Autor Thema: ANSMET  (Gelesen 14776 mal)

Offline karmaka

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Re: ANSMET
« Antwort #15 am: Dezember 05, 2011, 00:57:21 vorm. »
Gerade ist ein Artikel über ANSMET in der Washington Post erschienen:

http://www.washingtonpost.com/national/health-science/at-the-bottom-of-the-world-a-controversial-search-for-cosmic-leftovers/2011/12/02/gIQAUU8hTO_story.html

http://www.washingtonpost.com/national/health-science/at-the-bottom-of-the-world-a-controversial-search-for-cosmic-leftovers/2011/12/02/gIQAUU8hTO_story_1.html

Zitat
Harvey pinned the cost of ANSMET at about $1 million a year. He said it’s a bargain; Cassidy called it “the poor man’s space program.” Sending robots or humans into space to collect such rocks would costs tens of billions. “It’s a unique way to explore the solar system, and we are doing it inexpensively, minimizing risk, and bringing home the bacon,” said Harvey. “In this case, the bacon is space rocks.”

To McCain and Sen. Tom Coburn (R-Okla.), though, that bacon smells like pork. In August 2010, the pair listed what they called the 100 most wasteful projects funded by the 2009 stimulus act. A $600,000 grant to ANSMET clocked in at No. 75. The report suggested that the program had collected enough meteorites already.

Kann es jemals genug gefundene Meteoriten geben?  :einaugeblinzel:

Bonne nuit!

Martin


MilliesBilly

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Re: ANSMET
« Antwort #16 am: Dezember 05, 2011, 11:48:05 vorm. »

Meine Herren, ich glaub, wir brauchen dringend ein neues Geislingen, Ansmet feeling einbegriffen. Schnee und Eisfelder gabs dort auch, von den immensen Summen, die in die örtlichen Pensionen, Wirtschaften und, horribile dictu, Nightclubs (Team Schweiz) geflossen sind, ganz zu schweigen. In diesen wonnig-frostigen Zeiten herrschte hier fast einmütige Euphorie, quasi eine FallendeSternStunde des Forums. Und wenn dann gar nochwas gefunden würde (einverstanden mit Mars) - nicht auszudenken.

Gern nerv ich auch aufs Neue mit einer schon mehrfach getätigten Nachfrage. Der anschwellende Mettmann'sche Rocksgesang ist ja nun in der Tat einer nicht zu übersehenden Misslichkeit gewidmet. Da frag ich mich weiterhin ganz naiv: welcher tätige Schritt könnte in Folge der Klage getan werden, um die Zustände dahingehend zu bessern, dass es zu mehr Einvernehmlichkeit zwischen privater und wissenschaftlicher Seite käme, die betreffenden Länder selbstverständlich mit eingeschlossen?

Aber das führt nun auch wieder nur vom Thema ab, ich bitte also, dies als offtopischen Einwurf zu entschuldigen. Und damit back to teuerkalt Antarctica mit seinen Wandermets.



MeteoritenanundVerkauf

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Re: ANSMET
« Antwort #17 am: Dezember 05, 2011, 12:59:47 nachm. »
Naja, ich halt mich jetzt erstmal zurück mit Beiträgen.
Wenn man nix schreibt, kann man auch nix falsch machen,
auch wenns zu jeistiger Entropie führt.

Schad ja nix.

 :prostbier:
Mettmann




Ei, das hoff ich doch nicht Mettmann. Ich schreib zwar nit viel, lese deine Ausführungen dennoch jedesmal mit großem Interesse. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in den US-Listen einen Händler und zugleich LIEBHABER der Steine gibt, die ähnlich fundiert berichten, sondieren und sezieren... Ich finde deiner Berichte großartig. Man  kann zwar in Punkten eine andere (seine Eigene) Meinung haben - doch kann man dir weder Sachkenntnis noch die Fähigkeit Dinge auf den Punkt zu bringen absprechen. Ich hoffe somit (auch für alle Neueinsteiger, die dringend auf Infos angewiesen sind) dass du´s weiter so sprudeln lässt! Mal ganz abgesehen davon dass du deine Meinung so humoristisch raffiniert würzen tust - dass es einem immer Freude macht deine Ausführungen zu lesen.

Guckts euch doch mal die US - Liste an: ich hab mich da ehrlich gesagt wieder frustriert ausgeklinkt, weil von den 40 neuen Posts jeden Tag mindestens die Hälfte nur händlerinternes Aufeinander-rumgehacke ist. Da gehts doch nur ums Businesssss... Grausam sag ich da.

