Autor Thema: Steinmeteorite aus der Tiefe?  (Gelesen 11680 mal)

Offline Met1998

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #30 am: Februar 11, 2020, 10:59:16 Vormittag »
Fazit 2: Keine Meteoriten-Funde in der Lausitzer Tiefe:

Die jüngsten Braunkohle-Flöze sind ca. 15 Mill. bis 2 Mill. Jahre alt und die darüber liegenden Findlinge, Kies, Sande, Kalke, Tone, Torf, usw. dementsprechend jünger.

Die letzten Findlinge im Geschiebe wurden vor ca. 20.000 Jahren mit dem Weichsel-Eisvorstoß (kontinentaler Gletscher) hier abgelagert.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/02/SaaleWeichsel_x.png

Die Gründe warum Meteorite sehr selten bis gar nicht im Geschiebe zu finden sind,
stehen in den Links Antwort #28. Und hier im letzten Satz:
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=11969.msg143298#msg143298

Wegen eines kleinen, verdreckten Steines/Eisens (bis 30 cm) wird kein Tagebau-Großgerät angehalten,
der landet auf Kippe! Und metergroße Meteorite wurden in der Lausitz Steindeponien durch die Geologen nicht nachgewiesen!

Deshalb gehört zur Wahrheit, dass man in den Tiefen der Lausitzer Tagebaue, Kiesgruben und Findlingsfeldern,
im Geschiebe bisher keine Meteorite gefunden hat!

Und würde man bis 2038 in den Tagebauen und Kiesgruben der Lausitz noch einen Meteorit in der Tiefe - im Geschiebe finden, wäre das schon eine weitere Sensation in Deutschland! (letzte 1940 Niederfinow)
Falls es keine Bombensplitter sind, oder sie jemand dort hingelegt hat, siehe Foto!  :wow:

Met1998  :winke:
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Offline Mettmann

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #31 am: Februar 11, 2020, 13:21:55 Nachmittag »
Bitte nicht  :wehe:,

nur ich begreife den Sinn hinter der Themenstellung immer noch nicht.
Meteorite sind doch schon auf der Oberfläche, die Menschenauge überstreicht, höllisch schwer zu finden,
selbst wenn sie mit son et lumière vor unserer Nase herabfallen und wir eingrenzen können, daß und wo welche liegen müssen.

Wozu sollten wir die Schwierigkeiten also potenzieren, in dem wir in die dritte Dimension gehen und Millionen an Kubikkilometern an Geschiebe, Aushub, Abraum, Erdreich und lästiges Gestein unter unsern Füßen, egal ob in der Lausitz oder in Timbuktu, auch noch ins Visier nähmen?
Interessant ist dabei noch nicht einmal die Frage der mögl. Konservierung, sondern so gesehen doch höchstens die Möglichkeit eines Mechanismus der Konzentrierung,
der aber nicht gegeben ist (oder aus anderen Motiven die Frage der Verschiebung aus einem einstigen, aber schon vorbekanntem Riesenstreufeld).

Oder wenn ein Schurke, wie der Oheim, einen vergraben hat.

(Bruharar, hier wird ein Schurke begraben - sollte das Lieblingsvideo aller Starwarsprequelsequelhasser werden:
https://www.youtube.com/watch?v=ELJwH47F6lY )

Helftsmir, wo ist mein Denkfehler?
 :prostbier:
Mettmann

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Offline gsac

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #32 am: Februar 11, 2020, 13:33:20 Nachmittag »

Oder wenn ein Schurke, wie der Oheim, einen vergraben hat.


Honi soit qui mal y pense!   :einaugeblinzel:

:hut: Oheim

[PS: ok, für die Nachwelt --> 52.0738, 8.4102, aber nicht stören!]

