Autor Thema: Peru: Neues vom Krater  (Gelesen 22971 mal)

Jan Hattenbach

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Peru: Neues vom Krater
« am: November 25, 2007, 22:06:51 Nachmittag »
na, bucht ihr schon nen Flug um euch das Schlammloch anzusehen?? :gruebel:

Hier: http://www.kosmologs.de/kosmo/blog/himmelslichter/allgemein/2007-11-21/meteoritenkrater-wird-touristenattraktion

habe ich mal zusammengefasst, was ich an Neuigkeiten über den Krater in Peru erfahren konnte. Wie weit die Arbeiten inzwischen vorangeschritten sind, konnte man mir bei der Regionalverwaltung aber nicht beantworten. Ich fürchte, dass sich genau gar nichts tut und das ziemlich viel heisse Luft ist. Und regnen tut es eh schon sein Wochen ordentlich. Vielleicht fahre ich aus Jux in ein paar Wochen nochmal vorbei und mach mal ein Foto von dem Restkrater...

Viele Grüße,

Jan

Offline MetGold

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #1 am: November 25, 2007, 23:29:11 Nachmittag »
Hallo Jan,

sehr interessant, stimmt mich aber sehr traurig. So ein Loch, wenn es durch die Bergung verschandelt würde, könnte man jederzeit wieder nachmodulieren, was sie aber im Inneren jetzt vergammeln lassen ist für immer verloren.   :crying:

 :winken:   MetGold   :alter:
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Offline lanthemann

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #2 am: November 26, 2007, 11:44:34 Vormittag »
Was les ich da  :eek: "Ob es überhaupt einen großen Meteoriten unter dem Krater gegeben hat ist nach wie vor umstritten und eine Antwort darauf wäre sehr aufschlussreich gewesen. Doch diese Frage wird wohl für immer ungeklärt bleiben." 

Bin überzeugt, da ist was unten im Krater - ich erinnere an Jilin, da stiess man erst in rund 5m Tiefe auf die ersten Fragmente. In diesem Fall sicher ähnlich aber das Grundwasser wird den Meteoriten bestimmt bald in Nichts auflösen und die Regenfälle tun bestimmt auch den restlichen noch nicht gefundenen Fragmenten in dieser Gegend nicht gut. Da bin ich froh, hab ich mich damit rechtzeitig glücklich gemacht  :laola:
Ein wirklich interessanter Fall   :j-gold:

Offline herbraab

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #3 am: November 26, 2007, 12:10:03 Nachmittag »
Bin überzeugt, da ist was unten im Krater - ich erinnere an Jilin, da stiess man erst in rund 5m Tiefe auf die ersten Fragmente.

Ich denke, genau das ist die Kardinalfrage. Ist es tatsächlich ein Impaktkrater (=Explosionskrater), dann ist die Hauptmasse des Meteoriten beim Aufschlag verdampft. Oder ist es ein einfacher "Impact Pit" (wie heisst das auf Deutsch? Einschlagsloch?), dann liegt die Hauptmasse noch drinnen, wie bei Jilin, Kunya-Urgench oder Sterlitamak.

So weit ich weiss, gibt es da noch keine definitive Aussage. Oder doch?

Grüße, Herbert
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Offline Dirk

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #4 am: November 26, 2007, 14:54:02 Nachmittag »
Hallo Herbert und Jan,

ich glaube, wenn die Hauptmasse wirklich beim Aufschlag verdampft wäre, dann hätte es im Umkreis von einigen hundert Metern zu schweren Verwüstungen kommen müsse. Immerhin wäre beim Verdampfen so viel Energie frei geworden, dass z.B. der Bereich des Aufschlagpunktes mindestens teilweise aufgeschmolzen gewesen wäre. Die Hauptmasse des Meteoriten liegt meiner Meinung nach noch im Loch!!!!

Grüße,
Dirk

Offline Aurum

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #5 am: November 26, 2007, 15:02:52 Nachmittag »
Hallo alle ,

Ich schliesse mich der Meinung von Dirk an , wäre da eine Masse von einigen Hundert kg verdampft stände da im weiten umkris kein Stein auf dem andrern .
Wenn ich allse was ich bisher hier im Forum gelesen habe richtig ist muss der Meteorit im dunkelflug eingeschlagen sein , dann ist es nicht mehr möglich das Materie beim aufschlag verdampft .
Meiner Meinung nach ist da ein Brocken von Zwichen 1.5 - 2 Tonnen mit mehreren 100 K/mh eingeschlagen und hat den Krater mit seiner kinetichen Energie erzeugt .
Fragmente und die Hauptmasse müssten In Resten noch in dem Krater liegen , aber bestimmt in einem erbarmungs würdigen Zustand , der sich jeden Tag weiter verschlechtern wird.

