Autor Thema: Meteorite in der Literatur  (Gelesen 3136 mal)

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #90 am: Juli 31, 2019, 20:34:01 nachm. »
Der weise Stagirit, der Wolf vergangner Zeiten,
Der oft, der Meßkunst treu, sich ließ zur Wahrheit leiten,
Doch der auch öfters fehlt, wenn den verwöhnten Geist
Die Metaphysik nur mit leeren Wörtern speist,
Glaubt, daß ein Schwefeldampf, der aus der Erde steiget,
Und Blitz und Donner wirkt, auch die Kometen zeuget.
Voll Eifer kämpft für ihn der Schüler Unverstand,
Fremd in Euklidens Kunst, am Himmel unbekannt.
Doch weit aus unsrer Luft, zu den Planetenkraisen
Führt Tycho den Komet mit siegenden Beweisen.
Nein, er ist etwas mehr, als irdscher Dämpfe Brunst.
Nein, Ordnung, Laufkrais, Zeit hält kein entflammter Dunst.
Vom bunten Nordlicht an, das das Zenith bekränzet,
Bis, wo im tiefen Sumpf ein feuchter Irrwisch glänzet,
Der Drache, der den Brand weit durch die Lüfte schießt,
Sanct Telmo, dessen Schein der Trost des Schiffers ist,
Der helle Balkenstreif, die angeflammten Ballen,
Der schwarzen Wolken Heer, aus dem betäubend Knallen
Auf blendend Licht erschreckt; dieß alles wird bewegt,
So, wie es innrer Trieb und Wind und Schwere regt:
Ganz anders ist der Lauf, den ein Komete zeiget,
Der stets vom Morgen her am Horizonte steiget,
Die Sterne nie verläßt, wo er beym Anfang steht,
Und unterm Horizont zugleich mit ihnen geht,
Und morgen wiederkommt, verrückt zu andern Sternen,
Doch ordentlich verrückt, daß, seine Bahn zu lernen,
Der Himmelskündiger nach wenig Nächten wagt,
Und seinen künftgen Ort, kühn auf die Meßkunst, sagt.
Wodurch wird ein Glut, die durch die Lüte fähret,
So richtig fortgeführt? so lange Zeit genähret?
Wie kömmts, daß ihn zugleich der Erde Hälfte kennt?
Daß Schweden ihn erblickt, wo er in Welschland brennt?
Umsonst, ein falscher Schluß, auf Vorurtheil gegründet,
Hat erst in unsrer Luft Kometen angezündet.
Der Himmel, sagte man, ist unzerstöhrlich, rein,
Und was vergänglich ist, das muß auch irdisch seyn.
Den Irrthum müssen wir der ersten Welt verstatten;
Viel ist uns helles Licht, ihr warens dunkle Schatten;
Ihr Fleiß verdienet Lob, der stets uns nützlich wird,
Lehrt, wenn er Wahrheit fand, und warnet, wenn er irrt.

