Autor Thema: Wieder mal in Österreich...  (Gelesen 20474 mal)

Offline styria-met

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #15 am: April 25, 2009, 22:52:36 Nachmittag »
kann jemand von euch was zu diesem Fall sagen  :gruebel:

http://cgi.ebay.com/Fall-of-a-Meteorite-in-1859-in-Styria-Austria-Shirt_W0QQitemZ120400467362QQ

Ich habe noch nie davon gehört  :confused:

Stefan

Grüße aus Graz,
Styria Austria

nothing shocks me, I´m a scientist :)

Offline Mettmann

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Offline APE

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #17 am: Juni 02, 2009, 01:37:24 Vormittag »
Kurzmitteilung ERFM +++ Feuerkugel untersucht +++ Material gesichert +++ Aufgabe erst einmal gelöst +++ z.Z. Nachrichtensperre verhängt.

 :fluester:
Thomas

Grau ist alle Theorie ...

Offline Dave

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #18 am: Juni 02, 2009, 07:32:13 Vormittag »
Was, hast du schon wieder was gefunden, oder bezieht sich deine Aussage auf die Frage von styria-met?
Kannst auch per PM antworten wenn dir das lieber ist.


Offline Snuk44

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #19 am: Juni 02, 2009, 08:13:26 Vormittag »
Das ist ja super! Ich freue mich schon auf weitere Infos!
Silvia

P.S. Das Teilchen hier bei uns ist immer noch unauffindbar :crying:

Offline gsac

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #20 am: Juni 02, 2009, 10:57:31 Vormittag »
Kurzmitteilung ERFM +++ Feuerkugel untersucht +++ Material gesichert +++ Aufgabe erst einmal gelöst +++ z.Z. Nachrichtensperre verhängt.

"Nachrichtensperre"??? Mmmh...  :gruebel: :gruebel: :gruebel:

Na gut, letztlich versuche ich das dahinter stehende Motiv zu begreifen. Aber trotzdem
sei an dieser Stelle doch mal die grundsätzliche Frage erlaubt und vielleicht auch für
andere Leser interessant: sind (z. B.) das ERFM, die ganze Maschinerie (Kameranetz-
werke, Hardware), die Leute hinter derartigen Projekten (Betreiber, Datenanalysten
etc) eine rein private bzw rein privat finanzierte Initiative, was so eine "Nachrichten-
sperre" gegenüber der Allgemeinheit dann auch durchaus rechtfertigen würde? Oder
wird so etwas auch, zumindestens partiell, über Steuer- und andere Fördergelder
finanziert? M. a. W.: ist das Ergebnis all der Bemühungen, hinter denen sicherlich
unbestritten sehr viel Fleiß, Enthusiasmus und Eigeninitiative steckt, dann eine Art
"Privateigentum" der Betreiber und sonstigen Mitarbeiter, oder ist das Ergebnis
Allgemeingut?

Falls letzteres zutrifft: woraus rechtfertigt sich dann aber eine Nachrichtensperre?
Oder andersherum: würde man mir eine gezielte Auskunft verweigern, wenn ich ge-
zielt und zu einem bestimmten Zeitpunkt nachfragen würde, und mit welchem
Argument?

Zugegeben und sorry, ich habe vor dieser Frage nichts dazu recherchiert, aber bin
gewiß, daß ihr Spezialisten, Thomas, André, Dieter, Mark et al. sicher eine schnelle
Antwort dazu geben könnt.

:hut: Alex

PS: ... der übrigens nicht vorhat, gezielt nach Ergebnissen zu fragen, der sich aber
über Worte wie "Nachrichtensperre" wundert und das mal hinterfragen möchte ...





Offline MarkV

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #21 am: Juni 02, 2009, 13:43:58 Nachmittag »

Zugegeben und sorry, ich habe vor dieser Frage nichts dazu recherchiert, aber bin
gewiß, daß ihr Spezialisten, Thomas, André, Dieter, Mark et al. sicher eine schnelle
Antwort dazu geben könnt.


Hallo Alex,
ich für meinen Teil habe hobbymässig einige Webcams laufen (nicht vom Steuerzahler finanziert) und wenn eine Feuerkugel aufgenommen wird, dann stelle ich die Bilder für alle öffentlich ins Internet. Meine Aufnahmen stelle ich auch kostenlos dem Feuerkugelnetz sowie Thomas zur Verfügung.

