Autor Thema: Meteor mit interstellarem Ursprung?  (Gelesen 1362 mal)

Offline karmaka

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Meteor mit interstellarem Ursprung?
« am: April 17, 2019, 18:46:51 Nachmittag »
Ob wir einen derartigen Fall noch erleben werden?

Discovery of a Meteor of Interstellar Origin (PDF)

Amir Siraj und Abraham Loeb

Department of Astronomy, Harvard University

1.3 S, 147.6 E

08.01.2014
17:05:34 UT

Endhöhe: 18,7 km
Eintrittsgeschwindigkeit: 44,8 km/s

 :nixweiss:

Update (19. April 2022): Der Link zum Entwurf vom 16. April 2019 wurde oben aktualisiert.
Der Admin
« Letzte Änderung: April 19, 2022, 11:43:40 Vormittag von karmaka »

Offline Wunderkammerad

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #1 am: April 17, 2019, 21:16:16 Nachmittag »
Ich subskribiere! Zum Fall sollte allerdings der keimfreie rote Teppich ausgerollt werden.

Offline Hungriger Wolf

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #2 am: April 17, 2019, 22:48:13 Nachmittag »
Wie interstellare Meteoriten wohl aussehen?
 
Besondere enthaltenen chemischen Verbindungen?
https://media.springernature.com/m685/nature-assets/ngeo/journal/v8/n7/images/ngeo2451-f2.jpg :einaugeblinzel:
 
Mit außerirdischen Passagieren, nicht aus unserem Sonnensystem?  :wehe:; :winke: 

Offline hugojun

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #3 am: April 15, 2022, 11:17:19 Vormittag »
Am 20.4.22 wurde ein neuer themengleichen Thread von hugojun mit dem Namen 'interstellares Objekt 2014' hier mit diesem Thread verschmolzen.
Der Admin

__________

https://www.mdr.de/wissen/erster-interstellarer-meteorit-auf-die-erde-gestuertzt-100.html


Das obige Objekt , ein Ereignis aus 2014 , war wohl bis dato ein geheimes Ereignis ist nun der Presse bekannt gegeben worden.

In diesem Zusammenhang werden die beiden interstellaren Objekte Asteroid Oumuamua und Kometen Borisov auch genannt.

Je nach zitierter Quelle hatte das neuerliche (2014)Objekt eine Geschwindigkeit von 200.000 bis 210.000 km/h, entsprechend 55,6 km/s bis 58,3 km/s.

Bei Geschwindigkeiten „vH“  jenseits der (> )  42 km/s spricht man nicht mehr von heliozentrischen Umlaufbahnen sondern von Hyperbolischen

( siehe auch Tabelle 5 „Buchwald „Iron-Meteorites“ Chapter 2 Seite 16), Objekt 570707.Der „normale Asteroid“ oder “Meteoroide „

bewegt sich also mit Geschwindigkeiten< 42 mk/s vH ( pro- und retrograde Umlaufbahnen nicht berücksichtigt).

In der „ Sensations- „ Presse wird gerne von „seltenen“ Ereignissen gesprochen. Persönlich würde ich lieber von „seltenen“ Beobachtungen sprechen.

Die Tabelle 5 ( unten ) stammt von Babadjanov aus dem Jahre 1963.



Könnte/Würde  ein astronomisch – geschulter/e/gebildeter/e Forums-Mitglied dieses  Ereignisse

Sensations-technisch einordnen wollen?

LG und schöne Feiertage
Jürgen
« Letzte Änderung: April 20, 2022, 00:03:37 Vormittag von karmaka »

Offline hugojun

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #4 am: April 15, 2022, 12:02:14 Nachmittag »
...

Discovery of a Meteor of Interstellar Origin
Amir Siraj1 and Abraham Loeb1


https://arxiv.org/pdf/1904.07224.pdf

wollen berechnet haben, dass solch ein Ereignis alle 0,1 Jahre stattfinden könnte, also ca. 1 Ereignis alle 10 Jahre.
Das mach es wahrscheinlich, dass wir schon interstellares Material in unseren Sammlungen haben?

LG
Jürgen

Offline Dirk

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #5 am: April 15, 2022, 12:13:49 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

ein spannendes Thema mit Oumuamua und den interstellaren Konsorten!

Ich habe irgendwo gelesen, das in den gefundenen Meteoriten, ich glaube eher in den Steinen, ca. 1% interstellarer Materie drin stecken soll, vielleicht in der die Chondren umgebenden Matrix.

