Autor Thema: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden  (Gelesen 18363 mal)

Offline ganimet

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #15 am: Juli 20, 2011, 14:05:47 nachm. »
Moin!

Ich könnte sie ja würgen diese Spinner, die nichts anderes zu tun haben, als irgendwelche Graffiti (wie auf dem Video zu sehen) in solche Objekte zu ritzen. Das ist eine absolute Verschandelung. Wenn ich da so an die Oberfläche des Hoba denke, dann kommt mir das kalte Ko... :ehefrau: Grrrrrhhh!

Muss dat denn sein? :traurig:

Gruß

Ingo

Moin Ingo  :hut:


....hast schon Recht. Die beim Hoba geritzt haben wußten ja worauf sie ritzen :aua: ....die beim Xinjiang Uygur haben aber leider wohl nicht gewußt worauf sie ritzen (lateinische Schrift in China :gruebel:)   :unfassbar:

Gruß;

Andreas
Daß alles vergeht;weiß man schon in der JUGEND;
aber wie schnell alles vergeht,erfährt man erst im ALTER.

Offline Mettmann

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #16 am: Juli 20, 2011, 14:11:37 nachm. »
Was im Umkehrschluss aber nichts anderes bedeutet,
als daß dieser Brocken schon seit längerem als etwas Besonderes bekannt gewesen sein muß
und es sich nicht um eine "Neu"-Entdeckung handelt.

Den er, der Vandale, sucht sich ja für seine Nothdurft stets prominente Stellen aus.

Und sunst hätt ers ja in jeden beliebigen anderen Stein dort in der Pampa gritzt.

Zitat
an die Oberfläche des Hoba denke

Das sagt m.E. hauptsächlich etwas über den tatsächlichen Stellenwert von Meteoriten in den betreffenden Ländern aus.
Man beachte die bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Getöne und Gewese und Gesetz über Meteorite in Namibia,
aber andererseits - und Arbeitskraft ist dort wirklich sehr günstig - wird nicht mal ein ungelernter Wachmann abgestellt, um dieses ach so großartige Naturdenkmal zu schützen bzw. werden die Gibeöner in Form eines kitschigen Denkmals der Zerwitterung und dem völligen Verfall mitten in der Stadt und somit auch der Gefahr des Diebstahls ausgesetzt, stattse ins Museum zu legen.

Ähnliches haben wir ja über den berühmten Agpalilik in Kopenhagen gehört und gesehen, der in einer Sternstunde des Naturkundemuseums dereinst unter großen Mühen aus der Arktis dorthin geschafft wurd. Und der nun auf dem Parkplatz kaputtgeht. Wie das mit dem Danekrae zusammengehen soll?
Und daß da nichmal ein Kurator aus Mitleid... ich mein zur not so ein Fertiggartenhäusl zum Drüberstülpen aussem Baumarkt, was kost sowas, 500 oder 800 an..  nen?

Also fragt man sich selbst schon manchmal, ob die Herrschaften nicht besser statt so einen Wind zu machen über Recht und Moral sich nicht doch ein bisschen wenigstens besser um die Kuration der ihnen anvertrauten Meteorite bekümmern sollten. Niwwa?  :nixweiss:

 :prostbier:
Mettmann
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Offline gsac

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #17 am: Juli 20, 2011, 14:13:53 nachm. »
Moin!

Ich könnte sie ja würgen diese Spinner, die nichts anderes zu tun haben, als irgendwelche Graffiti (wie auf dem Video zu sehen) in solche Objekte zu ritzen. Das ist eine absolute Verschandelung. Wenn ich da so an die Oberfläche des Hoba denke, dann kommt mir das kalte Ko... :ehefrau: Grrrrrhhh!

Muss dat denn sein? :traurig:

Gruß

Ingo

Es ist natürlich nicht entschuldbar, Ingo, aber so ist nun mal der Mensch: er hinterläßt
gern Spuren. Und gehe mal davon aus, daß diejenigen, die das mit dem Eisen gemacht
haben, lange nicht so einen Respekt vor dem Material haben wie Du oder ich oder andere,
die unsere kosmischen Besucher schätzen.

Du warst doch persönlich auf der Hoba-Farm. Ist es dort jetzt wenigstens so, daß jemand
aufpaßt, daß solche Dinge mit dem berühmten Meteoriten nicht mehr geschehen können wie
in früheren Jahrzehnten? Ist Hoba jetzt "bewacht" und vor Feilen, Handsägen oder anderen
Werkzeugen geschützt? Unter den Arm klemmen wie in Windhoek (?) geschehen, wird dort
wenigstens nicht passieren - da sind die 60 Tonnen vor, die schiere Masse.