Bis dann Lutz  :winke:
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Jan Hattenbach

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #6 am: November 26, 2007, 15:14:24 Nachmittag »
Wie gesagt, es werden beide Meinungen vertreten. Ich hab mir schon gedacht, dass in einem Met-Sammerforum die "Vieltonnenrestmassentheorie" präferiert wird  :smile:

Es gibt gute Argumente für beide Versionen. Leider hat man kaum Anhaltspunkte, ausser den (sehr unsicheren) Zeugenaussagen. Es ist eben eine Schande, dass nicht mal ernsthaft versucht wurde, das Ding zu finden. Mike Farmer hat es ja versucht anzustoßen, aber nachdem man ihn aus dem Land gejagt hat, war niemand mehr da, der mit Sachverstand an die Sache herangehen konnte. Armes Peru!

Viele Grüße,

Jan

Offline herbraab

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #7 am: November 26, 2007, 15:24:31 Nachmittag »
Es gibt gute Argumente für beide Versionen. Leider hat man kaum Anhaltspunkte, ausser den (sehr unsicheren) Zeugenaussagen.

Dirk und Lutz haben schon Recht - wenn das ein echter Explosionskrater wäre, dann sollten die nebenstehenden Gebäude wohl etwas mehr abgekriegt haben, als ein paar Schlammbrocken. Jan, Du warst ja vor Ort: Wie weit sind denn die Gebäude eigentlich vom Einschlagsort entfernt? Gibt es irgendwelche Anzeichen einer Druckwelle (zerbrochene Fensterscheiben o.ä.)? Da spricht, glaube ich, nicht sehr viel für einen Explosionskrater.

Andererseits hat Farmer ja gesagt, er habe ein Bild von einer "Mushroom cloud", wie sie eigentlich nur bei einem Explosionskrater entstehen kann. Gesehen habe ich das Bild aber noch nirgends. Gibt's das irgendwo?

Grüße, Herbert

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #8 am: November 26, 2007, 15:33:18 Nachmittag »
Hallo,

Zitat
Andererseits hat Farmer ja gesagt, er habe ein Bild von einer "Mushroom cloud", wie sie eigentlich nur bei einem Explosionskrater entstehen kann. Gesehen habe ich das Bild aber noch nirgends. Gibt's das irgendwo?

Geschrieben steht es ja hier, aber auf dem weiter unten stehenden Foto ist das zumindest für mich nicht so deutlich zu erkennen.

http://meteoriteguy.com/carancasfall.htm

 :winken:   MetGold   :alter:
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Jan Hattenbach

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #9 am: November 26, 2007, 15:43:28 Nachmittag »
Nun, das Dorf ist etwas anders, als wie wir uns ein Dorf vorstellen. Es ist eher eine Ansammlung von Höfen, die teilweise Kilometer auseinander liegen. Das nächste Haus ist ca. 100m entfernt. Es hat ein Loch im Dach, entstanden durch Ejektionsmaterial! Auch gibt es die Aussage von einem Bewohner, der schätzungsweise 300m (?) von der Einsturzstelle entfernt war und den die Druckwelle umgerissen haben soll. Auswurfmaterial lag noch mehr als 100m vom Krater entfernt. Das klingt für mich schon nach einer netten Druckwelle. Es ist halt mit viel Glück niemandem etwas passiert, weil das Dorf im Wesentlichen aus "leerem Raum" besteht.

Andere Zeugen haben berichtet, das der "Rauchschweif" noch fast bis zum Boden reichte. Diese Aussage gehört zu den "unsicheren" Hinweisen, die ich erwähnte. Aber wenn das stimmt, dann war die Einschlagsgeschwindigkeit mehr als nur ein paar 100 m/s.

Hier mal das Bild von dem beschädigten Haus in 100m Entfernung zum Krater. Und ein Bild, das die Entfernung des Hauses zum Krater darstellt. Das muss eine gewaltige Einschlagsenergie gewesen sein.


Offline Aurum

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #10 am: November 26, 2007, 15:45:19 Nachmittag »
Hallo Herbert ,

Ein Photo von Mike Farmer zeigt eine Hütte die 150 Meter von dem Krater entfehrnt stand und dessen Dach von Material getroffen worden ist .
Auch wenn die Frontseite der Hütte nicht wirklich zu erkennen ist wre dies bei einer Explusion warscheinlich von Schrappnels durchsiebt worden und davon hätte Mike Farmer sicher auch Photos gemacht .
Also was die Pilzwolke angeht , ich habe auf dem Photo nur einen Rauchstreifen von dem Meteoriten oder von einem Flugzeug gesehen .

Ich Persönlich glaube nicht an eine Pilzwolke , diese hätte sich wenn es sie gegeben hätte mehrere Minuten deutlich sichtbar gehalten , und wäre wohl auch durch die Presse gegangen .