So geht denn, weitentfernt von unsrer Athmosphäre,
Der leuchtende Komet dort durch des Himmels Leere.
Du, der unendlich mehr, als Menschen sonst gelang,
Ins Innre der Natur mit kühnen Blicken drang,
O Newton! möchte doch, erfüllt von deinen Sätzen,
Mein Lied der Deutschen Geist belehren und ergötzen.
Zwar nicht von Rechnung voll, nicht in Beweisen scharf,
Doch gründlich, wie man es in Versen werden darf.
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #91 am: Juli 31, 2019, 20:35:40 nachm. »
Daß sechzehn Welten stets in unverrückten Kraisen,
Im weiten Himmelsraum, um ihre Sonne reisen;
Daß ein geworfner Stein, der durch die Lüfte dringt,
Im Bogen aufwärts steigt, im Bogen wieder sinkt;
Macht beydes eine Kraft. Es muß mit gleichen Trieben
Die Sonne, der Planet, der Stein die Erde lieben.
Der Schwung von unsrer Hand ist, was den Stein erhebt,
Vom Schöpfer kam der Trieb, der den Planet belebt,
Stets mit dem Zuge kämpft, der ihn zur Sonne senket;
Durch beyde wird der Stern ins runde Gleis gelenket.
Ein ähnliches Gesetz beherrschet den Komet,
Der nur in längrer Bahn auch um die Sonne geht,
Bald näher zu ihr kömmt, als kein Planet sich waget,
Bald hinflieht, wo es nie von ihrem Lichte taget.
Was jeder Erdball braucht vom Feuer und vom Licht,
Schickt ihm die Sonne zu, und mehr vertrüg er nicht.
Zu heiß wär es für uns dort, wo die Venus gehet,
Zu kalt in jenem Raum, wo Mars sich einsam drehet;
Ob gleich, wie Lybien nebst Grönland Menschen sieht,
Auch Wesen eigner Art, so Mars als Venus zieht.
Was aber würde wohl dort im Komet gebohren?
Ein widriges Gemisch von Lappen und von Mohren,
Ein Volk, das unverletzt, vom Aeußersten der Welt,
Wo Nacht und Kälte wohnt, in heiße Flammen fällt?
Wer ist, der dieses glaubt? Sind da beseelte Wesen:
So ist ihr Wohnplatz nur zu ihrer Quaal erlesen.
Vielleicht hat er vordem, Planeten gleich geziert,
Den ordentlichen Lauf um einen Stern geführt,
Und ietzo muß er erst, aus seiner Bahn gerissen,
Zerstöhrt, in Brand gesetzt, durch unsern Himmel schießen.
Des Sternes wahre Bahn blieb Keplern noch versteckt;
Den Britten hat zuerst ein Newton sie entdeckt;
Noch vor ihm hatte sie ein Deutscher schon gemessen:
Doch Newton wird verehrt, und Dörfel ist vergessen.

Ihr, die ihr stets den Blick nach jenen Höhen werft,
Ihr, den ein Glas das Aug, den Geist die Meßkunst schärft,
Sagt, was Verstand und Sinn sonst mehr an ihm erblicket,
Als einen heißen Ball, der Dämpfe von sich schicket.
Doch scheint uns keine Glut, die dicker Rauch versteckt;
Es ist entlehntes Licht, durch das er sich entdeckt,
Das zeigt sein matter Glanz, der jedem Sterne weichet,
Wenn er an Größe schon den größten Sternen gleichet.
Stark, heiter sehn wir dort die ewgen Sonnen glühn,
Die allerkleinsten selbst, die fast dem Aug entfliehn,
Da er, dem Kraft gebricht, nur mit der Menge streitet,
Und weit um sich herum den lichten Nebel breitet.
Mich dünkt, er zeige mir des Dichters wahres Bild,
Der manches Alphabeth mit leeren Reimen füllt;
Die Zeit, die nach uns kömmt, weiß kaum, daß er gewesen,
Doch Hallern wird man stets mit Hagedornen lesen.
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #92 am: Juli 31, 2019, 20:38:07 nachm. »
den hellen Wölkchen gleich, zeigt sich des Hauptes Schein,
Und einen dichtern Glanz schließt er im Mittel ein:
Doch nicht, wie ein Planet, den man stets rund erblicket;
Nein, höckricht, ungleich, rauh, ja öfters gar zerstücket.
Was zeigt uns dieses an, als einen Ball, der glüht,
Und den durch dicken Dampf kein Sternrohr deutlich sieht?
Was wäre sonst der Schweif, als Rauch, der von ihm eilet,
Und sich im weiten Raum von unsrer Welt zertheilet?
Weswegen wächst er sonst, je näher der Komet
Vom frostigen Saturn zur heißen Sonne geht?
Wie, daß er allemal am furchtbarsten sich zeiget,
Wenn sein erhitztes Haupt weg von der Sonne steiget?

Doch, wer er etwa wohl in reiner Himmelsluft,
Was er nicht hier soll seyn, nur ein entflammter Duft?
Vielleicht sehn wir in ihm in einen Haufen fließen
Nur Dünste, welche sich Planeten einst entrissen.
Zu unsrer Väter Zeit ward dieser Satz beschützt;
Und fällt er wohl so leicht, da ihn ein Hevel stützt?
Da ihn ein Kepler glaubt? der, ohne dessen Lehre
Ein Newton selbst vielleicht nicht ganz ein Newton wäre?
Doch könnte wohl ein Dunst so bey der Sonne seyn?
Wie plötzlich wird sie nicht den leichten Dampf zerstreun,
Da, wo die dichte Glut selbst Schwedens Eisen schmelzte,
Wenn unser Erdball sich ihr so nahe wälzte?

