Autor Thema: Meteorit Oldenburg (1930)  (Gelesen 26894 mal)

Offline gsac

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #60 am: August 06, 2013, 21:31:52 nachm. »
Für den Ort Bissel könnte man sich eigentlich nur so jemanden wünschen wie den (zufallsbedingt)
glücklichen "Finder" des Meteoriten von Braunschweig neulich, der dann aber sofort die Bedeutung
dieses Falls erkannt und dann auch nachhaltig klug gehandelt hat, soweit ich das nach all dem
beurteilen kann, was mir dazu insgesamt bekannt geworden ist. Dort, wie insbesondere auch bei
den Kuratoren der beiden beteiligten Institutionen, fehlt mir einfach das Grundverständnis für die
Bedeutung so eines Ereignisses in unseren Breiten. Wobei ich da selbstverständlich zunächst und
auch zuletzt viel mehr die Kuratoren in die Pflicht nehmen möchte als die Dorfbewohner oder deren
Bürgermeister, die jetzt wohl ohne "ihren" Meteoriten feiern werden und trotzdem hoffentlich und
ganz bestimmt Spaß dabei haben werden...

Alex

Offline rbartoschewitz

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #61 am: August 06, 2013, 23:14:16 nachm. »
Träger der beiden Museen ist u.a. das Land Niedersachsen und beide Museen erhielten das Zertifikat „Registriertes Museum“.  Träger des „Registrierten Museum“ sind ebenfalls das Land Niedersachsen, der Museumsverband Niedersachsen und Bremen sowie die Niedersächsische Sparkassenstiftung.
Sollte sich die anscheinende Passivität der Museumsleitungen bezüglich der Auffindung des Meteoriten nicht kurzfristig ändern, bestünde die Möglichkeit sich

1.   an deren Träger zu wenden:
Dies hatte ich bereits 1996 getan, nachdem der Stein Beverbruch seitens der Eigentümerin Dorothea Meyer zum Verkauf anstand und der geforderte Preis von keinem Institut/Museumaufgebracht werden konnte. Auf mein Anschreiben an unseren damaligen Ministerpräsidenten zur Unterstützung den denkmalgeschützten Meteoriten in Niedersachsen zu halten, bekam ich von der Niedersächsischen Staatskanzlei beigefügte Antwort. Vielleicht denkt man inzwischen aufgrund der steigenden populärwissenschaftlichen Publikationen zu Meteoriten und den Ereignissen von Neuschwanstein und Chelyabinsk etwas anders über derartige Objekte.  Aufgrund dieser Aktion ist man im Museumsdorf Cloppenburg allerdings nicht besonders gut auf mich zu sprechen, und ich habe das Gefühl, das diese Meinung über mich nach Oldenburg übergeschwappt ist – jedenfalls bekomme ich auf Anfragen und Hinweise keine Antworten aus dem Oldenburger Landesmuseum.

2.   die Träger „Registriertes Museum“ auf die Zustände hinzuweisen, so dass sie möglicherweise das Zertifikat verlieren bzw. es nicht verlängert wird

3.   die Presse über Umgang mit geschützten Objekten in den Museen zu informieren sowie über die Bedeutung des Zertifikats „Registriertes Museum“ aufmerksam zu machen.

Von diesen Schritten sollte momentan noch abgesehen werden, in der Hoffnung, dass sich die Museumsleitungen in kürze aktiver bezüglich der Auffindung des Bisseler Steines verhalten. Vielleicht tun sie es ja auch bereits und wir haben keine Kenntnis davon.
Falls die Bisseler Bürger diesbezüglich detaillierter Informiert sind als wir im Forum, und sie entsprechende Massnahmen einleiten (und Vertreter des Landes Niedersachsen dazu einladen), erlangt der Ort möglicherweise durch eine derartige Aktion grössere Berühmtheit, als wenn sie den Stein selbst zur Feier zeigen!
Sollten die Verantwortlichen der Museen im Forum mitlesen, wäre eine direkte Stellungnahme für diese Diskussion sehr hilfreich. Leider  sind einige wenige Museumsleitungen der Meinung, dass bei derartigen „Interna“ die Allgemeinheit kein Mitspracherecht hat – doch Museen sind für die Allgemeinheit gemacht, nicht für die Selbstverwirklichung!