Wie steht es eigentlich um die freistehenden Grönland-Meteorite in Kopenhagen? Sind die
auch stellenweise derart "bearbeitet"? Na, ich denke mal, dort wird man inzwischen auch
ein wachsames Auge haben. Wenn dann mal ein wenig Shale von selber abplatzt, weil die
Natur bzw. das skandinavische Klima es so wollen, na gut, das mag man dann vielleicht noch
ohne schlechtes Gewissen unter dem Trumm aufheben dürfen, ehe es endgültig verrottet -
alles weitere sollte aber strikt tabu sein und darauf wird hoffentlich auch streng geachtet. (*)

Alex

(*) Wobei selbst exponierte Stellen vor Diebstahl und Frevel nicht sicher sind: in Kopenhagen
wurde auch schon der Kopf der Lille Havfru, der kleinen Meerjungfrau, abgesägt und mitgenommen.

Offline karmaka

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #18 am: Juli 20, 2011, 15:53:45 nachm. »
Ein neuer Erlebnisbericht als Blog-Eintrag. Der Meteorit liegt also vielleicht auf einer Bergspitze in einer Höhe von 2900 Metern über dem Meer:

http://translate.google.de/translate?hl=de&sl=zh-CN&tl=en&u=http%3A%2F%2Fye61611666.blog.163.com%2Fblog%2Fstatic%2F103269955201162093955569%2F


Da kommen die Bergketten westlich (Berge: Heyuan Feng und Borgora) und östlich der Stadt Ürümqi in Frage.

Die liegen aber südlich des Regierungsbezirks Altay, glaube ich.  :gruebel:

Andererseits kommen aber auch einige Berge im Nordosten des Regierungsbezirks Altay an der Grenze zur Mongolei in Frage. Auch im extremen Norden der Altay-Region gibt es derart hohe Berge.

 :prostbier:

Martin
« Letzte Änderung: Juli 20, 2011, 16:42:28 nachm. von karmaka »

Offline lithoraptor

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #19 am: Juli 20, 2011, 17:58:08 nachm. »
Moin!

Also WER da nun sein Grafitti hinterlassen hat, kann ich natürlich nicht sagen. Im Falle des Hoba waren es sicher Touris, würde ich für den neuen Chinesen auch vermuten - eben irgendein Wanderer/Bergsteiger oder so...

Was das letztlich über den Stellenwert eines solchen Fundstückes aussagt, wenn man ihn vor Ort beläßt - im im Falle von Hoba geschehen, dazu mag jeder denken, was er mag. Unklug ist sicher, dass man hier dieses "Amphi-Theater" drumherum gebaut hat, so dass der Hoba in der Regenzeit teilweise recht tief im Wasser steht. Einen Wachmann oder so gab es, als ich den Hoba besuchte, nicht.
Den Gibeons in der inzwischen fast schon legendären "Mall Straße" ind Windhoek geht es da schon deutlich besser und sie werden daher auch lange erhalten bleiben. Sicher war es sehr unklug einen Meteoriten auf einen Sockel zu bocken, der etwa genau die Höhe der Ladefläche eines Pickups hat - was da passieren musste ist natürlich auch passiert... Wegtragen kann man die Stücke nicht, dafür sind sie schlicht zu schwer. Ich denke, man muss hier bedenken, dass man mit dieser öffentlichen Präsentation der Stücke ein enormes Bewußtsein bei den daran vorbeiflanierenden Leuten weckt (oder dies zumindest beabsichtigt hat). Teilweise funktioniert es recht gut.
In Namibia oder zumindest in Windhoek weiß jeder, wie ein Eisenmeteorit aussieht, was ich für Deutschland, oder Hamburg (um mal beim Beispiel zu bleiben) nicht behaupten kann. Es ist auch nicht so, dass die öffentlich präsentierten Stücke in der "Mall" die einzie Gibeon-Ausstellung in Windhoek wäre. Beim Geological Servey (Ministry of Mines & Energy) etwa gibt es noch einige Stücke im "National Earth Science Museum" ( hier mal der Link zu einem sehr schlechten Bild davon http://www.mme.gov.na/gsn/earthmuseum.htm ). Daneben gibt es in ganz Namibia verteilt viele kleinere und größere, teils private, Museen und Ausstellungen, die einige schöne Gibeon-Individuals besitzen und auch präsentieren.