Du hast es ja bereits richtig erkannt: man kann es nicht jedem Recht machen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, die meisten Leser denken wie ich: mach weiter so ! Wir haben das Glück in D, dass wir fundierte Infos frei Haus geliefert bekommen, wo der Martin sich sutundenlang die Arbeit macht - Infos zusammenzuklauben und sie uns mundgerecht und verständlich zuzutragen. Ich find das sehr famos.  Danke Ma!

Gruß aus Franken - Micha 

Offline Mettmann

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Re: ANSMET
« Antwort #18 am: Dezember 06, 2011, 14:43:44 nachm. »
Erröth...
Nunja, die Mettmannschen Schwanengesänge sind längst schon ungehört verhallt,
staaad wird er sein, denn meteoritsch beginnt nun die Stade Zeit, es ist seiner Meinung nach nämlich schon viel zu spät  x-06 und das letzte Gurgeln der Brunnenkinder zu kommentieren - I bin doch ned der Himbeertoni!  :w-or:

Zitat
dass es zu mehr Einvernehmlichkeit zwischen privater und wissenschaftlicher Seite käme

Ist hier in D, wenn es um einen neuen Geislingen gehen sollte, völlig anders als in F, nicht nötig - hier in D herrscht längst eine fruchtbare Kooperation und großartiges Einvernehmen zwischen privater Seite und Forschung/Instutioneller Sammlungstätigkeit. Das betrifft die Neufunde, selten genug geschehen sie, wie natürlich rein mengenmäßig alle anderen Meteorite, sind wir doch ein reichlich meteoritenarmes Land, sodaß ohne die permanente Versorgung der spezialisierten Departemengs der Unis gerade auch mit den seltensten neuen Brüdern aussem All, der Umfang der Forschung, wie wir ihn jetzt haben, ja kaum möglich wäre. - Daher gibt es wohl kaum einen von der wissenschaftlichen Seite in D, der das private Engagement nicht begrüßen oder gar Anstoß daran nehmen würde - und falls es welche gäbe, die noch nicht über die Kenntnisse verfügen, daß diese Kooperation überaus fruchtbar für ihre eigene Tätigkeit ist und historisch gewachsen, so opponieren sie nicht in dieser agressiven Weise, wie wir es in anderen Ländern gelegentlich in den Medien erleben.
Insofern ist hierzulande alles in bester Ordnung und die Handlungsanweisung für die private Seite wäre vielleicht, schlicht und einfach fortzufahren, die Institute mit (aufregendem - also nicht gerade H5, W3-4) Forschungsmaterial weiter zu versorgen und die Förderung des öffentlichen Interesses an dieser Disziplin, vulgo die Werbung, durch die vielfältigen Aktivitäten, wie sie die Sammler und Händler in D betreiben, fortzusetzen.

In manch andern Ländern sieht es freilich zappenduster aus oder es ziehen dunkle Wolken herein.

Naja in anderen Ländern gibt es eben zu einem nicht die lange Wissenschaftstradition bei den Meteoriten, wie wir sie bspw. in Deutschland oder in Österreich haben und zum anderen auch nicht eine so lebendige und umfangreiche Sammlerwelt, die Fehlentwicklungen durch Aufklärung und Einflußmöglichkeiten vorbeugen oder entgegensteuern könnte.
Die Probleme treten ja nicht in den Ländern mit einer etablierten Meteoritenkultur auf, also nicht in Deutschland, USA, Kanada, Japan, England ect. sondern hauptsächlich in solchen, wo kaum gesammelt wird und wo es keine oder kaum meteoritische Forschung gibt, also schlicht die Kenntnisse nicht vorhanden sind, was methodologisch für Rahmenbedingungen Voraussetzung sind, daß Meteorite gefunden werden können - also Länder wie Australien, Oman, viele Saharaländer oder Länder wo es eh kaum Meteorite gibt.  Das ist natürlich insoweit tragisch, daß da auch meistenteils Länder darunter sind, die mit Abstand am produktivsten für die Meteoritensuche sind und sein könnten - sodaß die ganze Disziplin und der rasante Erkenntnisfortschritt, den wir die letzten beiden Jahrzehnte erlebt haben, insgesamt und international Gefahr läuft, irreparablen Schaden zu nehmen.

