in Asteroiden vermischen und zusammengebacken werden können.

Hier ein Link zu Ergebnissen der Probenuntersuchung.
http://www.isas.jaxa.jp/e/topics/2010/1116.shtml
Es scheint sich tatsächlich um Partikel zu handeln, die von Itokawa stammen.

Ich glaube nicht, dass man diese nun einem bestimmten Meteoritentyp zuordnen kann, sondern eher im Sinne von: "Ja, die Regolith-Partikel beinhalten typische, primitive Minerale, wie sie in chondritischen Meteoriten auch vorkommen".
Mal abwarten, was da noch für Ergebnisse präsentiert werden.

Viele Grüße  :hut:
Greg





Offline aknoefel

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #9 am: Dezember 30, 2010, 14:01:30 Nachmittag »
Ich habe mich mal schlau gemacht - hier im Telegrammstil:

1500 Partikel in zwei Probenbehältern
Höchstens 10µm Durchmesser
Hauptsächlich Olivin
Fe/Mg Verhältnis 5x höher als auf der Erde
60 größere Teilchen 10-100µm
Untersuchungen dauern an

Gruß
  André
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Offline karmaka

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #10 am: Dezember 30, 2010, 15:57:54 Nachmittag »
Vor ein paar Tagen wurde ja nun die Finanzierung von Hayabusa 2 beschlossen.
Ziel soll der erdnahe Asteroid 162173 1999JU3 sein.
Es ist ein Apollo Asteroid des Spektraltyps C, Größe: 980 ± 29 m
Start :2014
Ankunft:2018
Rückkehr mit Material (hoffentlich): 2020

Interessant könnte dies hier werden: "Außerdem soll auch diesmal eine Landesonde mit von der Partie sein. Dafür bewirbt sich die ESA mit dem Konzept MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout). Diese etwa 10 bis 15 kg schwere Sonde soll von Hayabusa 2 auf 1999JU3 abgesetzt werden und dann selbstständig den Ort für verschiedene Untersuchungen wechseln können. Mit etwa 3 kg wissenschaftlicher Instrumentierung will man Physik und Chemie des Oberflächenmaterials vor Ort bestimmen. Währenddessen untersucht Hayabusa 2 den Asteroiden spektrometrisch aus der Entfernung, überträgt Bilder und Daten zur Erde und soll schließlich auch zur Probenentnahme auf ihm landen. Die Probe soll dann, wie bei Hayabusa, zur Erde gelangen und hier genauestens untersucht werden. " (http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25122010150852.shtml)

Mal abgesehen von der technischen Meisterleistung, sind die erneut bewilligten 28 Millionen Euro gut angelegt?
Sind die wissenschaftlichen Ergebnisse (z.B im Wesentlichen kontaminationsfreies Material) das Geld wert?
Oder sollte man mit dem Geld besser Meteoriten suchen gehen?
Lassen sich mit so wenig Material überhaupt fundamentale Untersuchungsergebnisse erzielen?
Was meint ihr?

Offline boborit

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #11 am: Dezember 30, 2010, 19:13:59 Nachmittag »
Mal abgesehen von der technischen Meisterleistung, sind die erneut bewilligten 28 Millionen Euro gut angelegt?

Hallo :hut:
also erst einmal  :danke: für die Flut von Daten die ihr hier eingebracht habt!

Ich finde die 28 Millionen sind in anbetracht das wir über Jahre eine spannende Missionen zu "Neuen Welten" mit neuen Bildern begleiten dürfen gut angelegt.
Bedenkt man das 90 Min. Kinounterhaltung mittlerweile locker 100 Millionen verschlingen kosten hier 90 Min. Unterhaltung im Verhältniss wohl nur Cents... :einaugeblinzel:
Oder anders gesagt, es wird anderswo viel mehr Geld zum Fenster rausgeschmissen, veruntreut oder investiert um Krieg zu führen.
Ich freue mich auf die Mission :pro:
Viele Grüße - Michael
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Offline boborit

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #12 am: Dezember 30, 2010, 20:14:18 Nachmittag »
Ein astreines Bild vom Asteroiden Itokawa in 3D :super:
http://www.starobserver.org/ap100619.html
Grüße - michael
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Offline karmaka

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #13 am: Dezember 31, 2010, 16:06:40 Nachmittag »
Hier noch ein neuer Bericht zum Thema:

http://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2010/30dec_samplereturn/

Auf der "2011 Lunar and Planetary Science Conference" in Houston im März
sollen also weitere Analyseergebnisse vorgestellt werden.

Beste Grüße

Martin

Offline boborit

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Re: Gestein vom Asteroiden Itokawa
« Antwort #14 am: Januar 05, 2011, 17:34:27 Nachmittag »
Für alle die, die mit der Materie nicht so vertraut sind (haben ja auch nicht registrierte Gäste hier) ein Link mit Hyperling zur Mission und dem Asteroiden Itokawa:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,478342,00.html
Viele Grüße - Michael :hut:
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