Was nun die Grönlander in Kopenhagen angeht, die habe ich noch nie selbst gesehen und kenne den Zustand nur aus Beschreibungen. Sicher kann/muss und sollte man da eine geeignetere Aufbewahrungsmethode suchen und finden.

Letztlich muss aber auch hier gesagt sein, dass das Vergehen eines Objekts, auch in einem Museum unter den besten Bedingungen nie 100%ig gestoppt werden kann. Das Werden und Vergehen gehört zu einem Ausstellungsstück immer dazu, aber man muss diesen Zerfall natürlich nicht, so wie jetzt, derart vorantreiben...
Ich bin übrigens (@ Martin: NOCH IMMER) der Meinung, dass das Danekrae-Gesetz weit mehr Positives bringt, als Negatives, aber das mag eine reine Betrachtung aus dem (Sammler-)Herzen sein. Ich würde sagen, dass uns auch in D so ein Gesetz sehr gut tun würde. Meines Wissens hat sich bisher auch noch kein Finder eines Danekraes über seinen "Finderlohn" beschwert - verstehe also auch nicht, warum Du hier immer so rumunken musst, Martin. Geh doch mal selbst los und finde so einen Danekrae und berichte dann von deinen Erfahrungen, denn grau ist alle Theorie...
 
Ich habe, ganz im Ernst, noch keinen anderen Staat kennengelernt, in dem man als Sammler direkt an der Uni so viele Tipps zum Sammeln erhält, wie in Dänemark - auch scheint mir, dass dort Wissenschaftler und Sammler viel enger miteinander verwoben sind, als hier bei uns. Das dies bei uns nicht so ist, ist sicher extrem Schade und letztlich nur für beide Seiten von Nachteil.

Gruß

Ingo


Offline Mettmann

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #20 am: Juli 20, 2011, 19:06:52 nachm. »
Griaßdi Ingo,

grad eilig nur, den siehe anders Board, grad viel Verkehr. Huiiiiiiii.

Ich bin kein Tea-Party-Typ - ich finde nur, wenn man allenernstes eine Sondergesetzgebung für Meteorite bastelt und das auch noch in meteoritenarmen Ländern, dann muß die auf jeden Fall so gestaltet sein, daß sie Neufunde nicht verhindert, sondern im besten Falle diesen förderlich ist und wenn man letzteres nicht hat, dann muß man es zumindest richtig propagieren. Im Danekrae-Fall, Ingo Du bist Student jewesen, hast mit den Leuten zu tun,
aber ein jeder anderer - alles was Otto Normalinteressent zu Meteoriten und Dänemark finden konnte, war die lapidare Auskunft auf der Kopenhagener Museumsseite, daß jeglicher Meteoritenfund dem Museum auszuhändigen sei.
Was kostet es bitteschön, diesen Satz zu ergänzen, um einen zweiten, daß der Übergeber sodann eine Entschädigung in höhe des "Marktwerts" erhält?
Das kostet nix, ändert aber alles. In diesem Fall wars nicht möglich, weil mangels Anwendungsfall (so schwachsinnig ist das Gesetz!!) kein Däne auf Erden gewußt hat, ob es denn eine entsprechende Entschädigung gäbe. Ich hab es selbst erlebt - einige der nachweislich besten Meteoritenjäger, die wir auf dem Planeten haben, hatten mich gefragt, obse kommen sollten - als ich dann die Auskunft vom Kurator weitergegeben, daß er über die Höhe einer Entschädigung auch nicht nur die geringste Idee sagen könne - hamses alle natürlich gelassen. Und so wurde mal wieder eine große Chance auf ein höheres tkw verspielt.

In den 200 Jahren sind fast alle Meteorite dieser Welt von Privatmenschen und von Kommerziellen gefunden worden, bis dann die Antarktisprogramme aufgelegt wurden. Die sind jedoch teuer, kaum ein Land mag sich das leisten. Mittlerweile durch die Wüste sind es längst wieder die privaten und kommerziellen, die das Gros der Meteoritenneufunde besorgen.

