Autor Thema: Die neuen Fälle aus Argentinien, Indien und Kanada – kaufen oder nicht kaufen?  (Gelesen 10048 mal)

Offline MarkV

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Re: Die neuen Fälle aus Argentinien, Indien und Kanada – kaufen oder nicht kaufen?
« Antwort #60 am: Januar 05, 2009, 20:56:28 nachm. »
Hallo,
was sich hoffentlich auch im Preis niederschlagen wird, ist, dass der Aufwand, einen Meteoriten von dem kanadischen Fall zu finden, sehr gering ist. Ich schätze mal, dass man dort im Streufeld sicherlich 500g Meteorite pro Tag finden kann:

"Using the abundance of meteorites on the pond where U of C grad student Ellen Milley found the first fragments on November 27, Hildebrand calculated that about 2,000 meteorites of more than 10 grams in size occur per square kilometer in the northern part of the strewn field, and probably more than 10,000 meteorites of this size are on the ground altogether."

Also, wenn man 8 Stunden sucht und 500g findet, dann wäre das bei einem Preis von $25/g ein Stundenlohn von $1562. Find ich etwas hoch gegriffen. Bei anderen Fällen muss 100 Stunden gesucht werden und man findet vielleicht 50g. Da hab ich dann volles Verständnis, dass diese Fälle deutlich teurer sind. Der Suchaufwand ist bei dem Lone Rock Meteoriten wohl sogar noch wesentlich geringer als bei Chergach.

Letztendlich kommt es aber darauf an, wie viel Material auf dem Markt ausserhalb Kanadas verfügbar sein wird.

Grüsse,
Mark

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Offline gsac

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Re: Die neuen Fälle aus Argentinien, Indien und Kanada – kaufen oder nicht kaufen?
« Antwort #61 am: Januar 05, 2009, 21:09:34 nachm. »
Wobei es ja auch echte Auswüchse gibt vom Preis her, siehe z. B. den Cali-Fall, wo der
Preis dann allerdings vom Händler auch mit diversen Beschaffungskosten (mehrfache
Reisen etc etc etc, das ganze Programm...) begründet wird. Oder dieser chinesische
Fall (Xunhua? Hab gerade nicht die Details parat...), der ja von einer auf der US-Liste
auftretenden Distributorin nicht gerade sonderlich "preisgünstig" angeboten wird.

Wie auch immer - wer sich als Sammler auf "frische Fälle" spezialisiert hat, wird, ja muß
sogar, ob er/sie will oder nicht, (fast) jeden Preis zahlen, um an das Material seiner/ihrer
schlaflosen Nächte zu kommen. So ist es halt, man kann sich da ja auch jederzeit heraus-
halten und muß das nicht verteufeln. Nicht jeder Käseliebhaber mag Frischkäse, nicht jeder
Sammler muß unbedingt jeden neuen Stein sofort und auf der Stelle haben. Der Sammler
frischer Fälle muß aber einer zwingenderen Logik folgen. PS: ich gehöre jottseidank nicht
zu dieser Spezies.

Und Mettmann hat schon recht - auch vor, sogar auch schon sehr lange vor dem NWA-Rush,
waren Meteorite .. "teuer". Die hatten immer ihren Preis, auch wenn z. B. (namentlich schon
immer) relativ seltenes Material damals vielleicht noch leichter aus Museen oder von anderen
Institutionen her wegzueisen war per Kauf oder Tausch als heute. Die Altsammler unter uns
mögen von dieser Situation mehr profitiert haben als es der Sammler kann, der erst wenige
Jahre, oder sagen wir mal seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahre im Hobby unterwegs ist.
Der kann/konnte halt vom NWA-Rush und einem allgemeinen Preistal profitieren, das wir gerade
durchschreiten, aber wo es durchaus auch schon wieder Tendenzen nach oben zu geben scheint.

Klar gibt es auch Ausnahmen von der Regel. Ein Howardit wie Kapoeta mag mal "preisgünstig"
gewesen sein. Ich kann mich aber an Zeiten erinnern, wo so gut wie kein AHOW erhältlich war
und da ging der bis zu 2.000$/g im Preis nach oben! Ist jetzt immer noch im oberen Preissegment,
aber schon wieder wesentlich günstiger erhältlich. Ausnahmen bestätigen indes nur die Regel,
und für den einzelnen Stein oder eine ganz seltene Klasse (..nur als Beispiel mal die Lodranite..)
ist es auch immer eine Frage der momentanen Verfügbarkeit.

