Autor Thema: Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)  (Gelesen 1054 mal)

Offline Flo

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Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)
« am: August 14, 2021, 14:37:09 Nachmittag »
Hallo Leute!

Diese Woche war ich mal wieder zu Besuch in Nördlingen, u.a. auch im Rieskratermuseum.
An der Kasse konnte man u.a. Shatter Cones kaufen...

Allerdings würden mich noch ein paar Dinge zu dieser Erscheinung interessieren:

1. Wo im Ries bzw. Steinheimer Becken wären denn solche Strahlenkalke zu finden? Liegen sie auf freiem Feld oder muss man sie erst aus dem Gestein schlagen, graben, tiefbohren, ...? Sind sie eher am Rand oder in der Mitte zu finden? Also kurz: Wo und wie würdet ihr bei einem Krater danach suchen?
2. Sind die Strahlen erst sichtbar, wenn man den Stein (z.B. Jurakalk) frisch aufschlägt? In welcher Richtung (mit der Sedimentschichtung /senkrecht zur Schichtung) schlägt man das Gestein am besten auf, damit sie gut zu Tage treten und nicht zerstört werden?
3. Die mechanische Beanspruchung beim Aufschlagen mit dem Hammer lässt ja auch strahlenähnliche Brüche entstehen. Wie kann man diese von echten Shatter Cones unterscheiden?

Sicherlich kann mich hier der ein oder andere Experte unter euch erleuchten...  :fluester:

Flo


Offline Gibeon2010

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Re: Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)
« Antwort #1 am: August 14, 2021, 16:24:50 Nachmittag »
Hallo Flo,

zu 1.: Ich habe mal welche am südöstlichen Kraterrand vom Steinheimer Becken gefunden. Die lagen da auf einem frisch gepflügten Feld einfach rum.
Viele Grüße
Jens

Offline Thin Section

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Re: Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)
« Antwort #2 am: August 14, 2021, 18:58:06 Nachmittag »
Hallo Flo,

Strahlenkalke (shattercones, shatter cones) werden und wurden vor allem im Steinheimer Becken gefunden,
so z.B. auf den Feldern östlich von Sontheim und am Klosterberg, der die zentrale Erhebung des Steinhelmer
Beckens bildet.

Bernd  :winke:
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Offline Flo

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Re: Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)
« Antwort #3 am: August 14, 2021, 20:43:40 Nachmittag »
Hallo ihr zwei!

Waren die gleich als solche erkennbar, oder musstet ihr sie spalten? Ich nehme mal an, dass auch shatter cones verwittern und dann äußerlich nicht mehr als solche erkennbar sind...?

Offline Gibeon2010

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Re: Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)
« Antwort #4 am: August 14, 2021, 22:13:25 Nachmittag »
Also bei mir waren alle Funde als solche zu erkennen. Es musste nichts zerschlagen oder gespalten werden, nur gründlich gereinigt.
Viele Grüße
Jens

Offline Thin Section

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Re: Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)
« Antwort #5 am: August 14, 2021, 23:25:58 Nachmittag »
Also bei mir waren alle Funde als solche zu erkennen. Es musste nichts zerschlagen oder gespalten werden, nur gründlich gereinigt.

Dito!

Bernd  :winke:
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Offline Suevit

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Re: Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)
« Antwort #6 am: August 15, 2021, 14:43:29 Nachmittag »
Hallo Flo,

shatter cones im Ries und im Steinheimer Becken sammelt man einfach ein. Es muss nichts ergraben oder aufgeschlagen werden. Da die Kegelflächen bereits Bruchflächen im Gestein sind bricht es entlang dieser Flächen natürlicherweise auseinander und liegt so da. Manche der Kalke sind etwas mergelig, so dass man beim Reinigen durch zu festes Bürsten die Feinstrukturen verwischen kann, hier also sanft zu Werke gehen. Solche Stücke überleben die Verwitterung im Freien aber auch nicht allzu lange. Hartnäckige Flechten und Moose auf Lesefunden lassen sich sehr gut nach kurzer Einwirkung basischer WC-Reiniger (mein Favorit: "Drano Powergel", nur 5 Minuten einwirken lassen) wegbürsten.
Shatter cones lassen sich von normalen, künstlichen oder natürlichen Bruchmarken dadurch unterscheiden, dass sie 1. vergleichsweise dünn liniert sind (normale Brüche sehen eher aus wie breit berippte Muschelschalen) und 2. sich immer wieder in gerader Linie von der Kegelspitze weg weisend verzweigen.
Du kannst dir einige Bilder verschiedener shatter cones im Internet ansehen, es ist immer das gleiche Schema.

Zu möglichen Fundstellen wurde bereits alles mir auch bekannte gesagt. Im Steinheimer Becken gab es vor etlichen Jahren mal an der B466 eine Baumaßnahme, die reichlich shatter cones in einem sehr kleinen Bereich zu Tage gefördert hat. Das ist mittlerweile aber alles völlig verschüttet und zugewachsen. Nördlich des Kraters auf der Albhochfläche habe ich einige wenige kleine cone-Fragmente in Brocken von Auswurfbrekzie auf Feldern finden können.

Grüße,
Rainer

Offline Flo

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Re: Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)
« Antwort #7 am: August 18, 2021, 16:12:12 Nachmittag »
Also Danke erstmal für diese aufschlussreichen Einschätzungen!

Ich nehme aber mal an, dass beileibe nicht jeder Brocken Massenkalk, den man vor Ort aufhebt shatter cones beinhaltet!?
Wie ist denn da eure Erfahrung?

Offline Caipi.Eagle

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Re: Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)
« Antwort #8 am: August 18, 2021, 21:11:46 Nachmittag »
Nein, die überwiegende Masse der Kalkbrocken hat keine Strahlenkegel. Und wenn von außen nichts in Richtung Strahlenkegel sichtbar ist, wird sich auch im Inneren nichts dergleichen finden.

Offline chief-impactor

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Re: Fragen zu Shatter Cones (Strahlenkalken)
« Antwort #9 am: August 19, 2021, 21:45:33 Nachmittag »
zum richtigen zeitpunkt , am richtigen ort...
ca 20kg in 15 min...
ein guter teil hat 2019 den weg in den nachbar krater gefunden ;-)

gruss olaf

 

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