Dem muß eine Meteoritengesetzgebung, wenn man denn eine überhaupt für notwendig erachtet - ich persönlich halte sowas ja nicht für notwendig, da wir ja rund 200 Jahre aufs prächtigste auf der Welt ohne eine solche ausgekommen sind und die Wissenschaft und die Fundzahlen und die Nationalsammlungen sich ohne Gesetze auf das prächtigste entwickelt haben, und in den Ländern, wo man neu Sondergesetze eingeführt hat, alles seitdem stagniert oder gleich ganz den Bach runtergeht -
dem muß also eine Meteoritengesetzgebung rechnung tragen.
Sonst gehts wie in Australien, sonst gehts wie in Libyen, sonst gehts wie in Südafrika ect. - und das kann kein Mensch wollen. Zumindest nicht, wenn er ernsthaft an Meteoriten interessiert ist.

Gibeon, Windhoek. Hast mal die Bilder gesehen? Von dem "Denkmal" sind etliche Stücke geklaut worden und die, die noch da sind - weißt früher war ein rostender Gibeon so etwas wie das Äquivalent zu: "Man hat schon Pferde kotzen sehen". Die Stücke sind ruiniert, schauen aus wie wenn man Campos in Salzlauge lagert und schlimmer als jeder Dronino nach 20 Jahren Saunagang. Derart kaputte Gibeons hab ich mein ganzes 30jähriges Sammlerleben nicht gesehen.

Und wenn man seine Meteorite derart verkommen läßt, dann beißt sich das eben mit dem, was in den selbsterwählten Gesetzen steht, von unwiderbringlichen Naturerbe oder gar dieser unsägliche Quast von "Kulturgut".

Und Buchwalds Agpalilik - also ehrlich, ein jeds Museum tät den zumindest ins Vestibül packen.
Und komm mir keiner, es sei kein Geld da.
Übrigens, sehr interessant, wenn man die alten Bücher liest - früher schien es zum guten Ton für die Kuratoren zu gehören, zu stiften...
dös is heut wohl nimmer so.
Als ob wenigstens ein Dacherl drüber, ein Verschlag soviel Geld kosten tät.

Generell - Ingo, Du bist zwar in den Wüstenrausch hineingekommen - aber Meteorite bleiben etwas derart unglaublich seltenes, daß sie einfach nicht per Gesetz mit Fossilien und Mineralien in einen Topf geworfen können - versteh doch, die haben völlig andere Bedingungen nötig, damit sie überhaupt gefunden werden können!

So sehe ich das zumindest.
 :prostbier:
Mettmann

Das nur gschwind, daher keinen Anstoß an der Formulierung zu nehmen, müssen doch grad uns um den Wunderstein kümmern.



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Offline karmaka

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #21 am: Juli 20, 2011, 20:49:18 nachm. »
Und noch ein Bericht, mehr zum Schauen als zum Hören .... wohltuend.

http://newscontent.cctv.com/news.jsp?fileId=113849
« Letzte Änderung: Juli 20, 2011, 21:10:56 nachm. von karmaka »

MilliesBilly

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #22 am: Juli 20, 2011, 21:25:16 nachm. »
Der Meteorit liegt also vielleicht auf einer Bergspitze in einer Höhe von 2900 Metern über dem Meer:

Da kommen die Bergketten westlich (Berge: Heyuan Feng und Borgora) und östlich der Stadt Ürümqi in Frage.

Die liegen aber südlich des Regierungsbezirks Altay, glaube ich.  :gruebel:

Andererseits kommen aber auch einige Berge im Nordosten des Regierungsbezirks Altay an der Grenze zur Mongolei in Frage. Auch im extremen Norden der Altay-Region gibt es derart hohe Berge.

 :prostbier:Martin

Zur geographischen Annäherung denke ich:

Genannt werden die chinesische (uigurische) Provinz Xinjiang, gelegen im Nordwesten der Volksrepublik, Hauptstadt Urumtschi (ehemals an der Seidenstraße gelegen); sowie Altay, Hauptstadt der gleichnamigen nördlichsten Präfektur. Die Stadt Altay liegt am Fuße eines von NW nach SE streichenden Gebirgszugs, der im mongolischen Khüiten Peak (Dreiländereck China - Russland - Mongolei) bis zu 4371 m. Höhe erreicht (obacht, die Höhenangaben bei Google Earth zur Region scheinen inkorrekt zu sein). In diesem Gebiet, also Richtung Grenze zur Mongolei, müsste der Meteorit liegen. Aber das ist natürlich immer noch größer als der gemeine bundesdeutsche Vorgarten.

