Autor Thema: Erg Chech 002  (Gelesen 2737 mal)

Offline Chondrit 83

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #45 am: Oktober 05, 2020, 23:12:57 nachm. »
Hallo zusammen,

hier eine Veröffentlichung von Dr. Irving zu diesem außerordentlich spannenden Meteoriten.

https://www.cosmicmicroscapes.com/forum/about-meteorites/erg-chech-002-a-unique-sodic-achondrite-perhaps-from-a-destroyed-ancient-planet-1

Das ist schon wirklich ein ausgesprochen faszinierendes Material und ich bin gespannt was in der Zukunft noch alles darüber herausgefunden wird  :wow: :lechz:

Liebe Grüße

Marco
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Offline locastan

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #46 am: Oktober 06, 2020, 09:42:27 vorm. »
Ui...spannend.

Vielleicht sogar ein Stück von Theia?  :wow:

Gruß Mario.

Offline Dirk

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #47 am: Oktober 06, 2020, 12:58:47 nachm. »
Ui...spannend.

Vielleicht sogar ein Stück von Theia?  :wow:

Gruß Mario.

.... oder am Ende doch von der Vesta   :gruebel:   .... in Richtung anomaler Eukrit  :fluester:   :nixweiss:


 :winke:  :prostbier:
Dirk

Offline Thin Section

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #48 am: Oktober 06, 2020, 14:52:48 nachm. »
.... oder am Ende doch von der Vesta   :gruebel:   .... in Richtung anomaler Eukrit  :fluester:   :nixweiss:

Genau, Dirk, muß da z.B. ein wenig an unseren NWA 4905 denken ... oder auch an den NWA 5018 (siehe Bilder).

Bernd  :winke:
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Offline Sikhote

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #49 am: Oktober 06, 2020, 18:26:51 nachm. »
Danke für den Link, Marco.

Kommt Theia (der hypothetische "Mondbilder") überhaupt als Mutterkörper für Erg Chech 002 in Frage? Kann Vesta auch ein Absprengsel des selben Protoplaneten sein? Mal abwarten, was die Zukunft an Erkenntnissen noch bringt.

 :winke: Sigrid

Offline herbraab

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #50 am: Oktober 06, 2020, 20:44:32 nachm. »
.... oder am Ende doch von der Vesta   :gruebel:   .... in Richtung anomaler Eukrit  :fluester:   :nixweiss:

Die Sauerstoff-Isotopen sprechen gegen einen gemeinsamen Ursprung von Erg Chech 002 und der HED-Gruppe.

 :hut:
Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline Chondrit 83

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #51 am: Oktober 07, 2020, 01:35:40 vorm. »
Hallo zusammen,

ich stimme Herbert zu, gemäß der Ergebnisse der Sauerstoffisotope grenzt sich das Material offensichtlich schon von den HED‘s ab.

Da sich die Sauerstoffisotope aber auch nicht nahe der TFL (Terrestial Fractionation Line) befinden, glaube ich persönlich auch nicht wirklich, dass Erg Chech 002 etwas mit dem hypothetischen Protoplaneten Theia zu tun hat.

Es gab doch mal Überlegungen ob NWA 5400 (auch ein ungruppierter Achondrit) von Theia stammen könnten. Da waren die Isotope aber so weit ich weiß sehr nahe an der TFL.

Für mich zählt dieser Meteorit auf alle Fälle zu den spannendsten Funden überhaupt, mal davon abgesehen, dass das Material atemberaubend schön ist  :lechz:

Ich freue mich echt auf die Ergebnisse zukünftiger Studien  :wow:

Liebe Grüße

Marco

Mit einem Gibeon hat’s begonnen....