Auch zeugt kein Sonnenstrahl, der sich im Haupte bricht,
Wie Apian geglaubt, des Schweifes blasses Licht.
Hat er daran gefehlt, so hat er auch entdecket,
Daß von der Sonne stets der Schweif sich abwärts strecket.
Und der ist wenigstens noch keines Tadels werth,
Der uns, so oft er irrt, auch neue Wahrheit lehrt.
Wie aber, könnte man wohl da ein Licht erblicken,
Wo keine Körper sind, die es zur Erde schicken?
Füllt, ihr, die Newtons Schluß nicht überführen kann,
Den weiten Himmelsraum mit zartem Aether an;
Doch sollt er uns so stark das Licht zurücke senden,
So würd ein steter Glanz die Augen uns verblenden.
Wird doch von uns kein Licht in grober Luft gefühlt,
Als wo im Sonnenstrahl ein Haufen Stäubchen spielt,
Wie sollte dorten wohl ein dünner Aether glänzen?
Ein Wesen dichtrer Art strahlt in Kometenschwänzen.
Auch wird deswegen nicht der Körper bald verstäubt,
Weil er so weit, so stark die Dämpfe von sich treibt;
Ein ausgebreitet Heer von leicht- und zarten Theilen
Kann ohne viel Verlust beständig von ihm eilen.
So wie virginisch Kraut, so viel die Pfeife füllt,
Den ganzen Raufbold oft in dicke Wolken hüllt,
Der doch, wenn er darauf von neuem wieder stopfet,
Den unverrauchten Theil noch aus der Höhlung klopfet.
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #93 am: Juli 31, 2019, 20:40:21 nachm. »
Welch Schicksal meynt man wohl, ist einer Welt bestimmt,
Wofern sie ihren Weg durch diese Dünste nimmt?
Gewiß, was ärgers noch, als was Sylvan verspüret,
Wenn ihn ein Unglücksfall in Raufbolds Dampfkrais führet.
Die Ordnung der Natur wird ganz und gar gestöhrt,
Mit Dünsten fremder Art die reine Luft beschwert,
Und wenn sie haufenweis auf den Planeten sinken,
Wird, wie in einer Flut, was Athem holt, ertrinken.
Die Kugel selbsten wird aus ihrer Bahn gerückt,
Wenn eingepflanzter Trieb sie zum Kometen drückt;
Und muß vielleicht, wie er, ins Sonnenfeuer fallen,
Vielleicht kalt, unbewohnt in größrer Ferne wallen.