Bis dann lutz  :winke:
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Offline herbraab

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #11 am: November 26, 2007, 16:04:24 Nachmittag »
Geschrieben steht es ja hier, aber auf dem weiter unten stehenden Foto ist das zumindest für mich nicht so deutlich zu erkennen.

Das ist ja auch das Bild der Rauschspur. Nach Farmers angaben hat der gleiche Fotograf ja auch die besagte Pilzwolke fotografiert, aber gesehen habe ich das Pilzwolkenbild noch nicht...

Jan, Danke für das Bild. Das "Dorf" sieht nun wirklich nicht so aus, wie man sich bei uns ein Dorf vorstellt. Bleibt nur noch die Frage zu klären, ob die Dorfbewohner in 300m Entfernung tatsächlich von der Druckwelle umgeworfen wurden, oder ob sie vor Schreck umgekippt sind...
:gruebel:

Grüße, Herbert
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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #12 am: November 26, 2007, 16:29:47 Nachmittag »
Hallo Herbert ,

Neben Druckwelle und Schreck kommt noch eine Drtitte möglichkeit in Frage , Seismiche erschütterung , obwoch ich die aufgrund des Untergrundes eigendlich auschliesen würde .
Aber ich bin kein Geologe , oder Erdbeben Experte der könnte nähers dazu sagen , wie ich mich erinner ist der Einschlag jedenfals Seismich aufgezeichnet worden .
Das sollte auch die Möglichkeit der Energie entfaltung  berechnung geben . aber das kann ich leider nicht  :weissefahne:

Bis dann Lutz  :winke:
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Offline APE

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #13 am: November 26, 2007, 16:38:11 Nachmittag »
Hallo Leute.

Ich glaube ich weiß, warum die Bruchstücke beim Perufall keine echte Schmelzkruste haben, höchstens einen dunkelbraunen Überzug an manchen Seiten ...  :winke:

Wenn der Eindringling schneller fliegt als jene Geschwindigkeit, die doch benötigt wird, um eine Schmelze zu produzieren, dann vergast das Material oder geht gar noch in ein Plasmafluid über. In beiden Fällen, kann der entstehende Meteorit noch keine stabile Fusionskruste ausbilden, denn sie ist schneller abgetragen, als das diese daran haften kann. Fakt ist, bis her kenne ich jedenfalls kein einzigstes Fragment des Meteoritenfalls mit richtiger normaler Kruste!  :nixweiss:

Wenn dieser Körper nun schlagartig zum Stillstand kommt, dann dürfte nur eine leichte Schmelzspur zurückbleiben, die beim Einschlag in den Erdboden wohl kaum mehr als Kruste zu erkennen sein wird, weil das Material ja durch den Boden getrieben wird. Eine Mischung aus Erde und Schmelze wäre vielleicht möglich? Eher Nein. Ich schätze mal, der Ablationseffekt am Hauptkörper kann ja auch mechanisch bis zum letztendlichen Stillstand des Körpers eine art Abrieb entstehen lassen. Aber viel wichtiger ist, wenn das Objekt schon in der Atmosphäre eigene Materialfluide erzeugt, dann mit Sicherheit auch in der Lithosphäre ... Gab es nun eine pilzartige Wolke oder nicht?! Ich stelle mir gerade eine vor ...  :groll:   :auslachl: "Ein Impakt-Smiley!"

Wenn aber die Geschwindigkeit des Objekts noch so hoch gewesen sein soll, und ich schätze mal, das jene Geschwindigkeit von der ich rede etwas größer war als 1km/s, dann bedeutet dies auch, daß so ein weicher Brocken beim Aufschlag mindestens zerstiebt wird wie Puder oder besser in einen anderen Aggregatszustand  übergeht. Jeder der schon ein Fragment vom Perukratermeteoriten in der Hand hatte, kennt das stark bröselige Material, was schon bei leichtem Druck zerfällt. Die Frage ist natürlich, war es auch vor dem Einschlag so bröselig?  :gruebel:

Vielleicht sind ja die braunen Flächen, die teilweise schon als Kruste her halten mußten, nichts anderes als Kontaktflächen der gerade entstehenden Fragmente mit dem Erdreich. Diese Splitter jagten durch die Erdmassen, um einen Weg nach draußen zu finden. Ja wenn das so war, dann hat es einen Impaktkrater gegeben, wo keine Hauptmasse in 5-10m Tiefe mehr zu finden ist, höchstens einen sandartigen Matschefleck mit größeren Fragmenten hier und da ... aber dann bitte am Kratergrund, wo auch immer dieser nun wieder ist.  :prostbier:

Gruß  :user:
Thomas
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Offline MetGold

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Re: Peru: Neues vom Krater
« Antwort #14 am: November 26, 2007, 16:41:25 Nachmittag »
Hallo,

auch bei Bob nur der "Fakt" in worten aber ohne Bild:  http://www.meteoriteman.com/Titicaca2007.htm

Auf dem letzten Foto ist das keine Kruste?  :pro:

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