Ansonsten habe ich Verständnis dafür, wenn Fundkoordinaten von jemandem, der vom Meteoritenverkauf lebt, nicht gleich herausgegeben werden. Das ist bei NWA-Streufeldern nicht anders. Die "Österreich-Feuerkugel" wurde glaube ich auch gar nicht vom Feuerkugelnetz fotografiert. Das Feuerkugelnetz wird teilweise vom DLR (also mit Steuergeldern) finanziert, aber der Hauptteil der Arbeit dort wird ehrenamtlich geleistet. Ich habe weder direkt etwas mit dem Feuerkugelnetz noch mit dem ERFM zu tun.

Davon abgesehen ist es in Europa normal, dass Behörden oder sonstige mit Steuergeldern finanzierte Einrichtungen ihre Ergebnisse nur gegen Bezahlung herausgeben oder für sich behalten. In Amerika ist dagegen sehr viel frei erhältlich (z.B. im Bereich Wetterdaten). Ich kritisiere diese Praxis in Europa schon seit vielen Jahren.

Grüsse,
Mark

Offline MarkV

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #22 am: Juni 02, 2009, 14:16:54 Nachmittag »
+++ Material gesichert +++ Aufgabe erst einmal gelöst


 :laola: :laola: :laola:

Hallo Thomas,
na dann herzlichen Glückwunsch!

Grüsse,
Mark

Offline gsac

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #23 am: Juni 02, 2009, 14:33:14 Nachmittag »
Danke, Mark! Selbstverständlich ist mir klar, daß jemand sicher ein anderes Motiv als
eine möglichst schnelle Veröffentlichung von Zielkoordinaten etc. hat, wenn er davon
leben muß, wie ich auch natürlich verstehe, daß die Finder sich schwer tun, genaue
Fundkoordinaten frischer Fälle, solange die noch nicht offiziell notiert sind, heraus-
geben, aber darauf zielte mein Einwand auch gar nicht ab. Ich habe mich ein wenig
an diesem Wort "Nachrichtensperre" gerieben, das für mich in dem Moment einen
etwas negativen Beigeschmack bekommt, wenn ich als Steuerzahler auch nur indirekt
an so einer doch wohl primär nichtkommerziell betriebenen Einrichtung wie z. B. dem
europäischen Feuerkugelnetzwerk (DLR) beteiligt bin, mir der Zugang zu Informationen
aber, wenn auch nur zeitlich limitiert, möglicherweise verwehrt würde, sollte ich auf
die Idee kommen, danach zu fragen. Wohlgemerkt, ich rede hier nicht über einen
kommerziell motivierten Vorgang oder eine solche Einrichtung!

Davon mal abgesehen: wer so etwas völlig privat aufzieht, wie Du, und dann trotzdem
zeitnah Infos rausgibt, vor dem ziehe ich meinen Hut - das ist wünschenswert, aber es
ist lange noch nicht selbstverständlich!

:hut: Alex

PS: ... natürlich auch meinen Glückwunsch an Thomas zur neuen "mission accomplished"  :super:


Offline Mettmann

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #24 am: Juni 02, 2009, 14:38:50 Nachmittag »
Nja Oheim,

Du darfst das ERFM nicht mit dem European Fireball Network verwechseln.
(Weswegen ich schon damals hinwies, daß der Name vielleicht unglücklich gewählt worden sei.)

Bei denm European Fireball Network handelt es sich um eine Einrichtung, die seit Jahrzehnten ein Kameranetzwerk unterhält und bei dem angeschlossene Wissenschaftler sich um die Analyse der Daten kümmern. Der größte Erfolg bisher, war die Berechnung und die Vorhersage des Neuschwansteinstreufeldes, die zur Auffindung der Steine geführt hat.
Dieser Verbund ist teilweise durch das DLR finanziert (sowie die Wissenschaftler durch ihre Universitäten) und teilweise beruht es auf unentgetlichem ehrenamtlichen Engagement.
Die Zielsetzung ist eine rein wissenschaftliche, die Erfassung von Daten und die Erforschung von Feuerkugeln und Meteoritenfällen und die Auffindung derselben - daher stellt das European Fireball Netzwerk auch jedermann seine Daten unentgeltlich zur Verfügung, da so z.B. die Chancen einen neuen Fall aufzufinden, erhöht werden - es ist also nicht-kommerziell.