Nun, da sich diese Länder nicht selbst behelfen können, wäre es eigentlich eine Aufgabe für eine internationale Vereinigung, Hilfestellung zu leisten.
Nur gibt es dererlei bei den Meteoriten nur zweie.
Das ist zu einem die Meteoritical Society;
doch diese sieht es nicht in ihrem Aufgabengebiet die Meteoriterei dahingehend zu fördern, auf einem akademischen Level Empfehlungen auszusprechen, was ihre Mitglieder in den jeweiligen Ländern beachten und garantieren müßten, daß dort mehr (oder überhaupt) Meteorite gefunden werden können, was den jeweiligen nationalen Institutionen zu Gute käme - oder gar, in einen letztlich (forschungs-)politischen Diskurs einzugreifen;
sondern die MetSoc ist eine Gesellschaft, die den wissenschaftlichen Austausch befördert, in dem sie Meetings und Kongresse organisiert, die Daten aller Meteorite verwaltet und herausgibt (Meteoritical Bulletin), sowie das Fachmagazin MAPS.

Die andere Vereinigung wäre die IMCA, die zugegebenermaßen die schwächere Position innehat, da sich ihre Mitgliederschaft zum größeren Teil aus Privatsammler und Meteoritenerzeugern und -händlern zusammensetzt, ihr das Image anhaftet, eine Lobbyorganisation des kommerziellen Handels zu sein
und somit wohl nicht unbedingt viel Gehör finden würde in wissenschaftlichen Diskussionen (zumindest nicht bei denen, die es am meisten anginge),
was allerdings das geringere Problem wäre.
Das größere ist, daß die IMCA vor 3 Jahren einen Kursschwenk in ihrer Politik vollzogen hat hin zu einem appeasement und darüberhinaus zur proaktiven Unterstützung von Maßnahmen, die erkennbar schädlich für das Auffinden neuer Meteorite und die nationale und internationale Forschung sind, sei es bei der Einführung neuer porhibitorischer Gesetze, sei es, in dem sie quasi-polizeiliche Aufgaben übernehmen will, teilweise in vorauseilendem Gehorsam, für die Stellen der betroffenen Länder, die die Befolgung von Meteoritenregularien überwachen sollen und das selbst bei solchen Ländern, die der Einhaltung solcher Regularien keine Bedeutung einräumen.
Insofern ist die IMCA zurzeit für eine Verbesserung in diesem Komplex ungeeignet, solange sie gegen die Interessen ihrer Mitglieder, sei es der private Sammler, sei es der Wissenschaftler, handelt. Vielleicht hat ja der neue Direktor, den wir hier im Forum haben, mehr Fortune, den Laden auf einen meteoritenfreundlicheren Kurs zurückzuführen.

Was man machen könnte, Milly, ist eigentlich nicht so sehr die Frage, sondern wer es machen könnte.

Zurück zum Thema.
Zwar kostet Ansmet schon deutlich mehr als nur die jährliche Einzelzuweisung der NSF,
aber das ist nicht die Frage - da ist jeder Penny gut angelegt, insbesondere wenn man tatsächlich die Kosten dagegenhält, der Unterfangen - grad ist ja schon der nächste Marsrover auf die Reise gebracht worden - die gleichartige Fragestellungen beantworten sollen und es nicht in dem Maße können, wie die Untersuchung der Proben anderer Himmelskörper in irdischen Labors.
Dieser ganze Zinnober ist Wahlkampfgeklingel. Dieser Senator, der ja auch einmal selbst Präsidentschaftskandidat war, ist ja seit Jahren bemüht, vergessen zu machen, daß unter der Regierungszeit seiner Partei der Staatshaushalt seines Landes völlig aus den Fugen geraten ist, indem er sich als eisener Sparer darzustellen versucht. Sei es in der Ablehnung der allg. Krankenversicherung, sei es in dem Kladderadatsch der Erhöhung der geseztl. Schuldengrenze, seis im Fordern nach dem Ausstieg aus den Verträgen für die Entwicklung neuer Kampfflugzeuge, diese mal bestellt hatten und wo die Kosten völlig aussem Ruder, ("trillion"?) und das eben auch vor dem Hintergrund, daß dessen Partei seit Jahren Fundamentalopposition betreibt, aber mit keinen eigenen Vorschlägen aufwarten kann - daher wohl dieser Gag mit den 100 sinnlosesten Forschungsausgaben.
Der andere Senator scheint unbekannt zu sein und nur als Populist aufgefallen zu sein, bspw. mit der Forderung der Todesstrafe für Abtreibungsärzte oder dem Verbot der Ausstrahlung des Filmes "Schindlers Liste", da die dort dargestellte Nacktheit jugendgefährdend sei.