Ob es einen  (ganzen) Meteoriten gibt, der tatsächlich interstellaren Ursprungs ist?  :nixweiss:  Würde man das an den Isotopen erkennen? Gibt es da schon Kandidaten?

LG
Dirk

Offline hugojun

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #6 am: April 15, 2022, 12:26:00 Nachmittag »
Hallo Dirk,

interstellare Materie ist auf alle Fälle schon in unseren Meteoriten, da einige schwere Elemente

in anderen Sonnen entstanden sein muss, bevor sie zur Meteoriten-Mutter-Körper Bildung zur

Verfügung gestanden hat.

Wie würde man ganze „Kandidaten“ erkenn? Keine Ahnung ich welche Richtung sich z.B. die Sauerstoff-Isotopen Verhältnisse entwickeln müssten.

Wahrscheinlich hat die Wissenschaft schon solche Isotopen-Verhältnisse gemessen, aber deren Deutung in den Kontext der Entstehung des eigenen Sonnensystems gesetzt?

LG
Jürgen

Offline Mettmann

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #7 am: April 15, 2022, 13:12:43 Nachmittag »
Kannitverstan.

Zitat
wollen berechnet haben, dass solch ein Ereignis alle 0,1 Jahre stattfinden könnte

Da schreibens, daß sie die CNEOS-Daten der letzten 10 Jahre angeschaut haben und da war ein einziger dabei, nämlich der im Artikel behandelte.
Ist da die Rechnung nicht etwas schlicht, zu sagen, daß deshalb mindestens einer pro 10 Jahren fällt?

 :gruebel:
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Offline hugojun

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #8 am: April 15, 2022, 13:53:25 Nachmittag »
Kannitverstan.

Zitat
wollen berechnet haben, dass solch ein Ereignis alle 0,1 Jahre stattfinden könnte

Da schreibens, daß sie die CNEOS-Daten der letzten 10 Jahre angeschaut haben und da war ein einziger dabei, nämlich der im Artikel behandelte.
Ist da die Rechnung nicht etwas schlicht, zu sagen, daß deshalb mindestens einer pro 10 Jahren fällt?

 :gruebel:

Genau…

Dies ist der erste Bericht dieser Art , den ich als Nicht-Astronom kenne. Wenn jemand sich tiefer in der Materie auskennt,

würde er vielleicht andere Tabellen (wie die Tabelle 5 oben) anführen können, um die 6 Dekaden, ab 1963 oder vielleicht

 schon davor, beurteilen zu können?

LG

Jürgen

Offline Mettmann

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #9 am: April 15, 2022, 16:17:50 Nachmittag »
..und die Schwäbische Hausfrau rumort, ob es nicht vielleicht gescheiter wär, bevor man einen Kahn für die interstellare Butterfahrt auf dem Pazifik chartert,
die Impaktmodellierer ihre Simulationen auf den Rechnern laufen zu lassen.

Denn bei dem Alienzahn mit dem so ein Tempolith auf den Erdball trifft...ja kann da überhaupt was Handfestes übrigbleiben bei der kinetischen Energie?
Schließlich haben wir ja noch nicht einmal einen kometaren Meteoriten, weil das Zeug aus der Oortschen Wolke schon so zügig daherkommt und so wenig fest ist.

Vielleicht kommen da sogar bei günstiger Parameterwahl ein paar zünftige Airbursts heraus a la LDG oder Tunguska oder - schlafloser nie -, wie bibeltreue Archäologen im Fabfenzi nach Konsultation mit einseitig verglasten Artefakten bei einer nichtmeteoritischen Provinzuni verkünden: Sodom & Gomorrha.

(Uh, und nach den Midterm elections streicht der Congress die Mittel fürs Asteroidenabwehrprogramm, denn gegen die göttliche Zuchtrute solcher interstellarer Brocken ist kein Sünderkraut gewachsen.)

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Offline karmaka

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #10 am: April 19, 2022, 10:57:47 Vormittag »
Der ApJL draft wurde heute am 19. April 2022 noch einmal aktualisiert und ersetzt: Discovery of a Meteor of Interstellar Origin

Das obige Objekt , ein Ereignis aus 2014 , war wohl bis dato ein geheimes Ereignis ist nun der Presse bekannt gegeben worden.

Ganz so "geheim" war es aber wirklich nicht. Siehe unser Thread vom 17. April 2019: Meteor mit interstellarem Ursprung? [Den Link zum ersten draft vom 16. April 2019 habe ich heute aktualisiert, da er sonst nicht mehr verfügbar wäre.]

