Autor Thema: kohlige Chondrite  (Gelesen 9116 mal)

H5P6

  • Gast
kohlige Chondrite
« am: Februar 12, 2007, 16:56:28 nachm. »
Hallo, :winke:

eine Frage zu kohligen Chondriten.
Kann es sein,daß nach dem Schneiden von diesem Material sich Bestandteile von der Schnittfläche ablösen?
Das heißt,im nassen Zustand eine schwarze Schmiere und im trockenen Zustand,staubartige schwarze Krümel?
Das würde mich einmal interessieren.

Gruß Jürgen :smile:

Offline MetGold

  • Privater Sponsor
  • Foren-Fossil
  • *****
  • Beiträge: 8470
  • www.meteorite.de
    • Der Meteoritenjäger von Apolda
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #1 am: Februar 12, 2007, 17:34:34 nachm. »
Hallo Jürgen,

warum sollte das passieren. Guck dir doch mal hier im Forum in unserer Meteoritensystematik die Kohligen an, sie unterscheiden sich für einen Uneingeweihten kaum von den anderen Chondriten - auch beim Schneiden. Du mußt nun nicht gerade von den superseltenen CI's ausgehen und jedes Stück Kohle für sowas seltenes halten.

 :winke:  MetGold   :alter:

Ein ereignisreicher Tag ist mehr als namenlose Jahre - (Spruch aus einem chinesischen Kalender)

Offline APE

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1056
  • Spezialist für Meteor- und Meteoritenkunde
    • European Research Center for Fireballs and Meteorites
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #2 am: Februar 12, 2007, 17:37:28 nachm. »
Hallo Jürgen,

wieso interessierste Dich dafür?
Haste schon wieder was verdächtiges gefunden ...   :einaugeblinzel:

Ich sage nein - obwohl ich nicht sehr viel Erfahrungen mit C-Chondriten habe ... meine sind jedenfalls hart wie Stein! Selbst die Moss-Fragmente ...

Der Link führt Dich zu einem Fund von mir, der zwar gediegenes Eisen enthält, aber auch (wahrscheinlich Kohlenstoff) krümeliges, schwarzes Material, was beim Schneiden schmierig war ...

http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=377.0

Könne dann also was von der Eisenverhüttung sein ... schätze ich mal ...   :nixweiss:

Grüße aus Bernau
Thomas
Grau ist alle Theorie ...

H5P6

  • Gast
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #3 am: Februar 13, 2007, 11:12:48 vorm. »
Hallo Peter,hallo Thomas, :winke:

meine Frage bezieht sich auf das Säge-und Handhabungsverhalten von kohlenstoffhaltigen Gestein.
Wenn man die C-Chondrite der Typen 1 und 2 ohne sichtbare Chondrene mit 5 Volumenprozenten an Kohlenstoff in Erwägung zieht,glaube ich auch nicht,daß das Material so wie erlebt instabiel ist.
Ich würde das abgebildete Material eher für eine überthemperierte Tonerdenmasse halten.Nur die Färbung der Anschnittfläche müßte dann eigentlich heller sein.
Weiß der Kuckuck,was das ist.  :gruebel:

Gruß Jürgen :smile:

Offline JaH073

  • Moderator
  • Generaldirektor
  • *****
  • Beiträge: 1798
  • Meteoriten Verkauf unter www.strufe.net
    • HSSH Pirmasens Meteorite
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #4 am: Februar 13, 2007, 12:24:33 nachm. »
Hallo Jürgen,

schick mal das abgeschnittene Scheibchen zu mir, dann schauen wir mal genau drauf.
Ich werd´s vorher auf meiner Maschine polieren, dann wissen wir mehr.

Gruß

Hanno
Es tut mir leid wenn ich deine Erwartungen nicht erfülle, aber meine sind mir wichtiger.

H5P6

  • Gast
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #5 am: Februar 13, 2007, 13:10:31 nachm. »
Hallo Hanno, :winke:

Material - kommt. 