Leider gibt es neben dem Oldenburger Meteoriten noch einige andere deutsche „Problem-Meteorite“, die jedoch nicht unter Denkmalschutz stehen, aber natürlich trotzdem einen erheblichen Verlust für die Wissenschaft und die Allgemeinheit darstellen.

Soweit einige Gedanken, um etwas mehr Bewegung in die Geschichte zu bringen!

Rainer

Offline gsac

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #62 am: August 06, 2013, 23:21:36 nachm. »

1.   an deren Träger zu wenden:
Dies hatte ich bereits 1996 getan, nachdem der Stein Beverbruch seitens der Eigentümerin Dorothea Meyer zum Verkauf anstand und der geforderte Preis von keinem Institut/Museumaufgebracht werden konnte. Auf mein Anschreiben an unseren damaligen Ministerpräsidenten zur Unterstützung den denkmalgeschützten Meteoriten in Niedersachsen zu halten, bekam ich von der Niedersächsischen Staatskanzlei beigefügte Antwort. Vielleicht denkt man inzwischen aufgrund der steigenden populärwissenschaftlichen Publikationen zu Meteoriten und den Ereignissen von Neuschwanstein und Chelyabinsk etwas anders über derartige Objekte.  Aufgrund dieser Aktion ist man im Museumsdorf Cloppenburg allerdings nicht besonders gut auf mich zu sprechen, und ich habe das Gefühl, das diese Meinung über mich nach Oldenburg übergeschwappt ist – jedenfalls bekomme ich auf Anfragen und Hinweise keine Antworten aus dem Oldenburger Landesmuseum.

2.   die Träger „Registriertes Museum“ auf die Zustände hinzuweisen, so dass sie möglicherweise das Zertifikat verlieren bzw. es nicht verlängert wird

3.   die Presse über Umgang mit geschützten Objekten in den Museen zu informieren sowie über die Bedeutung des Zertifikats „Registriertes Museum“ aufmerksam zu machen.



Alles in so kurzer Zeit wohl nicht mehr realisierbar, Rainer, Du sagst es ja selbst! Aber der richtige Weg dennoch! Mit dem Zertifizierungsargument könnte man die Kuratoren sogar noch vorjuristisch packen - Zertifizierung ist das A und O heutzutage, und wenn diese aus Mangel an Sorgfaltspflicht versagt würde, hätte jeder Kurator ein Problem und müßte sich erklären, mit entsprechenden Konsequenzen! Aber man könnte noch drastischere Wege gehen, diese wurden auch schon aufgezeigt...

Zitat Rainer: "Falls die Bisseler Bürger diesbezüglich detaillierter Informiert sind als wir im Forum, und sie entsprechende Massnahmen einleiten (und Vertreter des Landes Niedersachsen dazu einladen), erlangt der Ort möglicherweise durch eine derartige Aktion grössere Berühmtheit, als wenn sie den Stein selbst zur Feier zeigen! Sollten die Verantwortlichen der Museen im Forum mitlesen, wäre eine direkte Stellungnahme für diese Diskussion sehr hilfreich. Leider  sind einige wenige Museumsleitungen der Meinung, dass bei derartigen „Interna“ die Allgemeinheit kein Mitspracherecht hat – doch Museen sind für die Allgemeinheit gemacht, nicht für die Selbstverwirklichung!"

Das sehe ich auch so.

Alex

PS: daß die Beteiligen hier mitlesen, wage ich zu bezweifeln, aber dieses wiederum könnte man aktiv ändern...

Offline Norbert

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #63 am: August 07, 2013, 00:19:52 vorm. »
Beim Wikipedia-Eintrag über diesem Meteoriten steht unter Einzelnachweise Nr. 4 neuerdings ein Link der direkt in dieses Forum in die aktuelle Diskussion hier führt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Oldenburg_%28Meteorit%29

Bei solch guter Transparenz können sich die Beteiligten durchaus ein Bild von der Diskussion machen und gegebenenfalls Einfluss nehmen. Wir sind ja kein Geheimbund und planen auch keine Verschwörung gegen arme Museumskuratoren.