Das ERFM indes ist ein Zusammenschluß von Meteoritenenthusiasten privater Natur, die sich als Ziel gesetzt haben, neue Fälle aufzufinden. Sie führen dazu keine eigenen Messungen und Berechnungen durch, sondern bauen auf den Daten bspw. des European Fireball Netzes auf und führen dann eigene Abschätzungen basierend auf zusätzlichen Zeugenbefragungen und -beobachtungen aus und versuchen so ein Fallgebiet einzugrenzen, um dort dann zu suchen. Sie ergänzen also eher die Arbeit der wissenschaftlichen Einrichtungen durch field work. Da das ERFM privat finanziert ist und sich aus dem Verkauf oder der Entlohnung für seine Funde finanziert - kann es natürlich zu dem Dilemma kommen, daß das ERFM seine Daten zu möglichen Fallgebieten oder gar erste Funde verheimlichen muß, um selbst möglichst viel Material zur kommerziellen Verwertung sammeln zu können, statt durch die Offenlegung die eigentlich wissenschaftl. gebotene Möglichkeit zu eröffnen, daß durch zusätzliche Suchen&Sucher das Material schneller geborgen und daß ggfs. mehr Material geborgen werden kann. Ein Dilemma wofür ich auch keine Lösung weiß.


So habe ichs zumindest als Außenstehender verstanden?
 :prostbier:
Mettmann
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Offline gsac

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #25 am: Juni 02, 2009, 14:44:16 Nachmittag »
Das ERFM indes ist ein Zusammenschluß von Meteoritenenthusiasten privater Natur, die sich als Ziel gesetzt haben, neue Fälle aufzufinden. Sie führen dazu keine eigenen Messungen und Berechnungen durch, sondern bauen auf den Daten bspw. des European Fireball Netzes auf und führen dann eigene Abschätzungen basierend auf zusätzlichen Zeugenbefragungen und -beobachtungen aus und versuchen so ein Fallgebiet einzugrenzen, um dort dann zu suchen. Sie ergänzen also eher die Arbeit der wissenschaftlichen Einrichtungen durch field work. Da das ERFM privat finanziert ist und sich aus dem Verkauf oder der Entlohnung für seine Funde finanziert - kann es natürlich zu dem Dilemma kommen, daß das ERFM seine Daten zu möglichen Fallgebieten oder gar erste Funde verheimlichen muß, um selbst möglichst viel Material zur kommerziellen Verwertung sammeln zu können, statt durch die Offenlegung die eigentlich wissenschaftl. gebotene Möglichkeit zu eröffnen, daß durch zusätzliche Suchen&Sucher das Material schneller geborgen und daß ggfs. mehr Material geborgen werden kann. Ein Dilemma wofür ich auch keine Lösung weiß.

Ja wenn es SO ist, das macht es dann schon plausibler - danke, Neffe!  :super:

Al"Oheim"ex

...es grenzt freilich auch bewußt den Kreis der Leute ein, die sich gezielt
schon in einem Frühstadium mit der Suche beschäftigen können. Das ist eine
Kehrseite der Medaille und, das Kommerzielle mal beiseite gelassen, aus rein
wissenschaftlicher Sicht eher eine Art "Dilemma", wie Du schon schreibst...

Offline APE

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #26 am: Juni 02, 2009, 17:24:39 Nachmittag »
Nachtrag: "Nachrichtensperre"

Eure Gedanken sind zwar logisch, doch treffen sie die Wirklichkeit nicht!
Aber darum geht es bei meiner Nachrichtensperre hier ja gar nicht.

Fakt ist, das zur Zeit, so wie ich es ja schon geschrieben habe, drei Gruppen versuchen den Fall zu berechnen. Das ERFM ist fertig und durch mich wurde Material vom Fall gesichert, wodurch auch die Qualität der Untersuchung gesichert ist. Die anderen beiden Berechnungen stehen noch aus. Und deshalb gibt es zur Zeit eine wie ich sagte Nachrichtensperre, um deren Ergebnisse nicht zu beeinflussen, denn wir wollen schon wissen, wie gut sind sie den nun wirklich ...
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Um mehr geht es hier nicht.