Gruß Jürgen :smile:

Offline APE

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1056
  • Spezialist für Meteor- und Meteoritenkunde
    • European Research Center for Fireballs and Meteorites
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #6 am: Februar 13, 2007, 14:25:00 nachm. »
Hi Jürgen,

sieht irgendwie aus wie Straßenbelag ...  :fluester:

Wie schwer ist der Klumpen den?

Scanne doch mal den Anschnitt oder mach mal ein Foto davon  ...

Wenn wir eine Struktur sehen, dann wissen wir vielleicht mehr.  :nixweiss:

Gruß Thomas
Grau ist alle Theorie ...

H5P6

  • Gast
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #7 am: Februar 13, 2007, 17:19:23 nachm. »
Hallo Thomas, :winke:

auf Straßenbelag bin ich spezialisiert,das ist es glaube ich nicht.  :lacher:
Sollte der Bum mit den Feldsteinkirchen einmal nachlassen,bleibt ja noch der Straßenbau.  :auslachl:
Hier anbei das leider etwas unscharfe Bild vom Endstück.
Gesamtgewicht der Fundmasse ca.600g.

Gruß Jürgen :smile:

Offline pallasit

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1112
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #8 am: Februar 13, 2007, 22:16:08 nachm. »
Hallo Jürgen,

Thomas dürfte richtig liegen mit seiner Vermutung. Bei der Stahlerzeugung werde auch Feuerfeststeine und Feuerfestmassen eingesetzt, die viel Kohlenstoff enthalten.

Es werden Dolomitcarbonsteine und Magnesiakohlenstoffsteine verwendet. Einige werden sogar mit Pech oder Teer gebunden. Es kann auch noch zusätzlich Graphit beigemischt werden. Dein Stück halte ich für einen Dolomitcarbonstein.

Grüße Willi  :prostbier:

Mettmann

  • Gast
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #9 am: Februar 14, 2007, 20:02:56 nachm. »
 :winke: Jürgen,

die Cs wie Ivuna, Orgueil, Tagish Lake sind wahnsinnig bröselig und zerbrechlich, sodaß man sich fragt, wiese überhaupt den Fall überleben konnten.
Drum gibt es auch keene Funde jener Klassen, denn schiffts einmal druff oder ums biblischer auszudrücken: Geht ein Wind über sie, sindse dahin und der Ort an demse lagen, weiß von ihnen nix mehr.
Oooooobacht, auch ein Phänomen von Besessenheit von "Meteoriten"findern - wenn ihre Knorzen partout nicht nach Mett aussehen wollen, nehmense Zuflucht zu den allerrarsten und exotischsten (und manchmal inexistenten) Klassen, siehe auch Stehnaht.
Finde also erstma, wie es sich gehört, einen Chondriten (und kauf Dir endlich ein paar, damitte weißt, wie sowas ausschaut. :oberseufz: )

Mett, the Man
(dem man immer noch nicht gesagt hat, was eiszeitliche Moränen mit den Blaueisfeldern gemein haben sollen....)

H5P6

  • Gast
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #10 am: Februar 15, 2007, 10:30:18 vorm. »
Hallo Martin, :winke:

Sandwüsten haben wir hier nur in der Braunkohle.  :eek:
Also muß man nach anderen Flächen suchen,die von Menschen wenig belaufen werden.
Aufgrund fallender Wasserstände liegen jetzt Bereiche an Seeufern frei,die immer von Wasser bedeckt waren.Wenn in solchen Waldsee nun ein Stein mit frischer schwarzer Schmelzkruste zum Vorschein kommt,würde wohl auch jeder,der ansonsten seine Meteorite nur durch Kauf erwirbt,das Ding erstmal mitnehmen ,um es dann in Ruhe zu untersuchen.  :gruebel:
So ist es geschehen.  :fluester:

Gruß Jürgen :smile:

Mettmann

  • Gast
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #11 am: Februar 15, 2007, 16:39:08 nachm. »
Ein Mett, der eine Weile im Wasser gelegen,
kann aber keine frische "Schmelz"kruste mehr aufweisen.
So ein Krusti ist hauchdünn und werden die Dinger naß und sei's nur durch einen einzigen Regentag, dann verrostens.