Ich werde es den Bisselern mal in ihr Gästebuch posten  :fluester:

Offline bolidechaser

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #64 am: August 07, 2013, 10:29:16 vorm. »
Die spannende Geschichte um die Ausleihe und das mysteriöse Verschwinden des "Bissel" Meteoriten
ist noch um eine Facette reicher. Diese sollte hier auch erwähnt werden, um etwas mehr Transparenz
in diese hoch interessante und brisante Geschichte zu bringen:

Auf den ersten Blick mutet es ja etwas seltsam an, daß der "Bissel" Meteorit nach der Ausleihe zur
Sonderausstellung 2000/2001 nicht sofort wieder vom Oldenburger Museum zurück nach Cloppenburg
gebracht wurde - wie das üblich wäre. Dafür gibt es aber durchaus einleuchtende Gründe.

Eigentlich passt ja so ein Meteoritenstein nicht wirklich in ein Freiland-Bauernmuseum. Daher hatte
der frühere Leiter des Museumsdorfs Cloppenburg, Dr. Helmut Ottenjann, im Sommer 1995 versucht,
beide Oldenburg-Meteorite an das Oldenburger Museum (das damals noch Staatliches Museum für
Naturkunde und Vorgeschichte hieß) zu verkaufen. Sein Museumskollege, Dr. Mamoun Fansa, war an
den beiden Meteoriten sehr wohl interessiert, weil diese natürlich in sein Museum viel besser passen
würden. Er konnte jedoch den Kaufpreis, der Dr. Ottenjann vorschwebte (um damit eigene Museums-
objekte zu sanieren) nicht aufbringen. Es konnten für diesen Ankauf leider auch keine Sponsoren
gefunden werden.

Im Mai 1996 holte dann die rechtmäßige Besitzerin des "Beverbruch"-Steins (Frau Dorothea Meyer)
diese Leihgabe vom Museumsdorfs Cloppenburg ab, so daß in Cloppenburg nur noch der Meteorit
"Bissel" verblieb. Den "Bissel" hatte 1931 der Vater von Frau D. Meyer, Herr Hauptlehrer Konrad
Meyer, nämlich an das Museumsdorf Cloppenburg verkauft.

Als der "Bissel" Meteorit nun im Dezember 2000 kurzfristig zur Sonderausstellung an das Oldenburger
Museum ausgeliehen werden sollte, gab es Gespräche zwischen den damaligen Direktoren des
Museumsdorfs Cloppenburg (Dr. Uwe Meiners) und Prof. Dr. Mamoun Fansa vom Oldenburger Museum,
ob es nicht sinnvoll und möglich wäre, den "Bissel" an das Landesmuseum Natur und Mensch in
Oldenburg zu übereignen, weil es ja dorthin thematisch viel besser passen würde. Denn schließlich
gehört ein Meteorit, der den Namen "OLDENBURG" trägt, in ein Museum in der Stadt Oldenburg!

Die Formalitäten sollten nach der Sonderausstellung 2000/2001 im Detail besprochen und schriftlich
fixiert werden. Das war wohl auch der Grund, warum man damals keinen kurzfristigen Leihvertrag
erstellt hat und warum es mit der Rückgabe des Meteoriten nach Cloppenburg keine Eile hatte.

Irgendwie wurde dann aber von den Museumsleitungen in Cloppenburg und Oldenburg versäumt,
ein offizielles Übereignungsprotokoll zu verfassen.....
In Anbetracht dieser Fakten dürfte der "Bissel" erst einmal im Museum Oldenburg verblieben sein.
Dort ruhte er dann seit 2001 viele Jahre lang. Tja, bis der Meteorit Anfang 2012 schmerzlich
vermisst und in Folge dann fieberhaft gesucht wurde, weil der Kurator der Naturkundeabteilung
Dr. Ulf Beichle in seinem Oldenburger Museum wieder eine Meteoritenausstellung (ab März 2012)
plante. Doch inzwischen war der "Bissel"-Meteorit seltsamerweise im Oldenburger Museum nicht
mehr auffindbar und ist es auch nach über 18 Monate langer Suche bis heute leider nicht!

Der Rest der traurigen Geschichte ist bekannt bzw. an anderer Stelle in diesem thread nachzulesen.

Wir hoffen, daß wir damit einiges zur Aufklärung der Umstände betragen konnten, die zum Verlegen
bzw. Verschwinden des "Bissel" geführt haben.

Dieter und Gabriele

Offline gsac

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #65 am: August 07, 2013, 11:49:08 vorm. »
Danke, Dieter, für diese interessante Zusammenfassung. Das ist schon ein deutlicher
Informationsgewinn gegenüber dem bisher Gesagten.