Das Ganze hat jetzt wohl durch diesen Twitter-Tweet erneut große Wellen geschlagen, weil nun offiziell vom U.S. Department of Defense 'abgesegnet'.

Ich werde die themengleichen Threads in Kürze verschmelzen.
« Letzte Änderung: April 19, 2022, 11:44:17 Vormittag von karmaka »

Offline hugojun

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #11 am: April 19, 2022, 11:45:37 Vormittag »
Hallo Martin ,

danke für den mir nicht bekannten Link von 2019,

dennoch hat es 5 Jahre gedauert.

immerhin sagt die Redaktion von mdr – Wissen :

„1I/‘Oumuamua hieß das erste interstellare Objekt, das 2017 unser Sonnensystem durchquerte“.

Dabei ist wahrscheinlich schon 2014 und vielleicht 1963 ( Tabelle 5 oben ) so etwas auf der Erde eingeschlagen.

Die Auflage/Ausgabe des mdr  ist vom 20. März 2021, das nenne ich schlechte , wenn auch nur populär-wissenschaftliche ,

 Recherche und darum auch meine Eingangs-Bitte/Frage:

„Könnte/Würde ein astronomisch – geschulter/e/gebildeter/e Forums-Mitglied diese Ereignisse Sensations-technisch einordnen wollen?“

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine Liste mit Objekten mit hyperbolischen Geschwindigkeiten gibt aber den

 Eindruck könnte man bekommen , wenn man den Bericht von Amir Siraj1 and Abraham Loeb1 liest!




LG
Jürgen


Offline Mettmann

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #12 am: April 19, 2022, 12:30:48 Nachmittag »
Naja,
Geschwindigkeiten, die groß genug, dem Sonnensystem zu entweichen und die ein Objekt auf eine Hyperbelbahn zwingen,
sagen allein noch nicht viel aus, da sie ja auch bei Kometen aus der Oortschen Wolken gang und gäbe sind.

Guxx hier, eine lange Liste der bislang beobachteten hyperbolischen Kometen:
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_hyperbolic_comets

Man muß schon Teile der Bahn errechnen, um zu sehen, ob ein Körper extrasolar, interstellar sein kann,
was mit einer punktuellen Einzelmessung eines Boliden einigermaßen schwierig sein dürfte.

Second Guxx - für die Formelfüchse:

Ein neuerer Artikel,
der die Verteilung und Merkmale der Bahnparameter für hyperbole interstellare Objekte vs. Kometen ausknobelt und die Häufigkeitswahrscheinlichkeiten
anhand der Exzentrizität und der Perihelpunkte beurteilt.
(Bemerkend, daß rein theoretisch die Bahnen von Oumuamua und Borisov auch wie die der hyperbolischen Kometen von Störungen in der Oortschen Wolke oder gar durch Rausschmiß durch Jupiter erzeugt werden können).

Arika Higuchi, Eiichiro Kokubo: Hyperbolic orbits in the Solar system: interstellar origin or perturbed Oort cloud comets?, 2019.

https://academic.oup.com/mnras/article/492/1/268/5621505

Daher vermute ich, ohne eine Spur von Ahnung zu haben,
daß man zu dem 1963er Boliden nix Gewisses sagen kann.

 :weissefahne:
« Letzte Änderung: April 19, 2022, 13:10:02 Nachmittag von Mettmann »
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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #13 am: April 19, 2022, 14:41:05 Nachmittag »
Na gut,

nach Arika Higuchi und Eiichiro Kokubo haben der Objekttyp ISO bei kleinem „e“ und kleinem „q“

die höhere Wahrscheinlichkeit interstellar zu sein:

“Conversely, hyperbolic objects with small e but large q has a higher likelihood of having

being scattered from the Oort cloud “.

Das Objekt von 1963 (e 1,89; q 0,54) fällt in Fig 3 mit den Objekten U1( Oumuamuae ;1,2 q 0,16 eher interstellar )
 
und Q4 ( 2I/Borisov  e 3,3 q 2 eher oortisch ) auf eine Linie, nur näher an U1.

LG
Jürgen

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Re: Meteor mit interstellarem Ursprung?
« Antwort #14 am: April 27, 2022, 13:47:41 Nachmittag »
Nicht zuletzt sind diese wönzigen Baustein-Schnipselchen praesolar (und damit doch auch interstellar?) - äußerst interessant jedenfalls, aus der heutigen Ausgabe der SZ: https://www.sueddeutsche.de/wissen/dna-nukleobasen-meteoriten-evolution-weltall-1.5573190

 

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