Lustig allerdings, dasse beide ausgerechnet aus Arizona sind, wo ja das größte Nest der Meteoritenleut sitzt.
Vielleicht solltens mal einen von ihren Büros dort hinschicken, damit die denen mal aufschreiben, was ein Meteorit überhaupt ist.

Also alles in allem nicht ernstzunehmen und der Ruf nach "Rettet ANSMET", wie auf der US-List geschehen, wohl etwas übertrieben.
(Mei und zur Not findens halt dann die Japaner und die Chinesen).

 :prostbier:
Mettmann
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Offline Greg

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Re: ANSMET
« Antwort #19 am: Dezember 06, 2011, 15:29:22 nachm. »
Hi,

etwas am Thema vorbei, aber ich persönlich glaube fest daran - wobei ich hierfür keine Fakten habe, mich mit den einzelnen Gesetzen der Bundesstaaten nicht auskenne und es einfach nur ein "Bauchgefühl" ist, was sich schlagartig nach einer Folge der "Meteoriten Männer" bildete  :einaugeblinzel: - dass wir in den nächsten 10 bis 30 Jahren noch einiges von australischen Meteoriten hören und sehen werden.

Auch wenn man Genehmigungen braucht und es alles derzeit nicht lukrativ ist oder gar verboten zu sein scheint und dadurch anscheinend auch nicht betrieben wird, so sind auf diesem Kontinent sicherlich noch viele, sehr viele Meteoriten zu finden. Geoffrey Notkin beschrieb beispielsweise die Bedingungen in der Nullarbor Plain als phantastisch.
Man sollte sich einmal ernsthaft mit den Bestimmungen auseinandersetzen und dann nach dort hin eine Exkursion unternehmen... 
Ja ja, Wunschträume oder Ziele...? :streichel:

Also, sollte ANSMET das Geld ausgehen, die Sahara abgegrast und meteoritisch leer werden oder durch politisch/religiöse Dinge zu gefährlich werden, dann wird man sich wieder besinnen auf den großen roten Kontinent und er wird wie der Phönix aus der Asche und so weiter... :laughing:

Greg  x-02

Offline Mettmann

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Re: ANSMET
« Antwort #20 am: Dezember 06, 2011, 16:59:32 nachm. »
Hi Greg,

daß in Australien die Meteoriten umeinanderliegen und ihrer Aufhebung warten, ist üüüüüüüberhaupt nicht die Frage!

Das weiß man schließlich aus der Statistik, als man da noch suchen durft und wo auch noch institutionelle Suchen durchgeführt wurden.
Weißt, wen wir Chladnis Dir sowas wie den frischen Brachiniten anbieten und dann behaupten, daß es das beste Angebot der Geschichte sei,
dann ist das so, weil halt sonst diese Rarlinge früher nur in Australien gefunden wurden, mehr als in der Antarktis und mehr als in der Sahara pro Fläche/Suchzeit - es ist evident anhand aller raren Klassen, - es gab kein Land vor der Sahara, wo derart viel der exotischsten Klassen gefunden worden war als Australien - evident, daß es das Zeigl dort nicht nur gibt, sondern daß es ein vielversprechendes und besseres Fundgebiet ist, als wohl die allermeisten anderen Wüsten.

NUR es ist politisch unerwünscht, daß Meteorite dort gesucht werden.
Es geht keiner hin, weil er alles dem Schdoooohd abliefern muß, entschädigungslos.

Das ist das einzige Problem! Da haben sich eben Leut an die Spitze der Mettbewegung gesetzt, deren Bestreben es war, aus übertriebener Sorge vermutl. (Auslöser mag der Calcalong Creek gewesen sein), sich die Pfründe zu sichern und alle anderen Finder als sie selber rauszuhalten, in dem sie gesetzlich reglementieren.