Offline gsac

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #33 am: Februar 11, 2020, 14:01:07 Nachmittag »

Oder wenn ein Schurke, wie der Oheim, einen vergraben hat.
https://www.youtube.com/watch?v=ELJwH47F6lY )


Apropos vergraben, vergraben wir die schöne Traurigkeit als Thema!
Hier ist was Lustiges, was man sich unbedingt bis zu Ende angucken
muss, weil da eine Super-Einlage eingebaut ist. Und wisst ihr, was das
Schönste ist: ich war (..auf Einladung eines sehr netten Einheimischen)
in Wien dabei, auch wenn ich es nicht war, der das gefilmt hat:

https://www.youtube.com/watch?v=UrH-1NWJkgU
https://www.youtube.com/watch?v=l5eqRtyvj7w

Offline Met1998

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #34 am: Januar 08, 2023, 18:34:21 Nachmittag »
Moin, nur mal so.
Bei dem „Selbstmörder-Wetter“ gucke ich gerade mal im Netz, ob es etwas Neues zum des Bergmanns-Lieblingsthema: „Meteorite in der Tiefe“ gibt.

Da stoße ich mal wieder auf den Morasko-Meteoriten (Polen). Zwar nichts Neues, aber immer wieder interessant.
https://www.youtube.com/watch?v=i1XGWMljNUs

Vor ca. 5000 Jahren in Polen niedergegangen und in 2,5 m Tiefe gefunden, also nach der letzten Eiszeit.
Somit vermutlich kein Meteorit im Geschiebe? :gruebel:

Der macht noch einen ziemlich guten Eindruck und hätte sicherlich noch 5000 Jahre ohne „Verrottung“ überstanden.
Und dann noch auf der vermuteten Flugbahn von Thüringen nach Morasko, also über unser Grundstück :wow:, unsere Braunkohle-Tagebaue,
nach Seeläsgen (nur 150 km) und weiter bis Morasko.

Vom Dreck gereinigt sieht er ganz gut aus :super:, wird aber hier im Forum mit Roster-Level 4 ausgewiesen, also ein ziemlicher Roster.

Hier mal ein Bild wie unseren Böden in 2 bis 3m Tiefe, also über der Braunkohle, so aussehen.

Ich glaube, da muss ich heute oder morgen noch mal aufbrechen :einaugeblinzel:, bevor hier die letzten Tagebaue geschlossen werden.
Keine Angst bei dem Sauwetter und unseren vielen „Schwarzen Löchern“ wurde nichts und ist auch nichts zu finden.  :traurig:

Glück auf! Met1998 :hut:
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Offline Wunderkammerad

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #35 am: Januar 08, 2023, 19:17:11 Nachmittag »
Das war Team Smula, nicht wahr?

Man sieht wieder mal: es kann sich durchaus lohnen, einen extrastarken Magneten im Garten zu platzieren. Sog. Fallbahnkrümmer  :einaugeblinzel:

Offline Met1998

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #36 am: Januar 09, 2023, 09:40:29 Vormittag »
Moin Matthias,
weil du gerade in der Leitung bist, eine Frage an den „Fallbahnkrümmer“. :einaugeblinzel:
Gibt es bei den 56 deutschen Meteoriten einen Fundort auf der Strecke: Tabarz, Leipzig, Cottbus, Seeläsgen, Morasko,
der die gleichen/ähnlichen Eigenschaften/Zusammensetzung hat wie das bisherige Gesamtgewicht (1,5 t) des Morasko?: :gruebel:
- Flugrute
- 92% Eisen, 7% Nickel
- ca. 5000 Jahre auf der Erde

Bei den aufgeführten Stücken sehe ich kein Eisen was dazu passen könnte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Meteoriten_Deutschlands
Die Eisen Seeläsken und Morasko sollen sich aber ähneln. :nixweiss:

Oder hat der polnische Grafik-Künstler bei der Flugbahnrute (Flugbahn2.jpg) seinen Gedanken freien Raum gelassen
und noch einige Einschlagskrater hinzu gedichtet?  :gruebel:

Gruß der „Steinfried“ Ehrfried :hut:
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Offline hugojun

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #37 am: Januar 09, 2023, 13:46:07 Nachmittag »
Die goldene Barke
Auf Gemälden des 19. Jahrhunderts wurden Abendhimmel und Sonnenaufgänge in einzigartigen Farben dargestellt  . Diese Farbspiele ergaben sich aus Lichtbrechungen, die durch Staubpartikel in der hohen Atmosphäre erzeugt wurden und ihren Ursprung nachweislich in Vulkanausbrüchen und Meteoriteneinschlägen hatten(1908 Tunguska).Sollte es möglich sein, dass der Künstler der damaligen Zeit dieses Phänomen mit der goldenen Barke am Horizont andeuten wollte?