Hier öffnet sich ein Feld, euch Dichtern, deren Geist
So gern ins weite Reich der Möglichkeiten reist,
Besingt die Wunder nur, die vom Kometen stammen,
Die Flut der ersten Welt, des letzten Tages Flammen,
Was Whiston vorgebracht, was Cluver uns gelehrt,
Und was der kühne Fleiß des muntern Heyn vermehrt.
Wie sollt euch nicht davon ein prächtig Lied gelingen,
Wo alles möglich ist, zum Beyfall nichts kann bringen.
So glaubte denn sonst nicht ohne Grund,
Es thu uns ein Komet den Zorn des Höchsten kund;
Und kann er gleich kein Land durch Krieg und Pest verheeren:
So könnte er wohl vielleicht die ganze Welt zerstöhren.
Wahr ist es, daß wir noch dergleichen nicht gesehn;
Allein, wie folgt der Schluß, drum könnt es nie geschehn?
Ich schelte nicht den Fleiß, der für die Wahrheit kämpfet,
Durch Gründe der Vernunft des Glaubens Feinde dämpfet,
Und zeigt, ihr kühner Spott seh als unmöglich an,
Was leicht durch die Natur der Schöpfer wirken kann.
Doch glaub ich dieses auch; der Erden Ziel zu kürzen,
Darf nicht die Vorsicht erst Kometen auf uns stürzen.
Denn wäre der Komet, der uns verderben soll,
Zuvor auch eine Welt, von Sünd und Menschen voll,
Und hätt ihn ein Komet aus dieser Bahn verdrungen:
So frag ich weiter fort, wo dieser her entsprungen?
Und endlich komm ich doch auf einer Erden Brand,
Der von was anders her, als vom Komet, entstand.
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #94 am: Juli 31, 2019, 20:42:51 nachm. »
Und viele sind gewiß bestimmt zu andern Zwecken,
Die friedlich ihren Schweif in unsern Kraisen strecken.
Das Feuer, das der Ball der Sonne stets verliert,
Wird ihr durch sie vielleicht von neuem zugeführt,
Vielleicht, daß sie den Dampf durch unsern Himmel streuen,
Auf allen Kugeln stets die Säfte zu verneuen.
In feste Körper wird viel Feuchtigkeit verkehrt,
Wofern uns die Natur recht, wie sie wirkt, belehrt.
So sehn wir festen Schlamm in faulem Wasser gehen,
So sehn wir hartes Holz aus Wasser meist entstehen,
Vielleicht daß ein Komet, wenn er zu uns sich senkt,
Mit frischer Feuchtigkeit die trocknen Welten tränkt.
So zweifelt Newton hier, und darf man es ietzt wagen,
Wo Newton zweifelnd spricht, was sichres schon zu sagen?
Denn Himmel und Natur schleußt nach und nach sich auf,
Nur wenig kennen wir von der Kometen Lauf,
Und ihren wahren Zweck, wohin sie sich entfernen,
Wie lang ihr Umlauf währt, das mag die Nachwelt lernen.



Fertig ist die Ode.
 :prostbier:
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #95 am: Juli 31, 2019, 20:47:18 nachm. »
Hups, und noch Kästners Fußnoten zu dem Gedichte:

Fußnoten
1 Aristoteles hielt die Kometen für Meteore, wie andere Luftzeichen. Der Grund dieser Meynung war offenbar die Voraussetzung, im Himmel sey Alles unveränderlich. Die Kometen schienen veränderlich zu seyn, also konnte man sie nicht in den Himmel setzen. Diese Voraussetzung war also ein heydnischer Wahn, daß der sichtbare Himmel göttlich wäre. Und diesen Wahn vertheidigten doch die christlichen Aristoteliker. So wenig zusammenhängend haben oft Diejenigen gedacht, welche verlangten, man sollte Sätze, die unser ewiges Wohl entscheiden, auf ihr Ansehen glauben. Tycho zeigte zuerst gegen Viele, die Kometen müßten über den Mond erhoben seyn; es geschah auf Veranlassung eines Kometen 1577. Tychon de Brahe de mundi aetherei recentioribus phaenomenis. Liber II. 1610.

2 Eine Flamme, die sich auf den Masten und Segelstangen der Schiffe zeigt. Die Schiffer nehmen sie als ein Zeichen an, daß der Sturm sich bald legen werde. S. des P. Tachard Reise nach Siam, 1.B 36. S.

3 Georg Samuel Dörfel, welcher als Superintendent zu Weida gestorben, hat, als Diaconus zu Plauen, eine: Astronomische Betrachtung des großen Kometen 1680; 1681; herausgegeben, wo er die Bahn dieses Kometen parabolisch angenommen und in einer Zeichnung vorgestellt hat. Ich habe von diesem Manne Nachrichten gesammelt, die sich in den Schriften der Leipziger Gesellschaft der freyen Künste, Theil III, Seite 252 (Leipz. 1756), befinden. Newton's Principia. sind erst 1687 herausgekommen. Beyde sind durch unterschiedene Betrachtungen auf diese Figur der Kometenbahnen geleitet worden. Dörfel durch seine, obgleich grobe Beobachtungen; Newton durch die Analogie, da er gesehen, ein Planet, der uns nur selten und kurze Zeit sichtbar seyn soll, müsse eine sehr lange Ellipse beschreiben, und von dieser lasse sich der Theil, in dem wir ihn sehen, beynahe für eine Parabel annehmen. Hr. Kies hat auch Dörfel's Andenken Gerechtigkeit widerfahren lassen. Hist. de l'Academie Roy. de Prusse. Année 1745. p. 47.