Was den Informationsaustausch angeht, so gibt es diesen nicht einmal uneingeschränkt bei den Mitgliedern untereinander im EFN, ganz zu schweigen zu außenstehenden Personen. Jede Organisation möchte besondere Taten verbringen, die natürlich auf sie zurück zu führen sind. Jeder braucht Erfolge, um seine Jahresfinanzen zu akquirieren, ob nun vom Staat, gar von der EU oder DFG oder eben durch private Sponsoren. Was weiß ich ...
Doch sind Erfolge im EFN meist entstanden, wenn alle Beteiligten zusammen ihre Daten zusammengetragen haben und gemeinschaftlich das Problem gelöst haben. Das ist aber im EFN nicht automatisch so. Die Fragen sind berechtigt: Wer oder was ist das EFM? Wer gibt und wer nimmt? Wer organisiert und wer arbeitet dafür, das letztlich Meteoritenkunde betrieben werden kann? Wem gebührt wirklich Anerkennung und Respekt?

Alex, bitte zeige mir doch mal ein Beispiel, wo es um die "Wurst" geht, wo ökonomisch interessante Forschungsergebnisse für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen?! Klar sind diese Forschungen vom Steuerzahler unterstützt oder gar 100% finanziert, aber man läßt sich doch die Butter nicht einfach so vom Brot nehmen. Da wird doch immer um den heißen Brei herum geredet, mehr nicht. Harte Fakten bekommst Du nicht. Wir können gerne am Freitag beim Berliner Stammtisch darüber diskutieren. Es wird hoffendlich schönes Wetter und warm sein, so daß ein Treffen im Garten möglich wird ... ( http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=3845.0 )

Und letztlich kann ich nur für das ERFM sprechen. Ich meine, alle diejenigen, die als Sponsor gerne jährlich einen Betrag überweisen möchten, um diese Arbeit, die ich erfolgreich organisiere, zu unterstützen, diese haben sich auch ein Recht verdient von mir z.Z. mehr Infos zu erhalten, als es jetzt hier im Forum möglich ist. Bitte Unterscheidet das beim ERFM. Wir sind Spezialisten für Meteor und Meteoritenkunde und keine Meteoritenhändler, wie einige meinen und behaupten. Durch unsere Untersuchungen werden wir nur automatisch in die Lage versetzt, Meteorite erst einmal in Besitz zu nehmen. Wir möchten aber lediglich unsere Arbeit finanziert bekommen! Wir könnten möglicherweise auch die Meteorite verschenken! Nur z. Z. ist es jedoch nicht möglich, da alle erst dann Geld geben wollen, wenn wir auch Material anzubieten haben. Bitte, dann bestimmen wir aber auch, wohin der Hase läuft ...

Das sollte man ruhig mal im Kopf behalten, wenn man wieder einmal ein Gesetz für Meteorite machen möchte. Ich bin in der Lage mir den Meteoriten bezahlen zu lassen oder eben den Fundpunkt! Ist mir doch gleich. Aber ein Honorar ist fällig oder eine Finanzierung im allgemeinen. Was billiger ist, kann ich nicht sagen. Ich muß ja schließlich warten, bis Arbeit vom Himmel fällt.

Also, ich schlage vor, erst einmal einen Tasse Tee oder Kaffee kochen, hinsetzten und abwarten, gegebenenfalls mal nachdenken was zu tun wäre. Das ERFM muß zur Zeit schweigen, da führt kein Weg vorbei. Aber ich kann Euch doch wenigstens Grundlegend informieren. Freundschaftliche natürlich und ohne böse Absichten!

Beste Grüße Thomas
Grau ist alle Theorie ...

Offline gsac

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #27 am: Juni 02, 2009, 18:07:04 Nachmittag »
Alex, bitte zeige mir doch mal ein Beispiel, wo es um die "Wurst" geht, wo ökonomisch
interessante Forschungsergebnisse für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen?!