Eisengewinnung
Weiterhin kann ich mir vorstellen, dass der plötzliche " Reichtum" an von dem Meteoriten stammenden Eisen,  den Übergang von Bronzematerialien als Werkstoff, dem Eisen ein Anschub verlieh(Hallstatt A 1200-1000 v.Chr. ). Schmuckstücke aus Meteoriten-Eisen sind in Polnischen Sammlungen bekannt .Fundstücke des Morasko- und Seeläsgen Meteoriten weisen Bearbeitungsspuren auf, die durch Erhitzen und/oder Kaltverformung entstanden sind , aber laut Buchwald   1975 , im Falle  Seeläsgen erst im 19. Jahrhundert entstanden .Nähere Untersuchungen der bearbeiteten Meteoriten Fragmente und der  aus Meteoriteneisen gefertigten Schmuckstücke , könnten einen Zusammenhang über die Herkunft der Materialien für die Schmuckstücke   belegen .Eine direkte Altersbestimmung an archäologischen metallischen Gegenständen ist nicht möglich , bei Meteoriteneisen ist es aber wegen der kosmischen Bestrahlung wieder möglich , soweit das Eisen nicht zur Aufschmelzung und Um -Kristallisierung durch Menschenhand gebracht wurde. Frühere Bedenken, die Schmuckstücke könnten bei Untersuchungen beschädigt oder zerstört werden, treffen so nicht mehr zu , da sich die Probenmengen , die zur Untersuchung nötig wären ,sich im  Mikro- oder Milligramm   Bereich bewegen würden .
  http://de.wikipedia.org/wiki/Hallstattzeit
  http://adsabs.harvard.edu/full/2004M%26PSA..39..151K
  Handbook of Iron Meteorites vol 3
  http://www.sachsen-anhalt-tourismus.de/xxl/de/jahresschwerpunkt/_articleId/828845/
  http://www.lda-lsa.de/himmelsscheibe_von_nebra/die_phasen_der_himmelsscheibe/
  https://www.museumsportal-berlin.de/de/magazin/das-neue-museum/der-berliner-goldhut-und-das-astronomische-wissen-der-bronzezeit/

Ein Teil meiner Theorie zählt auch als Indiz das „Längste Streufeld“ , der Fall Morasko , auf.

https://www.researchgate.net/publication/252396670_Morasko_-_The_Largest_Known_Meteorite_Strewnfield

Eine anthropogene Verbringung von Fundstücken  nach Beobachtung des Falls und der Dokumentation in Form der Nabra-Himmelsscheibe ist nicht belegbar.






LG
Jürgen


Offline Wunderkammerad

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #38 am: Januar 09, 2023, 17:10:52 Nachmittag »
Moin Matthias,
weil du gerade in der Leitung bist, eine Frage an den „Fallbahnkrümmer“. :einaugeblinzel:
Gibt es bei den 56 deutschen Meteoriten einen Fundort auf der Strecke: Tabarz, Leipzig, Cottbus, Seeläsgen, Morasko,
der die gleichen/ähnlichen Eigenschaften/Zusammensetzung hat wie das bisherige Gesamtgewicht (1,5 t) des Morasko?: :gruebel:
- Flugrute
- 92% Eisen, 7% Nickel
- ca. 5000 Jahre auf der Erde

Bei den aufgeführten Stücken sehe ich kein Eisen was dazu passen könnte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Meteoriten_Deutschlands
Die Eisen Seeläsken und Morasko sollen sich aber ähneln. :nixweiss:

Oder hat der polnische Grafik-Künstler bei der Flugbahnrute (Flugbahn2.jpg) seinen Gedanken freien Raum gelassen
und noch einige Einschlagskrater hinzu gedichtet?  :gruebel:

Gruß der „Steinfried“ Ehrfried :hut:
Hoi Ehrfried. Mit Details kann ich da leider nicht dienen. Beide Eisen sind immerhin identisch auf IAM-MG klassifiziert. Die Fundjahre liegen einigermaßen auseinander: Seeläsgen 1847, Morasko 1914. Aber das will nichts weiter besagen.