4 Zu Deutsch Bienewitz, aus Leisnig in Meissen gebürtig, einer der berühmtesten Mathematikverständigen des 16. Jahrhunderts, der auch bey Kaiser Carl V. in großen Gnaden gestanden.

5 Dethlev Cluver hat Whiston's Gedanken in einer Schrift vorgetragen, die den Titel führt: Geologia, oder natürliche Wissenschaft von Erschaffung und Bereitung der Erdkugel etc. Hamb. 1703.
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #96 am: Juli 31, 2019, 22:19:41 nachm. »
*stöhn* Hast Du hoffentlich nicht wie beim Paracelsus alles abtipsen müssen.

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #97 am: Juli 31, 2019, 22:27:57 nachm. »
Nur ex negativo, aber immerhin auch sehr hübsch - Don DeLillo über die Hauptfigur in seinem Roman 'Omega Punkt' (Point Omega):

„Es geht Elster um etwas Abstrakteres als eine Zerstörung durch Mikroben, Flutwellen oder Meteoriten […] Es geht ihm um die Erschöpfung des menschlichen Bewusstseins, um dessen endgültige Auslöschung in eher mystischer Hinsicht, um die Vision, dass die Zeit selbst an ihr Ende gelangt.“

Offline ironsforever

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #98 am: Juli 31, 2019, 23:01:31 nachm. »
Hallo Forum,

au wei, das da oben ist wahrlich starker Tobak. Ich bin - zugegebenermaßen - zwischendrin ausgestiegen ob der mich doch in Teilen etwas überfordernden Lyrik. :weissefahne:

Deshalb ein kleiner Exkurs in die Comic-Literatur: Donald Duck beschäftigte sich bereits im Jahre 1947 mit Meteoriten. Allerdings in einem recht fragwürdigen Zusammenhang. Seine Gedanken zum Bau der Entenhausener Atombombe wurden in Anbetracht des damals noch recht präsenten Falls der Hiroschima-Bombe von Disney dann doch nicht veröffentlicht. Erst im Jahr 1995 wurde das Giftpapier aus den Tresoren geholt:

"Man nehme zwei Unzen gekörnte Meteoritensubstanz, zwei Eßlöffel Sternenstaub" und die "Energie eines Kugelblitzes", und schon - "Spit", "Blubber", "Blubb" - ist Donald Ducks Atombombe einsatzbereit.

https://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-9259078.html

Aus heutiger Sicht nicht wirklich komisch.

Gruß
Andi

Es ist sehr einfach, prinzipiell gegen jede Norm zu sein. Das wirklich Geniale ist hingegen nicht so einfach, wie manch Einfacher denkt.  :einaugeblinzel: (Bekannt)

Offline Mettmann

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #99 am: Juli 31, 2019, 23:57:18 nachm. »
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Offline Wunderkammerad

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #100 am: August 01, 2019, 00:59:23 vorm. »
Gawrsh

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #101 am: August 01, 2019, 01:31:33 vorm. »
Einmal Perry Rhodan darf / soll /muss sein - aus Perrypedia, Meteoritenraumschiff:

"Das Meteoritenraumschiff von Asporc wurde etwa 46.566 v. Chr. im Paramag-Alpha-System als eines von insgesamt neun Raumschiffen gebaut. Grund dafür waren die Erkundungsergebnisse des Forschungsschiffes PARGAT, dass etwa 100 Jahre vorher mit den Angaben über einen weiteren, PEW-Metall-haltigen Planeten zurückgekehrt war. Der besagte Planet war der solare Zeut, und die lemurische Zivilisation stellte nach Ansicht der Paramags eine mögliche Bedrohung dar. Die Paramags beanspruchten alle PEW-Vorkommen für sich und würden dafür auch Krieg führen. Daher wurde ein geeignetes Trümmerstück des ehemaligen Planeten Pordypor zu diesem Raumschiff umgerüstet, mit dem der neue PEW-Planet erobert werden sollte. Durch einen Transmitterunfall gelangten der Haluter Icho Tolot, der Mausbiber Gucky sowie die terranischen Altmutanten in die Vergangenheit und konnten die Startvorbereitungen des Meteoritenraumschiffes verfolgen. Um die drohende Invasion des Solsystems durch die Paramags zu verhindern, wurde die Steuerung des Meteoriten durch Icho Tolot und Gucky umprogrammiert. Durch die neue Programmierung wurde das Meteoritenraumschiff nach Erreichen des Zielsystem in eine weitere Transition gezwungen, die mit dem Absturz auf den Planeten Asporc endete.