Nur das Problem war danach, daß sie selber es eben nicht auf die Reihe gebracht haben und das bis heute nicht, vernünftig Meteorite zu finden.
Es gab zwar drei Expeditionen, aber die letzte ist eben auch bald 20 Jahre her. Wovon das Resultat einer davon, die Euromet-Expedition, halt auch in keinerlei Verhältnis zu den Kosten stand.
Es ist halt dort noch heute so, daß die Verhinderung, daß ein australischer Meteorit, oder auch nur Teil davon, in private Hände fällt, ein höheres Gut ist,
als daß überhaupt ein Meteorit gefunden wird und in die australischen Labs und Staatssammlungen kommt.

Hätte man es vor zehn Jahre rückgängig gemacht, dann hätte man in Australien nun mindestens soviele Mond- und Marsfunde wie im Oman und allerhöchstwahrscheinlich mehr anderer Rarlinge als dort - und somit, selbst wenn man keinen Pfenning für die Beschaffung von Meteoriten ausgeben würd,
unendlich mehr an interessanten Samples in den Instituten völlig kostenfrei, wenn man ein zwei Klassifizstellen angeboten hätte, allein durch das übliche Depositverfahren.

Das alles ist aber nicht erwünscht. Wir sind in Australien auf den Stand der 1860iger Jahre zurückgeworfen (Achtzehnhundert, nicht Neunzehnhundert).
Daher werden wir vermutl. auch in Zukunft nix aus Australien hören, da - es ist letztlich nur eine personelle Frage - momentan halt immer noch dieselben Leute auf den maßgeblichen Positionen sitzten, die seinerzeit den Schlamassel angerichtet haben und nachwievor von der Richtigkeit ihres Tuns überzeugt sind.

Sicherlich, man kann argumentieren, daß diese Meteorite ja nicht weglaufen und die dann eben spätere Generationen ernten sollten.
Nur ich hab da eben meine praktischen Zweifel. Es geht eben die ganze Forschungsstruktur bei den Meteoriten flöten dort unten.
Australien war Meteoritenland nummro zwo auf der Welt vor dem Saharaboom.
Heute haben wir die Situation, daß die Australischen Forschungseinrichtungen so heruntergekommen sind, daß sie kaum in der Lage sind, überhaupt noch einen Meteoriten zu klassifizieren. Such mal die Jahresberichte des Australischen Mettnabels Perth heraus, dort war Zielsetzung im Zwo-Jahres-Plan, die Mettaktivitäten stark zu forcieren - nun und was dann kam, für diesen projektierten Zeitraum - da wurden dann in ganz Australien zwei einzelne Meteorite in diesen zwei Jahren klassifiziert!
Und im Keller hamse noch 300 Funde ihrere früheren Expeditionen, die nach bald 20 Jahren immer noch nicht klassifiziert worden sind!
Ich frag mich dann halt, wo alle Welt über Mittelknappheit klagt, siehst ja daß gar das ANSMET-Programm infrage gestellt wird,
wie die sich das vorstellen - konkurrenzfähig zu privaten Suchen ist naturgegebenermaßen egal wo auf der Welt keine institutionelle Suche - wie sie sich das vorstellen, wenns eh keine Meteoritenfunde dort gibt, wie die jemals überhaupt dann mal die Mittel zusammenkriegen wollen, um Stellen zu schaffen, um wieder Expeditionen machen zu können, um ihre Labs auf vordermann zu bringen ect.?
Nicht? Wie stellen die sich das vor, selbst solche neuen Projekte wie das Feuerkugelnetz, wofür sie Mittel einwerben konnten, später weiterfinanziert zu bekommen? Nicht wahr, Hauptargument für diese Stationen im Förderantrag war, vermöge dieses Netzes neue und meeeehr neue Meteorite finden zu können. Ja bitte was sollen sich die für die Vergabe der Mittel zuständigen Stellen denken, wenn sie als Ergebnis, wie jetzt lesen, ja wir haben zwar etlich garantierte Dropper fotografiert und trianguliert - aber in 90% dieser Fälle hattmer keine Zeit suchen zu gehen.

Weißt Greg, nicht daß Landstriche abgeerntet wären, nicht der private Sektor ist das Problem,
diese paradiesischen Zuständ, der 2000er, wo die Sammler wie die Forscher all diese sensationellen Neufunde hereinbekommen haben und im Vgl zu den früheren Jahrhunderten fast zum Nulltarif - das könnt 20 Jahre lang noch so weitergehen.
Es wird nur eben in vielen Ländern einfach unterbunden, weil fachfremde Beamte und weil einzelne Meteoritenforscher in diesen Ländern, es schlicht und einfach verbieten lassen.