Beste Grüße retour - Matthias

Offline Mettmann

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #39 am: Januar 09, 2023, 19:34:39 Nachmittag »
Zitat
Die goldene Barke
Auf Gemälden des 19. Jahrhunderts wurden Abendhimmel und Sonnenaufgänge in einzigartigen Farben dargestellt  . Diese Farbspiele ergaben sich aus Lichtbrechungen, die durch Staubpartikel in der hohen Atmosphäre erzeugt wurden und ihren Ursprung nachweislich in Vulkanausbrüchen und Meteoriteneinschlägen hatten(1908 Tunguska).Sollte es möglich sein, dass der Künstler der damaligen Zeit dieses Phänomen mit der goldenen Barke am Horizont andeuten wollte?

Sag ich, Jürgen, eher nicht.
Die Scheibe ist ja fast anderthalb Jahrtausende jünger als der Moraskofall.
Und die Prämisse mit der Lichtbrechung an Staub, der in die Atmosphäre durch "Meteoriteneinschläge"(Plural) geblasen wurde, stimmt nicht. Das ist lediglich ein einziges Mal nachgewiesen, bei der Tunguskaexplosion, welche kein typischer Einschlag war, sondern ein Airburst, bei dem eine mächtige Masse in noch großer Höhe pulverisiert wurd. (und wie mans höchstens noch fürs LDG-Event modellieren kann).
Und weiters hielt das Licht- und Farbenspiel nach Tunguska nur kurz an, im wesentlichen beschränkt auf die Nacht nach der Explosion - wobei nicht zu vergessen ist, daß es sich kurz nach der Sommersonnenwende zugetragen, wos im Norden sowieso kaum mehr dunkel wird.
Bereits die folgenden Nächte soll es nimmer so spekaktulär gewesen sein.

Will man mächtigeren und länger anhaltenden Effekt, muß man schon etlich Kubikkilometer an Material als Staub in die höhere Atmosphäre bringen, also wie im 19.Jh bspw. beim berühmten Krakatau 1883, wo schwuppdych gleich die ganze Insel furt war
oder noch heftiger 1815 der Tambora-Ausbruch, auf den das "Jahr ohne Sommer" folgte (welches uns als direkte Folge das Fahrrad und den Frankenstein bescherte und in dem Polidori die Vampyre aristokratisierte). Oder in unserer Zeit vielleicht der Pinatubo.

Die Krater und Gruben bei Morasko sind da um Dimensionen zu klein. Nimm zum Vgl. den Sikhote-Alin-Fall, wo auch nix danach zu sehen war.
Abgesehen davon, daß es nicht plausibel ist, daß der Hersteller der Nebra-Scheibe ein Ereignis verewigt, daß vor 60 oder 70 Generationen punktuell stattgefunden hat. Insbesondere, wenn man die Verwendung der Scheibe bedenkt und den Zweck zu dem sie hergestellt wurde.

Uh, und viele Sonnenuntergänge, abgesehen von den Kunstmoden und -richtungen, sind nimmer ganz so bunt und ungewöhnlich, wenn man die Gemälde reinigt, hihi. Und wieso 19.Jh? Da tät sich der Claude Lorrain, der Übermeister der Sonnenmalerei, arg beschweren!

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Mettmann
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Offline hugojun

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #40 am: Januar 09, 2023, 22:56:58 Nachmittag »
Hallo Mettman ,

„Die Scheibe ist ja fast anderthalb Jahrtausende jünger als der Moraskofall“ ,

Die Alters-Bestimmungen der Krater untereinander schwank in Zeiträumen von Jahrtausenden,
sodass es Wissenschaftler gibt, die die Entstehung der Krater während mindestens zwei Ereignissen
 für sehr wahrscheinlich halten. Tatsächlich liegt es aber an den nicht reproduzierbaren Prozessen,
 die zu wiederholten Muldenfüllungen und Entleerungen geführt haben.




Das Alter der Himmelsscheibe selbst ist auch nicht bestimmbar und nur anhand der Beifunde kann der
Zeitraum der Ablage am Fundort bestimmt werden.