Was diese allerneuesten Fälle, Hosur, Buzzee Coulee aka Lone Rock und wie sie alle heißen
mögen, angeht, so verweise ich noch mal auf meine Postings weiter oben und würde mich da
eher in Geduld üben. Nein, es wird bestimmt nicht auf das Niveau von Chergach & Consorten
preislich runtergehen, aber es wird "bezahlbar" sein, wenn erst genügend Material frei "am
Markt" verfügbar ist (PS: ich meine jetzt vor allem den kanadischen Fall - indisches Material
war schon immer schwer verfügbar aus bekannten Gründen). Dann, aber auch erst dann,
schneide ich mir, was also den Kanadier angeht, für meine Sammlung ein Scheibchen ab oder
lege einen möglichst schwarzen Stein neben seine himmlischen Brüder - wenn überhaupt...

PS: ..übrigens soll in Marokko gerade schon wieder ein größerer Schauer niedergegangen sein,
wird von einem der bekannteren maghrebinischen Händler auf der US-Liste propagiert. Das nur
mal am Rande....

:prostbier: Alex
« Letzte Änderung: Januar 05, 2009, 21:45:42 nachm. von gsac »

Offline ganimet

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Re: Die neuen Fälle aus Argentinien, Indien und Kanada – kaufen oder nicht kaufen?
« Antwort #62 am: Januar 05, 2009, 21:21:07 nachm. »
Moin   :user:

Also - der bei ebay eingestellte http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=260339057253&ssPageName=STRK:MEWA:IT&ih=016 nehmen wir mal an der ist echt und der Verkäufer vertaruenswürdig, ist noch nicht einmal für den Mindestpreis verkauft worden.

Warten wir mal ab was die Zeit so bringt  :nixweiss:

Alex - besser als Du es gerade geschrieben hast, kann man es meiner Meinung nicht besser formulieren  :super:

Gruß und bis bald  :winke:

Andreas
Daß alles vergeht;weiß man schon in der JUGEND;
aber wie schnell alles vergeht,erfährt man erst im ALTER.

Thin Section

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Re: Die neuen Fälle aus Argentinien, Indien und Kanada – kaufen oder nicht kaufen?
« Antwort #63 am: Januar 05, 2009, 21:58:01 nachm. »
Also - der bei ebay eingestellte ...ist noch nicht einmal für den Mindestpreis verkauft worden.

1) weil niemand weiß, wer dieser "Anbieter" auf EBay ist (Know Your Dealer!!!)
2) jeder "insider" und wohl auch der "Anbieter" weiß, daß ohne "export permit" garnix geht
3) jeder "insider" weiß, daß der "Anbieter" und auch der "potentielle Käufer" unter Umständen mächtig Ärger bekommt.

Meine Kriterien sind klar:

a) fallfrisches Exemplar (ohne die bereits weiter oben von mir erwähnten Oxydationsspuren)!
b) I know my dealer!
c) Ich wollte ein fallfrisches Exemplar haben und das mit legalem "export permit"!
d) Chergach (H5) und Bassi (H5) ist eine Sache, Lone Rock (H4 oder sogar H3.x + fallfrisch) eine andere!

I am just a Lone(ly) Rock, Lonely and bluuuue ... :lacher:

Bernd

Offline Allende

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Re: Die neuen Fälle aus Argentinien, Indien und Kanada – kaufen oder nicht kaufen?
« Antwort #64 am: Januar 05, 2009, 22:55:56 nachm. »
Seht her ... genau solche Kommentare wollte ich lesen! Dem Alex sei Dank für seine präzisen Argumente, Ingo, Mettmann und  MarkV sei Dank für „immer wieder ein Stück Holz ins Feuer hinein...“ und Thin Section sei Dank für die Erklärung seiner sehr freien „Ethik“.  :super:

An der Menge der Kommentare, der teilweise gereizten Stimmung und an den Wortgefechten ist gut zu erkennen, dass das Thema uns wohl noch weiter beschäftigen wird  :dizzy:

Und jetzt warten wir alle auf den nächsten Steinschauer im Herzen von Europa, in der Schweiz – nein, da ist alles kantonal geregelt = schon wieder Verbote.  :fingerzeig:

Ich grüsse Euch alle recht freundlich
Allende  :hut:

 

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