Für Australien seh ich keine Hoffnung, wenn das MetSoc-Treffen in Perth ähnlich scheitert wie der MetSoc-Sahara-Workshop,
dann werden wir keine nennenswerten Funde mehr zu unseren Lebzeiten in Australien erleben.

Es ist keine wissenschaftliche Frage, keine Begrenzung durch die Natur, noch eine Frage des Unwillens oder der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Privaten - es ist eine politische Entscheidung auf Seiten einzelner Mettforschers/kuratoren in jenen Ländern.

Und das Gefährliche ist, die Welt würde sich auf völlig gleiche Weise weiterdrehen, selbst wenn die komplette Weltmeteoriterei vollständig vor die Hunde gehen würde - es würde eigentlich niemand bemerken.
Niwwa? Wemmer z.B. eine solche Situation hätten, daß einzelne Wissenschaftler, sagen wir, die universitäre Krebsforschung oder die Halbleitertechnik in ihrem Land willentlich oder unwissentlich gegen die Wand fahren würden, gäbs einen Riesenaufschrei und entsprechende Konsequenzen.
Aber Meteorite - so grundlegend die Erkenntnisse, die wir über unz und das Wöltall aus ihnen auf diese noch dazu so einfache und billige Weise gewinnen, auch sind - es ist eine Orchideennische im Wissenschaftsbetrieb.
Niemand wird das Verschwinden der Mets und ihrer Erforscher bemerken.

 :weissefahne:
Mettmann

PS: Sodala, das muß aber nun bis zum nexxten Frühjahr reichen.
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Offline Greg

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Re: ANSMET
« Antwort #21 am: Dezember 06, 2011, 18:58:11 nachm. »
Hi Mettmann,

leider ist deine Argumentation inhaltlich schlüssig. Leider, weil es schade für uns Meteoriten-Liebhaber ist.
Sofern der Umgang mit den Meteoriten dort wirklich so frustrierend ist, was ich nicht beurteilen kann. Außer deinen Stellungnahmen habe ich bzgl. australischen Meteoritenangelegenheiten groß keine weiteren Infos. Habe auch nicht danach gesucht, weil es letztlich für mich nicht relevant war.

Es ist sehr schade, wenn von seiten eines Staates nur negatives Interesse an solchen Himmelssteinen liegen sollte.

Hier im Forum hat sich mal jemand aus Australien angemeldet. Ich glaube, er hat geschrieben (bin mir aber nicht sicher; kann auch wer anders gewesen sein), dass es in Australien zwischen den Bundesländern Unterschiede gibt und es an manchen Orten niemanden stört und erlaubt sei. Letztlich erscheint ist es mir unklar, was wo dort erlaubt, geduldet oder nicht erlaubt ist.
Wie auch immer; dies muss und kann wahrscheinlich hier nicht geklärt werden. Ich glaube einfach, dass, falls der Sahara-Bereich wirklich zukünftig weniger bis sehr wenig Material hergeben sollte (was relativ ist) und die Sammlerschaft nicht kleiner, sondern sogar noch größer werden sollte, sich auf einem so riesigen, aber dünn besiedelten Kontinent wie Australien, wo die Leute tendentiell eher locker und freizeitorientiert sind, Möglichkeiten finden lassen, auch auf legalem Wege.

Vielleicht nehmen wir uns oder die Meteorite auch zu wichtig und in 10-20 Jahren interessiert das Ganze auch hier niemanden mehr? Vielleicht wird aber auch in 10 Jahren ein riesiges Eisenstreufeld mit super tollen Eisenstücken irgendwo im westaustralischen-Outback gefunden, was einen Hype auch bei den Australiern auslöst und ein anderes Denken bewirkt. Wer weiß?  :w-or:

Greg  :hut:

MilliesBilly

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Re: ANSMET
« Antwort #22 am: Dezember 06, 2011, 19:40:06 nachm. »

Wer es machen soll?

Ich skizziere mal ein bislang noch völlig fiktives Procedere am Beispiel Australien.

Es erscheint eine glänzend gemachte, in internationaler Zusammenarbeit "privat" + "professionell" erarbeitete Monographie, irgendeinem der berühmten australischen Meteoriten gewidmet.

Man nimmt's Büchlein zum Anlass und schickt's an die bekannten australischen Sammler/Händler und natürlich an die entsprechenden Museen/Institute/Bibliotheken/Labors mit Bitte um Feedback; dann auch an zuständige Regierungsstellen, sowohl regional als auch nach Canberra (zusammen mit dem, voraussichtlich positiven, Feedback).