Du schreibst: "..Irgendwie wurde dann aber von den Museumsleitungen in Cloppenburg
und Oldenburg versäumt, ein offizielles Übereignungsprotokoll zu verfassen..."

Das ist das Eine! Allerdings ist das den Kuratoren wirklich anzulasten, denn wenn man
auch sonst viel um die Ohren haben mag in so einem Job, gehört gerade bei so einem
sehr bedeutenden Objekt ein Übergang doch wenigstens minimal schriftlich dokumentiert.
Es ist schlicht grob fahrlässig, so etwas nicht zu tun, es ist eine Ohrfeige gegenüber der
Allgemeinheit, die für den Betrieb solcher Museen und deren Verwaltung aufkommen
muß. Das müssen sich die Kuratoren dann schon sagen lassen, wenn es so sein sollte.

Das Andere: so ein Kiloklotz kann doch nicht einfach "verschwinden"! Ich meine, jeder
Lebensmittelladen muß jährlich eine Inventur machen, auch ich in meinem Job bin/war
z. B. damit befaßt, jährlich hochpeinlich genau Inventarlisten der (bei uns) radioaktiven
Strahler zu erstellen und zu melden. Es kann einfach nicht angehen, daß bei einer doch
durchaus überschaubaren Zahl von Exponaten so ein Stück auf einmal nicht mehr im
Bestand existiert. Vor allem: dem Grunde nach nicht nachvollziehbar, also warum es
nicht mehr existiert! Das halte ich für eine Riesenschlamperei in der Verwaltung des
Bestands an Sammlungsstücken, und wer so etwas verantwortet, hat meiner Meinung
nach auch keinen Anspruch auf eine Zertifizierungsurkunde, denn diese beinhaltet ganz
sicher auch einen Passus über eine sorgfältige und regelmässige Überprüfung des
vorhandenen Bestands, und behaupte bitte niemand, das sei erst seit kurzem so. Ganz
offensichtlich wurde jahrelang der Bestand ganz einfach nicht überprüft, mit dem jetzigen
traurigen Ergebnis, etwas anderes kann man aus dem Befund nicht schliessen.

Ich hoffe, da tut sich nun etwas, das kann und darf man so nicht auf sich beruhen lassen
und einfach aussitzen, oder es als rein interne Sache behandeln, wie man es offenbar dem
Rainer gegenüber signalisiert hat...

Alex

[PS: vielleicht liegt der Stein noch in irgendeiner vergessenen Ecke, oder er taucht in einer
solchen einfach wünschenswert auf bei einer erneuten gründlichen Überprüfung aller infrage
kommenden Räumlichkeiten...]
« Letzte Änderung: August 07, 2013, 12:30:54 nachm. von gsac »

Offline bolidechaser

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #66 am: August 07, 2013, 16:59:26 nachm. »
Du hast vollkommen recht, Alex,

in beiden Museen wurde hier in der "causa Bissel" offensichtlich fahrlässig gehandelt und es
wurde die kuratorische Sorgfaltspflicht vehement verletzt!

Der Kurator einer Sammlung sollte ja die ihm anvertrauten Exponate bewahren und pflegen.
Und dazu gehört schliesslich auch eine regelmäßige Inventur.

Tja, da haben es die Meteorite in unseren privaten Sammlungen eindeutig besser!  :super:
Unsere Meteorite werden immer wieder angesehen und mit der aktuellen Sammlungsliste
verglichen.

Man fragt sich wirklich, wofür diese Museen eine Zertifizierungsurkunde bekommen haben,
wenn ÜBER ZEHN JAHRE HINWEG im Museumsdorf Cloppenburg keinem aufgefallen ist, daß
ein Denkmal-geschütztes Objekt wie der "Bissel" fehlt und wenn im Landesmuseum Natur
und Mensch in Oldenburg niemand gemerkt hat, daß da ein höchst wertvolles Meteoriten-
Exponat, das nicht zum hauseigenen Inventar gehört, immer noch herum liegt...

Sollte in beiden Häusern wirklich über 10 Jahre lang keine Inventur gemacht worden sein?