MilliesBilly

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #23 am: Juli 21, 2011, 01:04:22 vorm. »

Fragen und Aspekte:

Ist der Meteorit an dieser Stelle gefallen? M.E. unwahrscheinlich. 30 t. Eisen (oder Steineisen) ziemlich ungebremst in die Landschaft, das dürfte eine hübsche Impaktstruktur ergeben. Davon ist aber auf den vorliegenden Fotos resp.Videos nichts zu erkennen. Aber auch der originäre Krater dürfte schwerlich nachzuweisen sein in einer Region, die qua Klima extreme Einebnungskräfte erwarten lässt.

Könnte daher der Meteorit qua Gletscherdynamik an diese Stelle verfrachtet worden sein? Scheint angesichts der Morphologie und des Reliefs der Umgebung durchaus möglich zu sein. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob 30 t. selbst von einem ziemlich aktiven Gletscher so ohne weiteres bewegt werden können.

Einmal angenommen, der Gletschertransport käme infrage: ist es möglich, die glazialen Prozesse vor Ort so zu rekonstruieren, dass man dem ursprünglichen Impaktort auf die Spur kommen könnte? Dabei wäre es äußerst förderlich, die terrestrische Verweildauer der Masse zu bestimmen.

Weiterhin angenommen, eine mögliche Transportbahn des Meteoriten könnte rekonstruiert werden, wäre es sicherlich interessant zu versuchen, möglichen weiteren Massen dieses Falls auf die Spur zu kommen.




Offline gsac

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #24 am: Juli 21, 2011, 01:16:38 vorm. »
Fragen und Aspekte: .............

...mit einer diesbezüglichen Assoziation zu den damaligen grönländischen Funden...

MilliesBilly

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #25 am: Juli 21, 2011, 01:24:09 vorm. »
Fragen und Aspekte: .............

...mit einer diesbezüglichen Assoziation zu den damaligen grönländischen Funden...

Ja, CY wäre die einzige Parallele, die auch mir einfallen würde. Überaus interessant.

Offline Thin Section

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #26 am: Juli 21, 2011, 09:20:07 vorm. »
Ist der Meteorit an dieser Stelle gefallen? M.E. unwahrscheinlich. 30 t. Eisen (oder Steineisen) ziemlich ungebremst in die Landschaft, das dürfte eine hübsche Impaktstruktur ergeben.

Nicht unbedingt! Man denke an Hoba mit ca. 60 Tonnen Gewicht!

Bernd :hut:
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Offline Andreas Gren

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #27 am: Juli 21, 2011, 09:46:01 vorm. »
Moin,

nun werden se alle schimpfen....
aber ich find die Grafits cool, das gehört in diesem Fall dazu, zur Fundgeschichte, zur irdischen Geschichte.
Lag da rum, kamen Leute haben drauf rum geritzt ohne zu wissen was sie da vor sich haben, das ist teil der Geschichte dieses Stückes, andere wurden als Türstopper verwendet, als Briefbeschwerer, als Amboss, als Mauerstein. Für mich eine weitere Besonderheit der Meteorite, daß sie dem ungeübten Menschen gar nicht auffallen und unter Umständen eine lange Zeit schon gefunden, aber nicht entdeckt wurden.

Und den Riesen Cape York in Kopenhagen habe ich besucht, und das Museum auch. Der ist so riesig, der kann noch tausend Jahre da liegen, ohne daß man eine Veränderung der Form wahrnehmen würde und noch viele 10 tausend Jahre bis ernsthafter Schwund eintreten würde. Viel mehr Sorgen muss man sich da um die Scheiben und Schnitte anderer Lokalitäten in der Ausstellung machen, die sahen wirklich teilweise sehr böse aus.

Gruß
Andi
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Offline gsac

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #28 am: Juli 21, 2011, 10:07:34 vorm. »
Moin,

nun werden se alle schimpfen....
aber ich find die Grafits cool, das gehört in diesem Fall dazu, zur Fundgeschichte, zur irdischen Geschichte.
Lag da rum, kamen Leute haben drauf rum geritzt ohne zu wissen was sie da vor sich haben, das ist teil der Geschichte dieses Stückes, andere wurden als Türstopper verwendet, als Briefbeschwerer, als Amboss, als Mauerstein. Für mich eine weitere Besonderheit der Meteorite, daß sie dem ungeübten Menschen gar nicht auffallen und unter Umständen eine lange Zeit schon gefunden, aber nicht entdeckt wurden.

Und den Riesen Cape York in Kopenhagen habe ich besucht, und das Museum auch. Der ist so riesig, der kann noch tausend Jahre da liegen, ohne daß man eine Veränderung der Form wahrnehmen würde und noch viele 10 tausend Jahre bis ernsthafter Schwund eintreten würde. Viel mehr Sorgen muss man sich da um die Scheiben und Schnitte anderer Lokalitäten in der Ausstellung machen, die sahen wirklich teilweise sehr böse aus.