Offline hugojun

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #52 am: Oktober 07, 2020, 11:44:16 vorm. »
Liebe Meteoriten Gemeinde,
Erg Chech 002 ist ein Glücksfall für die Forschung und natürlich auch für uns Sammler.
Die Zwickmühle in der die Forschung sitzt liegt in folgendem Problem.
Wenn wir die Theorie der Planetesimale https://de.wikipedia.org/wiki/Planetesimal  anerkennen ,
haben wir es mit Mutterkörpern zu tun, die, ähnlich wie die Erde, schalenförmig aufgebaut waren, also
zumindest einen Kern und einen Mantel besaßen.
Achondrite, sind wie bekannt, differenzierte Gesteine und können mal Restschmelze mal Kumulat sein.
Die Eisenmeteorite sind die Überbleibsel aus der Kern Region der Mutterkörper. Die verschiedenen
 Klassifizierungen der Eisen weisen auf eine Anzahl von über 60 verschiedenen Mutterkörper
(Haack H. and McCoy T. J. (2005)), für die nur (im besten Fall) 1/3 zugehöriges Mantelmaterial in Form von
Achondrite zur Verfügung steht (Scott E. R. D., Goldstein J. I., Yang J., Asphaug E. and Bottke W.F. (2010)). Dem
gegenüber stehen ein vermutliches Überbleibsel der Planetesimale von dem Achondrite bekannt sind, die HED´s von
Vesta, muss man eigentlich herausnehmen, da Vesta ja noch in Takt zu sein scheint, und kein Eisenkern Material
 in unseren Sammlungen bekannt sein dürfte und nur ein hypothetischer Kleinplanet Namens Theia, was das
„missing mantel“ Problem noch verschärft. Deshalb ist  jeder neue „ungrouped“ Achondrit mit einer
unterschiedlichen Sauerstoff-Isotopen-Zusammensetzung zu den bereits bekannten Gruppen eine Bereicherung.
Eine scheinbar vollständigen Mutterkörper aus Ausgangmaterial, Teilschmelzen, Restschmelzen und Eisenkern,
repräsentiert die Gruppe der Winonaite. Durch die Neu-Klassifizierung des von bisher als primitiver Achondrite
NWA725 als Acapulcoit bezeichneten Meteoriten zu einem Winonaite mit relikten von Chondren, befinden sich nun
Proben von 4 Schichten im Schalenbau ein und desselben Mutterkörpers  in unseren Sammlungen.

Ausgangsmaterial (Kruste):NWA725;NWA1463

Leichte Metamorphose Grade im oberen Mantel : NWA6448;NWA4024;Pontlyfni;Winona

Silikat-Restschmelzen unterer Mantel: Sah02029; Tierra Blanca

Unvollständig differenzierter Kern: IAB  Eisen

(Xiaojia Zeng et al. 2019).

Auch wenn die Gesamtzahl an Fällen und Funden von Eisenmeteoriten im Verhältnis zu Steinmeteoriten sehr gering
ist, stellt sich die Frage, wo das Mantel- Material all dieser Mutterkörper verblieben ist. Welcher Prozess hat zum
„überleben“ des Kern-Materials und des Ausgangs-Materials geführt , oder umgekehrt, zur „Beseitigung“ des Mantelmaterials?

Grüße
Jürgen


Offline Sikhote

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #53 am: Oktober 07, 2020, 17:01:38 nachm. »
Danke für die Aufstellung, Jürgen.

Grüße
Sigrid

Offline Wunderkammerad

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #54 am: Oktober 08, 2020, 10:35:10 vorm. »
Kleine Ergänzung à propos NWA 5400: Sauerstoffisotope nahe der TFL, das trifft auch auf den brachinit-ähnlichen ungruppierten Achondriten NWA 6292 zu, der mit 5400 / 5363 / 6077 gepairt ist. Diese Pairinggruppe mit ihrer Nähe zu terrestrischem wie auch lunarem Gestein kann man durchaus beziehen auf die Theia-Kollisions-Hypothese.

In welchem Zusammenhang dann Erg Chech 002 mal verortet werden kann - spannend. Vielleicht werden wir eines Tages nicht länger "ungruppiert" schreiben müssen.

Offline Flaggaman

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #55 am: Oktober 13, 2020, 17:09:30 nachm. »
Hatte wohl das seltene Glück ein Stück zu bekommen, bei dem noch etwas Kruste vorhanden zu sein scheint. Was meint ihr?
Mit Kritik kann ich gut umgehen, mit einer Axt allerdings auch.

Offline Thin Section

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #56 am: Oktober 13, 2020, 18:01:09 nachm. »
Hatte wohl das seltene Glück ein Stück zu bekommen

 :super: :super: :super:

bei dem noch etwas Kruste vorhanden zu sein scheint. Was meint ihr?

Ja, das sind Reste von Schmelzkruste - meiner Meinung nach!

Bernd  :winke:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

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Offline KarlW

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #57 am: Oktober 13, 2020, 20:03:51 nachm. »

Ja, das sind Reste von Schmelzkruste - meiner Meinung nach!

Bernd  :winke:

Ich stimme Bernd zu.
Schönes Exemplar!  :hut:
Karl

Offline OrgaMet

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #58 am: Oktober 13, 2020, 20:06:14 nachm. »

Supi ! Ja wenige scheinen eine Kruste zu haben ... hatte sogar ein Vollkruster gesehen ... anbei mein Krusti ... zeigt eure Schoenlinge !!  :lechz:


Offline Chondrit 83

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Re: Erg Chech 002
« Antwort #59 am: Oktober 13, 2020, 20:52:07 nachm. »
Hallo Kally und Phil,

herzlichen Glückwunsch zu euren tollen bekrusteten Stücken  :wow: :super: :lechz:

Dieses Material ist einfach einzigartig schön (im wahrsten Sinne des Wortes).

Liebe Grüße

Marco
Mit einem Gibeon hat’s begonnen....

 

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