Auch von der grünen Holzschatulle, in welcher der "Bissel" Ende 2000 von Cloppenburg
nach Oldenburg transportiert wurde, fehlt übrigens jede Spur.

Immerhin hat uns der Direktor des Oldenburger Museums versichert, daß dieser inzwischen
eine "ehrenamtliche Kraft mit der Nachsuche [nach dem "Bissel"] beauftragt hat, welche
die Restauratorin des Museums nach Kräften unterstützt".

Hoffen wir auf baldigen Fund-Erfolg.

Dieter und Gabriele

Offline gsac

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #67 am: August 07, 2013, 17:14:34 nachm. »
... und wenn im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg niemand gemerkt hat,
daß da ein höchst wertvolles Meteoriten-Exponat, das nicht zum hauseigenen Inventar
gehört, immer noch herum liegt...

Viel schlimmer doch noch --> auf einmal NICHT mehr herum liegt...

Offensichtlich wurde dort jahrelang keine Inventur nach zeitgemässen Regeln gemacht,
denn sonst wäre das doch schon viel früher aufgefallen! Das ist ein Vorwurf, den sich
der Kurator anhören muß und auf den er eine Antwort geben sollte, die doch nicht nur
ich erwarte, sondern jeder, der dort Besucher ist. Wobei ich nicht weiß, ob der aktuelle
Kurator in einer Verantwortung stand auch in den Jahren zuvor. Dazu muß man aber stehen
im Namen der Einrichtung, notfalls der Träger der Institution, falls man einen früheren Kurator
nicht mehr erreicht! Gilt für die Oldenburger ebenso wie auch für das Museumsdorf Cloppenburg.
Sonst hat ein Zertifikat keinen Wert. Die Verantwortlichen werden sich auch nicht darauf hinaus
reden können, daß Zertifikate erst jetzt nach neuen Regeln erstellt werden. Sorgfaltspflichten
gab es schon immer, für alles und insbesondere im Umgang mit Fremdeigentum!

Trauerspiel, völlig ohne Ruhm und Ehre für die Verantwortlichen...
« Letzte Änderung: August 07, 2013, 17:43:57 nachm. von gsac »

Offline Norbert

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #68 am: August 07, 2013, 17:46:06 nachm. »
Verantwortlich für alle Museen (staatliche und nichtstaatliche) ist das Niedersächische Ministerium für Wissenschaft und Kultur,
vertreten durch

Ministerialdirigentin Dr. Anette Schwandner
Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Leibnizufer 9
30169 Hannover

Telefon: 0511-120-2571.

Falls die Dame noch nicht über diesen Fall Bescheid weiß, wird es höchste Zeit sie zu informieren. Als zuständige Ministerialdirigentin und Ehefrau des Oldenburger Oberbürgermeisters kann sie es sich nicht erlauben, dass unter ihrer Führung ein solch wertvolles Naturdenkmal verschlammt worden ist.
Mit Sicherheit wird sie alles tun, damit der Stein schnellstmöglich wieder da ist...

 :hut:

Offline bolidechaser

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #69 am: August 07, 2013, 19:32:36 nachm. »
Hallo Alex,

um Deine Frage nach den verantwortlichen Kuratoren in den zwei Häusern
gleich zu beantworten:

Im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg war und ist bis heute Herr
Dr. Ulf Beichle Kurator der Abteilung Naturkunde. Er war verantwortlich für
die Meteoritensonderausstellung 2000/2001 (in welcher der "Bissel" zuletzt
öffentlich zu sehen war) und hat auch im Jahr 2012 die Meteoritensonder-
ausstellung bestückt.

Direktor im Oldenburger Museum war 2000/2001 Prof. Dr. Fansa. Seit dem
Herbst 2011 ist Prof. Dr. Peter-Rene Becker Direktor des Museums Oldenburg.

Im Museumsdorf Cloppenburg war sowohl im Jahr 2000 als auch heute der
verantwortliche Direktor Prof. Dr. Uwe Meiners.

Gruß

Dieter

Offline bolidechaser

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #70 am: August 07, 2013, 19:43:54 nachm. »
Hallo Norbert,

im Niedersächischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gibt es
sogar zwei Referate, in deren Ressort die "causa Bissel" fallen würde:

Referat 34: Museen, Bildende Kunst
Frau Dr. Kathrin Höltge
Telefon: 0511-120-2561.

