Autor Thema: Meteorit Oldenburg (1930)  (Gelesen 28555 mal)

Offline Norbert

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #90 am: November 29, 2013, 14:06:51 nachm. »
Das Jahr neigt sich dem Ende, der Meteorit ist nicht gefunden.

"Vom spurlosen Verschwinden eines Meteoriten" titelte gestern der NDR:

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/oldenburg/meteorstein101.html

 :unfassbar:

Offline ironsforever

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #91 am: November 29, 2013, 15:58:30 nachm. »
Das Jahr neigt sich dem Ende, der Meteorit ist nicht gefunden.

"Vom spurlosen Verschwinden eines Meteoriten" titelte gestern der NDR:

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/oldenburg/meteorstein101.html

 :unfassbar:

Zitat
"Dennoch müssen wir derzeit davon ausgehen, dass er auch entwendet worden sein kann."

Recht logisch, die Erklärung von Hr. Meiners! Wenn was nicht mehr da ist, kann es "auch entwendet worden sein"! Lustig in diesem Zusammenhang ist der Gebrauch des Wörtchens "auch", denn es impliziert andere Möglichkeiten des Verschwindens.

Welche Alternativen des Verschwindens kämen denn noch in Betracht? Wegfliegen, Weglaufen, sich Verflüssigen oder Vergasen? Diese Möglichkeiten können bei Meteoriten im Allgemeinen als Ursache ausgeschlossen werden. Museumsbrand, Blitzeinschlag, Flut, Geröll-Lawine und sonstige Naturkatastrophen? In diesem konkreten Fall wohl auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen.
Die Putzfrau, die schon die Fettecke von Beuys fachgerecht entsorgte?  :einaugeblinzel: Absurd. Viel mehr fällt mir jetzt nicht ein.

Beleuchten wir also die einzig denkbare Erklärung des Verschwindens einer Sache gegen den Willen des Eigentümers/Verwalters etwas genauer: Der Duden definiert den Begriff des "Entwendens" wie folgt: "Unter Ausnutzung einer Gelegenheit unbemerkt wegnehmen und [mühelos] an sich bringen." Wenn Hr. Meiners ein "Entwenden" vermutet, muss er doch auch Stellung dazu nehmen, wie sich in (s)einem Museum eine Gelegenheit bieten kann, ein Exponat mühelos und unbemerkt an sich zu bringen.

Nimmt man es bei der Verwahrung von Exponaten etwa auch nicht so genau wie bei der (unterlassenen!) Dokumentation von Übergaben an andere Institutionen?

Auf die unsägliche Geschichte des Verschwindens von Bissel folgt die nicht minder unsägliche Geschichte vom spurlosen Verschwinden jeglicher Verantwortung :peinlich:
« Letzte Änderung: November 29, 2013, 16:17:07 nachm. von ironsforever »
Es ist sehr einfach, prinzipiell gegen jede Norm zu sein. Das wirklich Geniale ist hingegen nicht so einfach, wie manch Einfacher denkt.  :einaugeblinzel: (Bekannt)

Offline DCOM

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #92 am: November 29, 2013, 16:48:58 nachm. »
Zitat von: ironsforever
Welche Alternativen des Verschwindens kämen denn noch in Betracht? Wegfliegen, Weglaufen, sich Verflüssigen oder Vergasen? Diese Möglichkeiten können bei Meteoriten im Allgemeinen als Ursache ausgeschlossen werden.

 :lacher: 

Prima Kommentar, Andi!  :super:

Offline speul

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #93 am: November 29, 2013, 18:11:16 nachm. »
Zitat
Welche Alternativen des Verschwindens kämen denn noch in Betracht? Wegfliegen, Weglaufen, sich Verflüssigen oder Vergasen? Diese Möglichkeiten können bei Meteoriten im Allgemeinen als Ursache ausgeschlossen werden. Museumsbrand, Blitzeinschlag, Flut, Geröll-Lawine und sonstige Naturkatastrophen? In diesem konkreten Fall wohl auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

nun, es gibt da noch die Interpretation des 3. Hauptsatzes der Thermodynamik: Entropie als Wahrscheinlichkeit. Irgendwann muß es ja mal passieren, dass sich ein Meteorit spontan wieder von der Erde entfernt. Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Wir sollten den Herrn loben und preisen, dass wir es in unserer Lebzeit erleben durften. Nicht persönlich, aber doch können wir sagen: Ja, damals als der Oldenburg wieder in den Himmel zurückflog ...............................................................

der, den man den Speul nennt
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Offline herbraab

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #94 am: November 30, 2013, 10:44:37 vorm. »
Welche Alternativen des Verschwindens kämen denn noch in Betracht? Wegfliegen, Weglaufen, sich Verflüssigen oder Vergasen?