Man führt explizit aus, wie diese Publikation aus der gedeihlichen, beiden Seiten förderlichen Kooperation privat/professionell entstanden ist und zeigt des weiteren die Perspektiven auf, die sich beidseits eröffnen würden, würde die restriktive Gesetzgebung gelockert oder gar suspendiert. So könnte man vorschlagen, von jedem neu gehunteten Meteoriten nach Klassifikation einen angemessen definierten Anteil den einschlägigen Forschungs-/Museumsinsitutionen des Landes zu überlassen; die oben angenommene Publikation zu einer repräsentativen Reihe auszubauen; anbieten, sich bei der privaten Suche mit den entsprechenden Spezialisten des Landes zusammenzutun (was eh sinnvoll wäre) etc.

Dieses Schreiben müsste von unterstützenden Statements möglichst prominenter internationaler Meteoritizisten begleitet sein, namentlich professioneller - sind ja schließlich nicht alles Holzköpp. Und natürlich auch von positiven Empfehlungen der beiden genannten Vereinigungen MetSoc und IMCA - auch wenn die selber nicht aktiv werden, könnten sie dennoch bereit sein, wenigstens pro zu optieren.

So, oder so ähnlich.


 




Offline speul

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Re: ANSMET
« Antwort #23 am: Dezember 06, 2011, 20:28:53 nachm. »
Zitat
Man führt explizit aus, wie diese Publikation aus der gedeihlichen, beiden Seiten förderlichen Kooperation privat/professionell entstanden ist und zeigt des weiteren die Perspektiven auf, die sich beidseits eröffnen würden, würde die restriktive Gesetzgebung gelockert oder gar suspendiert. So könnte man vorschlagen, von jedem neu gehunteten Meteoriten nach Klassifikation einen angemessen definierten Anteil den einschlägigen Forschungs-/Museumsinsitutionen des Landes zu überlassen; die oben angenommene Publikation zu einer repräsentativen Reihe auszubauen; anbieten, sich bei der privaten Suche mit den entsprechenden Spezialisten des Landes zusammenzutun (was eh sinnvoll wäre) etc.

Polemikmodus an:
klingt gut, kann man nur hoffen das die australische Legislative schneller als die deutsche ist, denn auch hierzulande weiß man seit reichlich einem, oder sind mittlerweile zwei Jahrzehnten, daß die Sommerzeit keine Energie spart, viel kostet, gesundheitlichen Streß bedeutet usw, aber trotzdem bleibt sie bestehen
Polemikmodus aus

speul, frustriert
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

MilliesBilly

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Re: ANSMET
« Antwort #24 am: Dezember 06, 2011, 20:50:55 nachm. »
Zitat
Man führt explizit aus, wie diese Publikation aus der gedeihlichen, beiden Seiten förderlichen Kooperation privat/professionell entstanden ist und zeigt des weiteren die Perspektiven auf, die sich beidseits eröffnen würden, würde die restriktive Gesetzgebung gelockert oder gar suspendiert. So könnte man vorschlagen, von jedem neu gehunteten Meteoriten nach Klassifikation einen angemessen definierten Anteil den einschlägigen Forschungs-/Museumsinsitutionen des Landes zu überlassen; die oben angenommene Publikation zu einer repräsentativen Reihe auszubauen; anbieten, sich bei der privaten Suche mit den entsprechenden Spezialisten des Landes zusammenzutun (was eh sinnvoll wäre) etc.

Polemikmodus an:
klingt gut, kann man nur hoffen das die australische Legislative schneller als die deutsche ist, denn auch hierzulande weiß man seit reichlich einem, oder sind mittlerweile zwei Jahrzehnten, daß die Sommerzeit keine Energie spart, viel kostet, gesundheitlichen Streß bedeutet usw, aber trotzdem bleibt sie bestehen
Polemikmodus aus

speul, frustriert

Kann man schlecht vergleichen. Die Sommerzeit gilt Eu-weit und die Abschaffung wäre daher ungleich komplizierter; zudem ist es in der Öffentlichkeit ein flächendeckendes Thema mit unzähligen Interessen, Pros und Contras.

Das exotische Meti-Thema, da würden u.U. ein paar gezielte Interventionen wie oben beschrieben ausreichen, und das (vorerst mal) in nur einem Land. Ist potentiell weitaus einfacher.