Referat 35: Denkmalpflege, Schutz von Kulturgut
Frau Dagmar von Reitzenstein
Telefon: 0511-120-2562.

Alex (DAG648), Du schreibst doch gerade an einem Buch über die Meteorite Nieder-
sachsens. Könntest Du da nicht einmal offiziell beim Denkmalpflege- und Kulturgut-
Referat 35 anfragen, wie es denn um den kleineren OLDENBURG Meteoriten steht?

Gruß

Dieter und Gabriele

Offline gsac

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #71 am: August 07, 2013, 20:25:36 nachm. »
Kleiner Nachklapp von mir: ich habe die Meteoritensonderausstellung 2012 in
Oldenburg besucht und fand die auch gut gemacht! Schön zudem, nochmals
den dort im Rahmen einer Wanderausstellung gezeigten Chevy von Michelle
Knapp zu sehen, in den der "Peekskill"-Meteorit reingerasselt ist. Wenn ich
mich recht entsinne, war der Jahre zuvor schon mal in München zu sehen und
reist seither um die Welt. Das haben die Oldenburger gut organisiert, und dafür
gebührt ihnen auch zweifellos grosses Lob, aber was dort mit dem "Bissel"-Stück
passiert ist, nötigt mir doch großes Kopfschütteln und völliges Unverständnis ab.
Ich hoffe, es findet sich gerade rechtzeitig noch auf, und vielleicht liegt es dann
einfach da in irgendeiner Ecke, in die niiie jemand zuvor geguckt hat, rein zufällig...

Die Hoffnung stirbt zuletzt, es darf sich jedenfalls keiner der Verantwortlichen darauf
verlassen, daß dieses jetzt einfach ausgesessen wird und in Vergessenheit gerät.

Alex


Offline Norbert

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #72 am: August 22, 2013, 11:09:38 vorm. »
Heute in der Nordwest-Zeitung:

Der Stein, der vom Himmel fiel . . .

Ein Dorf sucht einen Meteoriten

http://www.nwzonline.de/kultur/weser-ems/der-stein-der-vom-himmel-fiel-der-stein-der-vom-himmel-fiel_a_8,3,523542290.html

 :hut:

Offline ironsforever

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #73 am: August 22, 2013, 12:26:01 nachm. »
Zitat
Professor Meiners allerdings sagt: „Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf.“ Dann wird sein Ton schärfer: „Aber eines sage ich ganz klar: Ein solches Stück zieht man nicht im Bollerwagen durch die Gegend! Für einen solchen Zweck würden wir es nicht zur Verfügung stellen.“

Äußerst peinlich, dass einer der am Verlust (Mit-)Verantwortlichen nun gegen Dieter Heinlein poltert. Offenbar will man so ablenken vom Problem, dass man in dem Museums-Verhau nix mehr findet :unfassbar:

Anlässlich der Bollerwagen-Aktion von Dieter wurde der Stein Beverbruch meines Wissens nicht beschädigt (ich bezweifle stark, dass Dieter den Stein ungeschützt durch den Regen zog, wie es im Bericht anklingt). Durch die Bollerwagen-Aktion ist er auch nicht verloren gegangen. Ganz im Gegenteil: Das öffentliche Interesse war gerade aufgrund dieser ungewöhnlichen und "volksnahen" Aktion groß.

Statt Nebelkerzen zu zünden, sollte sich Prof. Meiners besser ins Archiv begeben und auch erklären, warum es "keinen Vorgang mehr" über eine Übergabe gibt. Bislang gibt's ja nur eine "Erklärung" über den Verlust des Steins ("kann passieren..."). Nicht nur Bissel ging verloren, sondern darüber hinaus auch die Dokumentation über Verfügungen, die man üblicherweise zu führen hat.  :neenee:

Gruß,
Andi :prostbier:

Metaphysik ist der Versuch, in einem verdunkelten Zimmer eine schwarze Katze zu fangen, die sich gar nicht darin befindet (Karl Valentin)

Offline rbartoschewitz

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #74 am: August 22, 2013, 22:43:49 nachm. »
Vielleicht sollte Herr Dr. Meiners, bevor er alle "Schuhkartons" durchsucht, doch mal in den Tresor im Büro sehen - dort hatte Dr. Ottenjann die Stücke vor 20 Jahren sicher verwahrt!

Gruss,

Rainer

 

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