„Das ist lediglich ein einziges Mal nachgewiesen, bei der Tunguskaexplosion, welche kein typischer Einschlag war,
 sondern ein Airburst, bei dem eine mächtige Masse in noch großer Höhe pulverisiert wurd.“


Die Chelyabinsk Dampf- und Staub-Spur hat sogar am Morgen aber bereits bei Tageslicht geleuchtet,
wie Intensiv das beim Morasko-Fall gewesen sein könnte bleibt auch Spekulation.
Der Abstand vom Beobachter zum Ereignis im Morasko-Fall muss auch nicht zwangsläufig   mit Überlieferungen des Ausbruches
des Krakataus oder das Tunguska-Ereignises vergleichbar sein.
In dieser Hinsicht ist mein Vergleich möglicherweise missverständlich.

„..Insbesondere, wenn man die Verwendung der Scheibe bedenkt und den Zweck zu dem sie hergestellt wurde.“

Solch ein Scheibchen war schon aus Gründen seiner Dimension zur Bestimmung eines Zeitpunktes im Jahresverlauf der Sonne zu ungenau.
Dazu wurden große Anlagen wie Goseck benötigt und auch gebaut.
Durch solche Bauten konnten dann auch die Punkte der der Sommer- und Winter-Sonnenwende genau ermittelt werden und, wie ich glaube,
sind aus diesem Grund die Randbögen erst viele Jahre nach der Entstehung der Himmelsscheibe, nachträglich angebracht worden.
Nicht als Messgerät, sondern um das abgebildete Ereignis geographisch zu orientieren.

LG
Jürgen
« Letzte Änderung: Januar 09, 2023, 23:34:28 Nachmittag von hugojun »

Offline Mettmann

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #41 am: Januar 10, 2023, 02:11:30 Vormittag »
Also ich pers. find die Deutung von Rahlf Hansen, daß die Himmelsscheibe die Plejaden-Schaltregel darstellt (um Mond- und Sonnenjahr zu synchronisieren und zu bestimmen, wann Schaltzeiten eingefügt werden müssen) frappierend schlüssig.
Insbesondere auch durch die 32 Abzählsternchen.
Wie sie im alten Mesopotamien bekannt war und bspw. im MUL.APIN genannt wird.

Als solches Kalendarium wäre die Scheibe orts- (und im übrigen auch zeitunabhängig) verwendbar.
Die Bögen, die ortsabhängig sind, weil sie die Auf-und Untergangspunkte der Sonne am Horizont zwischen den Sonnwenden zeigen oder mit denen Geländemarken oder astronomische Bauten anvisiert werden, um weiß der Deibel was zu bestimmen, sollen ja später hinzugefügt worden sein und das Gold aus anderen Quellen stammen.

Und man fragt sich ja schon, warum darauf ausgerechnet die Plejaden verewigt sind.
Mir ists zu dürftig, wenn da gesagt wird, ja der Hesiod hätt gschrirm, die seien für Aussaat und Ernte wichtig. Da nehm ich die Georgica vom ollen Ovid her, und les, wenn der Arktur in der Abenddämmerung untergeht, dann mußt Linsen säen, das andere Zeug wird nix...und zig andere Bspe.
Indes die Plejaden bei den Sumerern, Babyloniern, Assyrern schon eine herausragende Bedeutung gehabt haben.
(Warenverkehr (und damit die Chance auf Kulturtransfer) in den Mittelmeerraum und weiter ist ja belegt für die Bronzezeit. Nur ist halt schwer, mit den wenigen Zeugnissen und wenns dann in eine nichtschriftliche Kultur geht).

Da würde es, bei so einer praktischen Gedächtnisstütze, die für alle Zeit genutzt werden kann, nicht recht passen, ein einmaliges und flüchtiges Ereignis wie eine Rauchspur oder ein paar psychedelische Sonnenuntergänge zu verewigen.
Und Morasko, mal herumgegoogelt, gab Datierungen mit verschiedenen Methoden und man scheint sich insgesamt schon einig zu sein, daß 5000 Jahre paßt;
liegt einfach zu früh für die Scheibe.