Man hätte den Oldenburger wohl - wie damals den Aerolithen von Ensisheim - in eiserne Ketten legen sollen, damit er nicht wieder dorthin verschwindet, von wo er gekommen ist.

:hut:
Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline Norbert

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #95 am: November 30, 2013, 13:46:07 nachm. »
Zumindest eine Daueraustellung in einer für die Öffentlichkeit zugänglichen Vitrine hätte die eisernen Ketten ersetzt...

Es gibt noch eine weitere Alternative zum Verschwinden des Meteoriten,
außer Diebstahl, Wegfliegen, Weglaufen, sich Verflüssigen oder Vergasen,
nämlich: SCHLAMPEREI!   :bid:

Was macht die Petition - rbartoschewitz und bolidechaser? Ich bin gerne mit meinen Möglichkeiten dabei behilflich.

Beste Grüße  :winke:




Offline karmaka

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #96 am: Dezember 02, 2013, 17:28:09 nachm. »
Der Gast Gedanke dachte gestern diese desillusionierenden Gedanken bei der Lektüre des NDR-Artikels:

Zitat
Hoffentlich wars nicht der Hausmeister, versehentlich beim Bauschuttentsorgen. Fettecke, ick hör dir trapsen. Wie dem auch sei - schade drum. Als Laie würde man annehmen, über so ein wertvolles Objekt und seinen Aufenthaltsort wird stets penibel Buch geführt, scheinbar ist das aber nicht so?

Würde man wahrlich annehmen!!!

Offline rbartoschewitz

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #97 am: Dezember 02, 2013, 22:41:00 nachm. »
Hallo,

ich habe zwar erwähnt, dass eine Petition etwas Bewegung in die Geschichte bringen könnte, doch ebenfalls darauf hingewiesen, dass mir momentan die Zeit fehlt. Norbert, vielleicht kannst du als fast getroffener die Petition "in die Hand" nehmen. Wie gesagt, ich unterstütze gern und sicherlich auch einige andere des Forums!

Viele Grüsse,

Rainer

Offline Norbert

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #98 am: Dezember 04, 2013, 01:01:36 vorm. »
"Fast Getroffener" klingt gut, wie alt hältst du mich? Mitte 80 bin ich noch nicht.  :einaugeblinzel:

Petition für Bissel kann ich im Moment aus gesundheitlichen Gründen nicht machen, weiß auch gar nicht wie das geht.

Beste Grüße aus Oldenburg, kaum 30 Meter von Benthullen und vielleicht Bissel entfernt.. :gruebel:

Offline DAG648

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #99 am: April 25, 2014, 21:20:15 nachm. »
Hallo liebe "Oldenburg-Interessierte",

heute erhielt ich einen Zeitungsausschnitt, und stellte mit Erstaunen fest, das der "Oldenburger" im Nachgang seines Falles sogar zu einem Gedicht verarbeitet worden ist. Leider enthält der Ausschnitt keinerlei Infos oder Vermerke über die Zeitung und den Erscheinungstermin (das bekomm ich aber hoffentlich auch noch raus), ich gehe aber davon aus dass dieser definitiv aus dem Falljahr stammt, vermutlich relativ kurze Zeit nach dem Ereignis.

Hier der Text des Gedichts in Gänze, den ich schnell mal abgeschrieben habe:

>>
Geruhig war mit seinen Schafen
Der Schäfer Bley beim Mittagsschlafen,
Im Saterland bei Beverbruch. –
Mit einem Mal herunterschlug
In seinen allerliebsten Traum
Ein Meteor vom Weltenraum –
Mit Sausen, Surren, Erdgezitter,
Mit Sturmgebraus und Dreckgeschitter;
Es fiel herab ganz nahe bei.
Da ist dem Schäfer Klemens Bley
Für einen Augenblick, (‘nen langen!)
Das Hören und das Sehn vergangen,
Ihm blieb, wie man wohl sagt, vor Schreck
Buchstäblich seine Spucke weg,
Indes die Schaf- und Lämmerherde
Mit aufgeregt gerecktem Steerte
Wild birsend durcheinander rauschte,
Laut blökend seine Meinung tauschte:
So’n Meteor, zwar schaurig schön –
Wie leicht kann das in’s Auge gehn. –
Es folgte diesem Donnerschlag
Jedoch ein weiterer nicht nach.
Da hat der Schäfer Bley zuletzt
Sich aufgerafft und aufgesetzt.
Er starrte in das Loch hinein,
Das aufgewühlt vom Himmelsstein,
Sodann er seine Schafe zählte,
Und siehe, keins von ihnen fehlte.
Er hatte alle sie behalten,
So blieb es weiterhin beim Alten. –

Ob ähnliches wohl auch der Fall
Nach dieser letzten Reichstagswahl,
Die ganz so wie das Meteor,
Auch so ein “Schlag war in’s Kontor”?
<<

Beste Grüße zum Wochenende,
Alex

Offline Mettmann

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #100 am: April 29, 2014, 12:33:32 nachm. »
Hallo Alex,

wirklich eine herrliche Trouvaille - Vielen Dank dafür!