Dort verblieb das Raumschiff bis zum März des Jahres 3444. Die Paramag-Besatzung verblieb entweder in den inneren Räumlichkeiten des Meteoriten oder überdauerte die Zeit in entstofflichter Form im Zustand der Paratransdeformation. Ein möglicher Hinweis auf die Besatzung wurde in Form der Stadt im Lavameer gefunden. Tief im Inneren des Meteoriten, und mehrere Kilometer unter der eigentlichen Planetenoberfläche, wurde durch eine terranische Expedition eine Ruinenstadt an einem Lavastrom gefunden, die in der Nähe einer heiligen Stätte der Asporcos lag.

Als die Absturzstelle des Meteoritenraumschiffes Mitte März des Jahres 3444 durch die Terraner auf Asporc entdeckt worden war, steckte es tief in der Kruste des Planeten fest. Im Zentrum eines Kontinentes erhob sich ein 300 Kilometer durchmessendes, hufeisenförmiges Gebirge von bis zu 20 Kilometern Höhe, das möglicherweise durch den Aufprall des Meteoritenschiffes aufgetürmt worden war. Der Meteorit steckte in einem steilen Winkel in der Planetenkruste und überragte die Oberfläche am höchsten Punkt um 70 Kilometer. Etwa zwei Drittel der Gesamtmasse war in den Planeten eingedrungen.

Das PEW-Metall übte in der Folge eine außerordentliche Wirkung auf die Asporcos aus. Sie bauten in Bergwerken das PEW-Metall aus dem Meteoriten ab und benutzen das »Himmelsmetall«, wie sie es nannten, um Kopfspangen zu fertigen. Diese Spangen aus PEW-Metall förderten die geistige Entwicklung der Asporcos und kehrten sogar die Wirkung der Verdummungsstrahlung während der Schwarmkrise um.

Später wurde das Schiff durch die im PEW-Metall entstandene Paradox-Intelligenz, sowie der vorherigen Aktivitäten der Altmutanten aktiviert und kehrte in das Trümmersystem der Paramags zurück. Am 14. Juni 3444 hob sich der Meteorit mithilfe von Antigravfeldern und Strahltriebwerken und löste sich aus der Planetenkruste. Die folgende planetare Katastrophe kostete viele Asporcos das Leben und verwüstete die Umgebung des Startplatzes völlig. Erdbeben, Flutwellen, Kontintalverschiebungen und Stürme umliefen den gesamten Planeten. Das Meteoritenraumschiff selbst hatte den Aufprall und die Zeit in der Planetenkruste fast unbeschadet überstanden. Es wurde vermutet, dass der in das flüssige Magma reichende Teil durch Kraftfelder vor der Zerstörung bewahrt worden war.

Die ehemalige Besatzung war nicht mehr in der Lage, die Steuerung des Meteoritenraumschiffes zu übernehmen. Auch die Erinnerung über den eigentlichen Auftrag des Fluges war verloren gegangen. Aufgrund des bekannten Alters des Meteoriteraumschiffes und seines Kurses, der direkt in Richtung des ehemaligen Sonnensechseckes führte, gingen Perry Rhodan und Atlan zeitweilig von falschen Zusammenhängen aus. Ihre Vermutung war, dass sich das Meteoritenraumschiff über den Sonnentransmitter nach Andromeda absetzen wollte.