Aber ist ja nur meine bescheidene Laienansicht
und nix gwiiß, woaß ma ned. Sonst wärs ja auch nicht so spannend.
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Offline hugojun

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #42 am: Januar 10, 2023, 10:37:23 Vormittag »
Die Plejaden haben in der Realität keinen Zentral-Stern, der von fünf Begleitsternen ringförmig umgeben ist.
Das hätten die damaligen Beobachter bei den Licht-Pollution freien und klaren Nächten erkennen können.
Auch würde ein Stern nicht Mondschatten zu sehen sein.
Ein Argument lautet: „Die Vollscheibe neben dem Mond kann nicht die Sonne sein, da sie auf der Schattenseite
des Mondes steht“
, stimmt, aber das ist Wissen von Heute, wird aber den damaligen Beobachtern als bekannt
angenommen, somit würden Sie auch keinen Stern im Mondschatten anbringen.
 Bei all den Vermutungen über das außerordentliche astronomische Wissen der damaligen Elite,
würde ich solche Diskrepanzen ausschließen wollen.



Dürer: Die Öffnung des fünften und des sechsten Siegels
Selbst Dürer musste noch 50 bis 100 Jahre warten, bis Kopernikus, Galilei und Kepler diese Darstellung hätten korrigieren können,
denn hier steht die Sonne auch auf der Schattenseite des Mondes.

Die Theorie der Plattentektonik und Kontinental-Bewegung ist auch erst in den 1960iger Jahren durch die Entdeckung der schwarzen
 Raucher am Grunde der Ozeane bestätigt worden. Bis dahin waren mindestens 5 mir bekannte Theorien zur Orogenese in der Diskussion,
die mir allesamt nicht unwahrscheinlich erschienen.

Geschichte und Wissenschaft wird immer mal wieder neu geschrieben :talk:

LG
Jürgen

PS.:

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #43 am: Januar 10, 2023, 10:46:12 Vormittag »
Da es hier um Meteorite in der Tiefe :wow: geht, fasse ich zusammen:
1. Thüringen, die Lausitz bis hin zu Morasko (Polen) wurden erst zur Bronzezeit (2200 bis 800 v. Chr.) besiedelt.
Niemand hat den Flug/Einschläge  vor ca. 5000 Jahren miterlebt. Somit gibt es auch keine schriftlichen und mündlichen Überlieferungen.

2. Eine sichtbare Flugbahn und Einschlagspur von fast 600 km ist nur eine Vermutung, dafür gibt es keine Beweise.
- Keine deutschen Eisen Met-Funde zwischen Tabarz und Seeläsgen.
- Kein deutschen Eisenfunde, in der Zusammensetzung von Morasko und Seeläsgen, die auf die Verarbeitung von Meteoriten Material hindeuten.
Nur Bronzefunde!

3. In den Zusammenhang ist auch die Bronzescheibe von Nebra nicht mit den Einschlägen von Morasko und Seeläsgen in Zusammenhang zu bringen.

4. Die vielen Krater und Gruben bei Morasko und Seeläsgen lassen eine steile Flugbahn vermuten und die gefundenen 1,5 Tonnen Eisen in diesem Gebiet,
deuten auf eine zerbrochenen Mutterkörper hin. Gleiche Zusammensetzung (Klassifizierung IAM-MG)

5. Hätte der Einschlag vor der letzten Eiszeit stattgefunden, lägen die Eisen-Fundstücke noch tiefer im Erdreich und nicht nur 2,5 m tief.

Da ich einige (hier nicht sichtbare) Mails und PMs zu dem Thema bekommen habe, das Fazit eines hier im Forum hoch geschätzten „Metisten“:
Ehrfried, eine Idee/Theorie wie es wirklich gewesen sein könnte, ist so lange gültig, bis man 100% ig das Gegenteil bewiesen hat. :pro:

Gruß Met 1998  :hut:
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Offline hugojun

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Re: Steinmeteorite aus der Tiefe?
« Antwort #44 am: Januar 10, 2023, 10:58:22 Vormittag »
...
- Kein deutschen Eisenfunde, in der Zusammensetzung von Morasko und Seeläsgen, die auf die Verarbeitung von Meteoriten Material hindeuten.
Nur Bronzefunde!

.

Gruß Met 1998  :hut:

Aber polnische Funde
“Artifacts in Polish collections made of meteoritic iron”

https://articles.adsabs.harvard.edu//full/2004M%26PSA..39..151K/0000155.000.html

 

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