Sehe gerade in dem Thread noch gar nicht den äußerst peniblen Fall- und Fundbericht von Buttel-Reepen aus dem Oldenburger Jahrbuch des Vereins für Altertumskunde und Landesgeschichte, Band 34, 1930 verlinkt. Den gibts nämlich digitalisiert hier:

http://www.lb-oldenburg.de/pdf_oldenburger_jahrbuch/34_1930.pdf  (ab Seite 101).

Mit Photos, wie gut Bissel und Beverbruch zusammenpassen und dem Loch, das der Beverbruch geschlagen hat.
(tststs, Meteoritenhandel ist ja ein neues Phänomen... ich sag nur: Hannoveraner Reflektant!)

Wenn man schaut, bei den Literaturangaben, war der Fall schon nach wenigen Tagen in den lokalen Zeitungen.
Ist am 10.September 1930 gefallen,
am 11.,13. und 19. hat die Wildeshausener Zeitung schon darüber berichtet, in den Ausgaben Nr. 216, 219 und 228
am 12. und 19. Oldenburger Volkszeitung, Nr.212 und 218
sowie am 13. und 16. die Nachrichten für Stadt und Land Oldenburg, Nr.249 und 252
und wiedrum am 19.  die Münsterländische Tageszeitung, Nr.218.

Vielleicht findest Du das Gedicht in einem dieser Blätter in der Woche nach der Wahl,
und, es kann nur, - es ist ja wirklich ein feines satirisches Gedicht voller Anspielungen:
der Schäfer, der ins Loch schaut; die Schafe mit dem aufgerecktem Steerte, wild birsend; das Dreckgeschitter...
nur die Reichstagswahl vom 14.September 1930 sein.

.........


Hast noch der Vollständigkeit halber den Autor des Gedichts?

 :super:
Mettmann 
« Letzte Änderung: April 29, 2014, 12:59:13 nachm. von JaH073 »
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Offline DAG648

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #101 am: Mai 13, 2014, 16:14:30 nachm. »
Hallo Mettmann,

unter dem Gedicht ist nur das Wort "Loki" angegeben, welches wohl den Autor (bzw. sein Pseudonym) darstellen soll.

Grüße,
Alex

Offline gsac

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #102 am: Mai 13, 2014, 21:06:55 nachm. »
unter dem Gedicht ist nur das Wort "Loki" angegeben, welches wohl den Autor (bzw. sein Pseudonym) darstellen

Die Frau Schmidt hatte allerlei, vor allem botanische, Interessen, sie wird´s aber sicher nicht gewesen sein...

Offline DAG648

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #103 am: Mai 13, 2014, 21:37:25 nachm. »
vermutlich nicht, sie wäre da auch erst 11 Jahre alt gewesen :smile:

Offline bolidechaser

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Re: Meteorit Oldenburg (1930)
« Antwort #104 am: September 10, 2014, 07:17:12 vorm. »
:winke: Guten Morgen, Meteoritengemeinde,

heute vor 84 Jahren sind die zwei Oldenburg Meteorite in der Nähe von Beverbruch und Bissel eingeschlagen.
Solche Erdenlandungstage feiern wir in der Familie Heinlein in Augsburg natürlich gebührend. Wir haben uns
vergewissert, dass zumindest der "Bevi" noch da ist und zur METEORITEN Sonderschau auf den Münchner
Mineralientagen (24. bis 26. Oktober 2014) zur Verfügung steht.
https://munichshow.com/

JETZT wäre die letzte Chance, nochmals intensiv nach dem verschollenen Bruder "Bissel" zu suchen!
Ansonsten müsste der für den Bissel vorgesehene Platz in der Vitrine bedauerlicherweise leer bleiben.   :traurig:

Unserem "Bevi" senden wir hiermit herzlichen Glückwunsch zum heutigen Gedenktag
und freuen uns darauf, viele von euch Ende Oktober in München zu treffen!

Dieter mit Familie


 

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