Die ursprünglichen Besatzungsmitglieder wurden von den Bewohnern des Trümmersystems als so genannte Zeitgeschädigte bezeichnet und vor dem Einflug in das Trümmersystem überwältigt. Dazu enterten sie mithilfe eines PEW-Bezugstransdeformators den Meteoriten auf eine Entfernung von einer Lichtwoche. Die Paramags des Heimatsystems übernahmen die Steuerung des Meteoriten für den Endanflug und dockten das Meteoritenraumschiff in der ursprünglichen Position an das bestehende PEW-Schienennetz an.

Das Meteoritenraumschiff von Asporc war möglicherweise eines von insgesamt neun Raumschiffen dieser Art."

"Zeitgeschädigte", ach ja ...

Und Gucky, der Mausbiber, sehr fein. Könnte sich auch die Kazz für interessieren. Und zack, Mutantenkorps führerlos.

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #102 am: August 02, 2019, 01:37:32 vorm. »
„In den frühen Morgenstunden des 30. Juni 1908 konnten Zehntausende von Bewohnern Mittelsibiriens eine außergewöhnliche Naturerscheinung beobachten. Am Himmel stieg eine blendendweiße Kugel auf, die sich mit rasender Geschwindigkeit von Südosten nach Nordwesten bewegte. Sie überflog das Jenesseier Gouvernement - eine Strecke von mehr als 500 Kilometern - und brachte unter ihrer Bahn den Erdboden zum Beben, die Fensterscheiben zum Klirren; der Putz fiel von den Wänden, die Mauern bekamen Risse [...] Man hielt das Ende der Welt für gekommen. Kurze Zeit nach dem Verschwinden des glühenden Balles erhob sich hinter dem Horizont eine riesige Feuersäule. Und im Umkreis von 750 Kilometern waren Detonationen zu hören. In allen meteorologischen Stationen Europas und Amerikas registrierten die Seismographen die Erschütterungen der Erdrinde."

Beginn von Stanislaw Lems Roman 'Die Astronauten' (1951).

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #103 am: August 05, 2019, 15:50:01 nachm. »
...und so ein Meteoriteneinschlag, der geht selten gut aus.
Wie wir aus der oft verfilmten Gute-Nacht-Geschichte des Gruselalttitanen H.P.Lovecraft lernen,
die zur Gänze hier zu lesen ist: The Colour out of Space von 1927:

https://ebooks.adelaide.edu.au/l/lovecraft/hp/colour/

oweh....
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

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Re: Meteorite in der Literatur
« Antwort #104 am: August 07, 2019, 16:49:58 nachm. »
Meteorsteine sind an mehreren Orten gefunden worden, und auch sie gelten als Erinnerungszeichen von Thor.
Obgleich sie nicht immer besonders groß sind, so haben sie doch an sich eine solche Schwere,
daß in manchen Fällen ein Einzelner sie nicht zu heben vermag.
Dergleichen Steine soll Thor wie Spielbälle gehandhabt haben.
Von dem, bei Linneryd, im småländischen Kungadistrikt, gefundenen Meteorstein geht folgende Sage.

Als Thor mit seinem Diener einst hier vorbeiging, begegnete er einem Riesen, den er fragte,
wohin er wolle. "Nach Walhalla, um mit Thor zu streiten, weil er durch seinen Blitz
mein Viehhaus angezündet hat," gab der Riese zur Antwort.
"Es ist nicht der Mühe werth, daß Du Dich mit ihm missest," versetzte Thor; "ich traue Dir nicht einmal
so viel Stärke zu, um diesen kleinen Stein auf den großen da zu heben."
Den Riesen verdroß diese Aeußerung und er packte den Stein mit seiner ganzen Kraft,
vermochte ihn aber nicht vom Boden aufzuheben: eine solche Schwere hatte Thor dem Steine beigelegt. 
Da versuchte es Thors Diener und dieser hob den Stein mit einer Leichtigkeit,
als wäre es sein Fausthandschuh gewesen.
Jetzt schlug der Riese auf Thor dermaßen ein, daß er in die Knie sank;
aber sofort erschlug ihn der Gott mit dem Hammer.
Der Riese soll in dem daneben befindlichen großen Steinhaufen begraben sein.


Aus Arv. Aug. Afzelius: Volksagen und Volkslieder aus Schwedens älterer und neuerer Zeit, 1842
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

 

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