Gruß
Andi


Wieso schimpfen? Du hast ja insofern recht, als es wirklich ein Teil der
irdischen Geschichte bzw. des "Schicksals" dieses Meteoriten ist. Das
ist eben so! Wie schon gesagt: der Mensch hinterläßt gern auch Spuren
an besonderen Orten...

Andererseits sollte man dem Treiben jetzt, nach der Entdeckung, aber
Einhalt gebieten, wie es auch beim Hoba und den Grönländern sein sollte.
(Übrigens habe ich meine solide Hoba-Scheibe wohl genau dieser Frevelei
früherer Jahre zu verdanken - ich muß da ganz leise sein.... - ich war´s
aber nicht!)

Was die Dauerhaftigkeit der Cape-York-Meteorite im Freien auf dem Hof
des Kopenhagener Museums angeht, so stimme ich Dir zu. Man wird sich
schon Gedanken dazu gemacht haben, mindestens auch mal der alte Vagn
Buchwald selber, dem diese Stücke ja sehr am Herzen liegen. Wenn da ab
und zu in diesem Klima etwas Shale abplatzt - na und? Substanziell wird es
die Meteorite auf lange Zeit nicht wesentlich verändern. Die haben ja auch
Jahrtausende im viel ärgeren Klima im grönländischen Geröll frei gelegen und
dies überlebt, so muß man das auch sehen. Gibt es eigentlich Spuren oder
sichtbare Eingriffe der Eskimos an diesen Stücken, Andi, hast Du da was
gesehen?

Will auch mal wieder nach Kopenhagen und muß dann unbedingt ins Museum.
Der Henning Haack soll ja ganz zugänglich sein. Für die maroden Stücke dort
sollte er allerdings was tun. Da kann er sich ein Beispiel an der Patenschafts-
Aktion des Berliner Museums nehmen, obwohl die Sanierung vieler Stücke hier
nicht gut gelungen ist und eher einer Hinrichtung gleicht. Aber die Grundidee
ist gut! An Fördergeldern sollte es dem dänischen Staat auch nicht mangeln,
denn das ist ja nun wahrlich kein Entwicklungsland.

Alex

Offline lithoraptor

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Re: 25.000 kg Eisenmeteorit in Xinjiang gefunden
« Antwort #29 am: Juli 21, 2011, 10:14:51 vorm. »
Moin!

Nicht unbedingt! Man denke an Hoba mit ca. 60 Tonnen Gewicht!

Für Hoba nimmt man auch an, dass er nicht mehr am Einschlagsort liegt und ggf. durch Gletscher transportiert wurde. Es bestehen hier grundlegend zwei Möglichkeiten. 1. Die Impaktstruktur wurde von Sedimenten vollständig überdeckt und man hat sie bisher einfach noch nicht entdeckt. ODER 2. Die Struktur ist bereits vollständig erodiert worden.
Eine weitere Theorie, nach der der Hoba so flach eingetreten und aufgeschlagen ist, dass er, ähnlich einem flachen Stein, den man übers Wasser springen lässt, immer mehr Energie verloren hat - ohne diese in voller Wucht an einem Punkt entladen zu können, halte ich für sehr fraglich.

Wobei ich mir nicht sicher bin, ob 30 t. selbst von einem ziemlich aktiven Gletscher so ohne weiteres bewegt werden können.

Ja, vom Gewicht her geht das ohne Probleme. Wenn man das Gewicht nur mal eben mit dem Gewicht diverser Findlinge in Deutschland vergleicht. Wikipedia hat dazu eine schöne Aufstellung: http://de.wikipedia.org/wiki/Findling (etwas weiter unten). Wer sich nun Gedanken darum macht, dass man hier ja das spez. Gewicht betrachten muss und der Met so dann schnell im Eis versinkt, der hat eine sehr "saubere" Vorstellung eines Gletschers. Das gute Stück kann ja mit einem riesen Haufen unterlagerndem Gestein transportiert worden sein, so dass sich das Gewicht über viele Blöcke auf eine erheblich größere Fläche verteilt hat...

Gruß

Ingo

P.S. @ Martin: Die Gibeons in Windhoek rosten gar nicht so stark - konnte sie ja selbst schon in Augenschein nehmen. Dem Hoba geht es da sehr viel schlechter. :user:

 

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