Mein Einwand war ökonomisch wertneutral zu verstehen, Thomas! Ich wollte einfach
nur erläutert haben bzw. möchte begreifen können, was es (..jenseits der Finanzen..)
mit einer "Nachrichtensperre" für Unbeteiligte, aber nichtsdestotrotz an der Thematik
doch durchaus Interessierte auf sich hat. Du hast es jetzt aus Deiner Sicht ja ganz
anschaulich und auch nachvollziehbar erklärt. PS: ich wußte z. B. nicht, daß es da
mehrere konkurrierende, aber sicherlich doch friedlich koexistierende, Gruppen gibt,
die mit ihren diversen Rechenmodellen miteinander in einem gewissen Wettstreit um
Erfolg und Anerkennung stehen. Unter diesem Aspekt kann ich Deine "Nachrichten-
sperre" dann schon neu bewerten und damit wird es mir auch besser verständlich.

Wir können gerne am Freitag beim Berliner Stammtisch darüber diskutieren. Es wird
hoffendlich schönes Wetter und warm sein, so daß ein Treffen im Garten möglich wird ...
( http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=3845.0 )

Werde leider nicht dabei sein können, da ich Freitagabend zu einer internen Fortbildung
muß, aber wir sehen uns ja sicher in Ensisheim und können dann gern noch ein bißchen
weiter darüber plaudern.

:prostbier: Alex [... und nochmals Gratulation zum neuerlichen Erfolg :super:]

Offline Mettmann

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #28 am: Juni 02, 2009, 18:47:59 Nachmittag »
Nunja, ich bin ja kein Mitglied des EFN, um das vorweg zu schicken,
muß aber sagen - (und das weiß ja auch einer der ERFMler ganz besonders  :smile:),
daß sich das EFN seinerzeit beim Neuschwansteinfall im Wortsinne mustergültig verhalten hat
und äußerst schnell die Daten und das eingegrenzte Streufeld jedermann zur Verfügung gestellt hatten,
damit so viele als möglich sich auf die Suche begeben, auf daß der Stein des Anstoßes gefunden werden möge,
was ja dann auch vorzüglich geklappt hat.
Das EFN ist natürlich nicht mit dem ERFM vergleichbar, da dessen Finanzierung nicht durch die Funde erfolgen muß - es bestand ja damals schon 30 Jahre lang ohne einen Fund, unterhält mittlerweile 25 Kamerastationen in 5 Ländern, die alle ehrenamtlich betreut werden.

http://www.dlr.de/pf/en/desktopdefault.aspx/tabid-623/1043_read-1425/

Bei Meteoriten hat man nun eben bei Neufällen das Problem, daß sie so schnell als möglich aufgefunden werden sollten, bevor sie Schaden durch die Witterung nehmen (und die kurzlebigen Isotope ausrauchen). Denn es ist ja der unbeeinträchtigte Zustand, der die neuen Fälle für die Wissenschaft so interessant macht.
(ist ja nicht von mir, ist ja schon vor 40Jahren von der Unesco-Arbeitsgruppe so herausgestellt worden).
Da ist nun eben die Vorgehensweise des ERFM nicht unbedingt ideal - da natürlich viel mehr Zeit verstreicht und weit weniger Leut auf die Suche gehen, was wiederum die Chancen auf ein höheres tkw verschlechtert - wenn mit den Ergebnissen hinterm Berg gehalten werden muß.

Nicht - lief ja bei LaMancha nicht optimal, wo andere ja noch tüchtig gefunden haben,
bzw. lief deutlich besser in Moss, wenn mans dagegen hält oder in West, wo eben kein Geheimnis drum gemacht wurde und daher eine viel größere Schar suchen und v.a. dann auch finden konnte, sodaß die tkws gut ausgefallen und viele Stücke vor dem Verfall bewahrt werden konnte und letztlich mehr Material in den Instituten (und bei den privaten Sammlern) landen konnte. (Nebeneffekt ist zudem, daß sich natürlich die Steine geg. solchen Funden wo mehr und von verschiedenen Leuten gefunden wird, für Sammler und Forscher verteuern).

Daher kann ich, wenn man die Überhöhung wegläßt, nun noch keinen großartigen Unterschied erkennen zwischen dem Erfm und den (zwangsläufig) kommerziell orientierten Meteoritenentdeckern, seins diejenigen, die in die Wüsten fahren zu suchen, seins diejenigen, die im Saharahandel die Spreu vom Weizen trennen, seins diejenigen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, neue Hauptmassen historischer Funde und Fälle zu finden, seins diejenigen, die in Archiven und Bibliotheken nach verschollenen Fällen nachspüren, seins diejenigen, die möglichen oder tatsächlichen neuen Fällen und Sichtunge hinterher reisen.
Den einzigen Unterschied beim ERFM sehe ich darin, daß sie sich auf neue Fälle in Europa spezialisiert haben (und ein bisserl in der Verpackung).