Offline gsac

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Re: ANSMET
« Antwort #25 am: Dezember 06, 2011, 21:18:02 nachm. »
Das exotische Meti-Thema, da würden u.U. ein paar gezielte Interventionen wie oben beschrieben
ausreichen, und das (vorerst mal) in nur einem Land. Ist potentiell weitaus einfacher.

Die Idee als solche ist grundgut, Milly! Freilich wird es potenziell an den Leuten scheitern, die
eine vermutlich zementierte Meinung haben, so lange diese Leute noch in Amt und Würden sind
und einen nicht unmaßgeblichen Einfluß auf die Legislative haben. Namen müssen wir hier nicht
nennen im öffentlichen Forum, das kann jeder für sich selbst leicht recherchieren.

Alte Wunden - Calcalong Creek! - und sicherlich auch Verkrustungen und Verhärtungen in den
persönlichen Sichtweisen im Laufe der Jahre. Man muß gar nicht weit schauen - diese Haltung
findet sich selbst in Europa. Auch hier keine Namen, aber mindestens mal zwei, drei Direktoren
bedeutender Museen, die einen gewissen Einfluss haben (und geltend machen könnten), fallen
einem dazu auch ein, die einen eher restriktiven Kurs fahren.

Ich setze da eher 1. auf den Zahn der Zeit und die Tatsache, daß alle ersetzbar sind, sowie im
konkreten Fall auch 2. ziemlich konkret auf das vorgesehene MetSoc-Meeting in Australien, das
hoffentlich, gerade dort vor Ort, einen Umdenkungsprozess einleiten könnte. Was man selber als
MetSoc-member dazu beitragen kann? Eine gut formulierte Petition unterschreiben, die rechtzeitig
eingereicht und zum Thema gemacht wird. Die IMCA halte ich nach den Beobachtungen der letzten
ein, zwei Jahre für eher ungeeignet, so einen möglichen Prozeß positiv zu begleiten oder erst recht
zu beschleunigen. Aber auch da kommen neue Leute ans Ruder bzw. sind schon, und auf die kann
und sollte man dann auch setzen! Die müssen sich freilich erst bewähren und auch durchsetzen!

Was man immer nur zuletzt aufgeben darf, ist: ... die Hoffnung!

Alex  

MilliesBilly

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Re: ANSMET
« Antwort #26 am: Dezember 06, 2011, 23:37:04 nachm. »
Freilich wird es potenziell an den Leuten scheitern, die
eine vermutlich zementierte Meinung haben

gsac, übernehmen Sie. Sollten Sie gefasst werden, werden wir leugnen, Sie zu kennen.

Offline gsac

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Re: ANSMET
« Antwort #27 am: Dezember 06, 2011, 23:42:44 nachm. »
Freilich wird es potenziell an den Leuten scheitern, die
eine vermutlich zementierte Meinung haben

gsac, übernehmen Sie. Sollten Sie gefasst werden, werden wir leugnen, Sie zu kennen.


"Round up the usual suspects!"  :belehr:
http://www.youtube.com/watch?v=5kiNJcDG4E0

MilliesBilly

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Re: ANSMET
« Antwort #28 am: Dezember 06, 2011, 23:50:59 nachm. »
Freilich wird es potenziell an den Leuten scheitern, die
eine vermutlich zementierte Meinung haben

gsac, übernehmen Sie. Sollten Sie gefasst werden, werden wir leugnen, Sie zu kennen.


"Round up the usual suspects!"  :belehr:
http://www.youtube.com/watch?v=5kiNJcDG4E0

Diese Nummer hier wäre die Alternative ...

Offline gsac

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Re: ANSMET
« Antwort #29 am: Dezember 07, 2011, 00:05:38 vorm. »
Freilich wird es potenziell an den Leuten scheitern, die
eine vermutlich zementierte Meinung haben

gsac, übernehmen Sie. Sollten Sie gefasst werden, werden wir leugnen, Sie zu kennen.


"Round up the usual suspects!"  :belehr:
http://www.youtube.com/watch?v=5kiNJcDG4E0

Diese Nummer hier wäre die Alternative ...


Nein, mit so einem läßt man sich nicht ein - da muß man gleich "STOP".....
http://www.youtube.com/watch?v=vyapiXSA3Ag
PS: bei dem hier gibt´s das passende Schild dazu, und der ist von wo..??? GENAU!!!  -->> Ebay!  :eek:

 

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