Ich seh jetzt auch auf dem letzten Bild nix an dem Stein, was wie Schmelzkruste aussieht.
Drum insistier ich ja unentwegt, daßde mal n'paar echte Mets in die Hand nimmst, dann tust Dir unendlich leichter, weilde wissen wirst, wie sowas aussieht.

Fiep
Mettmann

MeteoritenanundVerkauf

  • Gast
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #12 am: Februar 15, 2007, 21:11:35 nachm. »
Mett, the Man
(dem man immer noch nicht gesagt hat, was eiszeitliche Moränen mit den Blaueisfeldern gemein haben sollen....)
[/quote]

Hy Ma,
ich seh da schon ne Gemeinsamkeit: Moränen sind Schuttablagerungen, die von Gletschern bei ihrer Bewegung mitbewegt oder aufgehäuft werden. (Definition frei Wikipedia). Und Blaueisfelder sind in den Sinne doch auch Gletschern ähnlich. Transportiern alles mit, was auf sie drauf fällt -oder ihnen im Wege steht. Also für mich hört sich das logisch an, wenn jemand spekuliert, dass sich in Endmoränen ehemaliger Gletscher mehr Meteorite finden als aufm platten Land....  Irgendein mords Metallmet - Name fällt mir im Moment nit ein - wurde auch nach seinem Fall so weiterverfrachtet. Wenn ich den Bericht noch find - reich´ ich nach.... 

Gut - bei den Blaueisfeldern verdampft das Wasser und schmilzt nicht wie bei Gletschern, aber der Anreicherungsprozess sollte doch ähnlich gut klappen...

Und schliesslich hat der Walter Zeitschel in so ner Moräne auch einen Meteoriten gefunden.    :super:

Mettmann

  • Gast
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #13 am: Februar 16, 2007, 00:23:22 vorm. »
Aba Micha,

in der Antarktis wühlense doch ned im Schutt und es sind rrrrrrrriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiesige Flächen und die Dingers werden an bestimmten Orten konzentriert.
Guxx, das is vereinfacht so. Über dem ganzen Eisschild der Antarktis plumpsen die Mets. Da schneibts, die Steinlein werden eingeschlossen (und perfekt konserviert), sinken ab. Die Eisschicht ist ungeheuer mächtig, mehrere km dick und fängt durch ihr eigenes Gewicht zu fließen an, zu den Rändern des Kontinents und plumpst ins Meer.
Haste aber als Untergrund eine Erhebung, einen Bergrücken, dann wölbts das Eis an dem Hindernis auf. Oben blost der kalte Wind, es Eis sublimiert und wird abgetragen, liegen bleiben die Mets und mit den Jahrtausenden reichern die sich dort schön brav an. Alles was so im Eis eingeschlossen war an Mets über die Jahrzehntausende kommt da wieder an der Oberfläche zu liegen.
Da wächst auch nix, da liegen auch keine anderen Steine rum.
So schaut das auf den Blaueisfeldern aus: Guxxu:
http://geology.cwru.edu/~ansmet/why_ant/index.html
Das is schieres Eis. Da mußte die Dinger nur noch einsammeln und da findste auf wenigen qkm auch etlich verschiedene auf Anhieb.

Also, da stört nix und man hat einen echten Anreicherungsmechanismus.
Das ist doch fundamental anders als bei einem Gletscher, der fröhlich Schutt mit sich verschiebt und vor sich herschiebt (und wode zudem in Kubikkm von andern Steinen wühlen mußt), da wird doch nix konzentriert!

Sag ich
Mettmann

H5P6

  • Gast
Re: kohlige Chondrite
« Antwort #14 am: Februar 16, 2007, 10:11:28 vorm. »
Hallo Martin, :winke:

hier noch einmal ein besseres Bild vom wahrscheinlich Tonerdengestein mit 70% Schmelzkruste.  :wow: :gruebel:

Gruß Jürgen :smile:

 

   Impressum --- Datenschutzerklärung