Noch einmal, um nicht mißverstanden zu werden, jeder Neufund ist ein Gewinn und ich halte die kommerzielle "Verwertung" der Funde für gerechtfertigt - nur bleibt eben dann jenes Dilemma, daß eben dieser kommerzielle Aspekt u.U. eine optimale Behandlung eines neuen Falls beeinträchtigen kann.
Und insofern würde ich auch das ERFM nicht zu den rein wissenschaftlichen Institutionen und Einrichtungen zählen wollen,
da das EFN, die Antarktissucher und jede Universitätsexpedition sich nicht durch die Ergebnisse finanzieren müssen und daher auch nicht in einer Konkurrenz zu einander arbeiten müssen.

So seh ich das.
 :prostbier:
Mettmann

 



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Offline gsac

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Re: Wieder mal in Österreich...
« Antwort #29 am: Juni 02, 2009, 19:25:14 Nachmittag »
Daher kann ich, wenn man die Überhöhung wegläßt, nun noch keinen großartigen Unterschied erkennen zwischen dem Erfm und den (zwangsläufig) kommerziell orientierten Meteoritenentdeckern, seins diejenigen, die in die Wüsten fahren zu suchen, seins diejenigen, die im Saharahandel die Spreu vom Weizen trennen, seins diejenigen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, neue Hauptmassen historischer Funde und Fälle zu finden, seins diejenigen, die in Archiven und Bibliotheken nach verschollenen Fällen nachspüren, seins diejenigen, die möglichen oder tatsächlichen neuen Fällen und Sichtunge hinterher reisen. Den einzigen Unterschied beim ERFM sehe ich darin, daß sie sich auf neue Fälle in Europa spezialisiert haben (und ein bisserl in der Verpackung).
         .....
Noch einmal, um nicht mißverstanden zu werden, jeder Neufund ist ein Gewinn und ich halte die kommerzielle "Verwertung" der Funde für gerechtfertigt - nur bleibt eben dann jenes Dilemma, daß eben dieser kommerzielle Aspekt u.U. eine optimale Behandlung eines neuen Falls beeinträchtigen kann. Und insofern würde ich auch das ERFM nicht zu den rein wissenschaftlichen Institutionen und Einrichtungen zählen wollen, da das EFN, die Antarktissucher und jede Universitätsexpedition sich nicht durch die Ergebnisse finanzieren müssen und daher auch nicht in einer Konkurrenz zu einander arbeiten müssen.

Kann man es so zusammenfassen?

(1.) Das ERFM muß, auch wenn es sich den Zielen der Wissenschaften ausdrücklich verpflichtet erklärt, einen kommerziellen Hintergrund haben, der sich aus der Konkurrenz zu anderen kommerziell agierenden Modellrechnungs- und Suchgruppen und vor allem auch aus ökonomischen Lebensnotwendigkeiten seiner Betreiber herleitet. Was zum Beispiel "Nachrichtensperren" als völlig legitimes taktisches Mittel der Betreiber einschließen kann und zuweilen muß, mit allen bereits genannten Vor- und Nachteilen aus dieser oder jener Perspektive.

(2) Das EFN wird aus Mitteln der DLR, aus Fördergeldern und aus ehrenamtlicher Mitarbeit der nichtwissenschaftlichen, sowie universitär bezahlter Mitarbeit der kooperierenden Wissenschaftler betrieben, mag zwar sehr wohl auch ökonomischen Zwängen ausgesetzt sein, aber muß deshalb nicht kommerziell aktiv werden, sondern kann sich allein der reinen Wissenschaft verpflichtet sehen. Was zum Beispiel "Nachrichtensperren" als taktisch notwendiges Mittel ausschliessen läßt, mit den genannten Open-Play-Vorteilen wie bei z. B. Neuschwanstein.

Oder sehe ich das falsch?

Alex

PS: Admin, sollte man den letzten Teil aus dem "Österreich"-Thread abkoppeln, oder ist es noch integraler Bestandteil..?? :-)

 

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