Autor Thema: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“  (Gelesen 6097 mal)

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Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“


Hallo Forum

Hier eine kurze Zusammenfassung der Atacama Meteoritensuchtour des "kleinen 2 Personen Teams" (JaH073 und Allende), das zeitlich etwas vorversetzt vor dem "grösseren Team" (Haschr und Kollegen) und unabhängig voneinander den Weg nach Chile gesucht hatte.

Der Zeitpunkt unserer Reise über den Jahreswechsel 2016/17 bis weit in den Januar hinein war das einzig mögliche Zeitfenster für uns beide aus beruflichen, familiären und anderen Gründen.

Ab einem gewissen Lebensalter erfreut man sich der Bequemlichkeit und reist lieber mit genügend Gepäck für alle Reisenotwendigkeiten, gegenüber der jugendlichen Rucksacktour mit dem nur notwendigsten Equipment. Beispiel: Für den morgendlichen Tee (ohne geht nichts…) und die abendliche Suppe (eine warme Mahlzeit am Tag ist auch wichtig) hatten wir extra einen grossen Sack Holzpellets mit dabei, da wir in der kargen Atacama Wüste nicht mit getrockneten Sträuchern oder anderen Holzquellen, wie z.B. im Oman üppig vorhanden, rechnen durften. :einaugeblinzel:

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #1 am: März 26, 2017, 20:40:17 nachm. »
Der kommerzielle Aspekt für die erhofften Fundstücke lag bei unserer Reise gänzlich im Hintergrund. Unsere Reiseziele waren auch vergleichsweise bescheiden, aber dafür für uns besonders wichtig: Imilac = das ganze Streufeld von NO bis SW in voller Länge, der Monturaqui-Einschlagkrater = suhuhuper (!), ein weiteres kleines, lokal begrenztes Suchgebiet (nicht so super) und das Vaca Muerta von W nach O in voller Länge. Ein Suchen in unberührtem Terrain, wie schon zu Genüge in anderen Wüstengebieten von uns erfolgreich durchgeführt, war zugunsten von längeren Aufenthalten in den Imilac und Vaca Muerta Streufeldern nicht geplant. Davor, dazwischen und danach einige Tage Akklimatisierung, Relaxen am Pazifik und touristisches Sight-Seeing = Altherrenprogramm. In Summe sind wir mit unserer Planung und dem Reiseablauf sehr zufrieden gewesen und den Erfolg unserer Tour wollen wir auch nicht über die Quantität der mehrheitlich kleinen aber vielen Fundstücke verstanden wissen, sondern über die Umsetzung des geplanten Vorhabens und die endlosen Eindrücke und Freude und das Erstaunen, welche uns die tagelange Abarbeitung der für uns wichtigen Streufelder gebracht hatten. Unser Wunsch diese Streufelder zu bereisen, ist schon viele Jahre vorhanden gewesen, habe doch zumindest ich (Allende) seit rund 30 Jahren recht grosse Fundstücke aus beiden Streufeldern in meinen Sammlungsbeständen. Wir wollten einfach mal schauen, wo genau die Stücke damals aufgesammelt wurden und hofften natürlich auch ein wenig auf Fundglück für tolle neue Stücke.

Imilac:
Die grosse Mehrheit der heute noch auffindbaren Imilac Stücke sind die typischen kleinen Metal Skeletons. Die Zeit der grossartigen Oberflächenfunde in guter Qualität, ist vorbei. Und alles noch Verbliebene muss man mit dem Metallsuchgerät sondieren und sich durch Nachgraben hart erarbeiten. Wir waren aber fleissig und hatten tagelang in verschiedenen Gebieten des langgezogenen Streufeldes mit viel Einsatz und mit grosser Freude gearbeitet. Es ist schon ein spezielles Feeling, in dünner Luft in 3000 bis 3300 m über Meereshöhe teils in Schräghanglage nach Meteoritenproben zu suchen. Eine völlig neue Erfahrung für uns beide. Dazu lag die nächtliche Temperatur zum Jahreswechsel bei nur knapp über 0°C und tagsüber die hochintensive Sonnenstrahlung bei Temperaturen um die 30°C.

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #2 am: März 26, 2017, 20:41:45 nachm. »
Weitere Bilder

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #3 am: März 26, 2017, 20:42:57 nachm. »
Der Imilac Hauptkrater ist heute teilweise vom Einsturz bedroht. Es sind deutliche Fahrspuren von Quads (vierrädrige Buggy-ähnliche Fahrzeuge) eng um den Krater herum zu sehen. Das war nicht wirklich toll anzusehen, auch sind von innen her in die Kraterwand hinein tiefe Löcher gegraben. Das alles grenzte – meine Meinung dazu – an Vandalismus.  :wehe:

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #4 am: März 26, 2017, 20:47:24 nachm. »
Was uns auch ein wenig irritiert hatte, war die Vermüllung durch Batterien, Flaschen, Dosen und Zimmermannsnägeln.  :fingerzeig: Der Wind verteilt den ganzen Unrat überall hin, wir hatten aber einiges an gefundenem Unrat weggeräumt und mitgenommen.

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #5 am: März 26, 2017, 20:54:12 nachm. »
Technisches Problem bei mir. Es geht gleich weiter...

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #6 am: März 26, 2017, 20:57:20 nachm. »
Absolut grandios war der nächtliche Sternenhimmel mit klar sichtbarer Milchstrasse. Auch spannend zu sehen der zunehmende, auf den Kopf gestellte Mond = südliche Halbkugel.

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #7 am: März 26, 2017, 20:59:56 nachm. »
Bild für Bild. Irgenetwas klappt nicht mit dem Herunterladen.

Admin-Peter?

Offline Gibeon2010

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #8 am: März 26, 2017, 21:26:31 nachm. »
Danke für den tollen Bericht!  :wow:  :super:
Viele Grüße
Jens

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #9 am: März 26, 2017, 21:27:16 nachm. »
Test ohne Bild

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #10 am: März 26, 2017, 21:30:39 nachm. »
Technisches Problem beim Herunterladen der Bilder. Ein tolles Himmelsbild geht einfach nicht durch...

Ein aus einer Bodentiefe von etwa 15 cm herausgegrabenes 8g Imilac Fragment, zeigt im angeschliffenen Zustand bereits nach wenigen Tagen weissliche Salpeterausblühungen auf dem Olivin und Rostbildung an der Phasengrenzen Olivin/Metall.


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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #11 am: März 26, 2017, 21:32:50 nachm. »
Falsches Bild, sorry. Jetzt ist das Bild richtig.

Ein aus einer Bodentiefe von etwa 15 cm herausgegrabenes 8g Imilac Fragment, zeigt im angeschliffenen Zustand bereits nach wenigen Tagen weissliche Salpeterausblühungen auf dem Olivin und Rostbildung an der Phasengrenzen Olivin/Metall.


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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #12 am: März 26, 2017, 21:36:31 nachm. »
Es hat trotz der teilweise schlecht erhaltenen Fundstücke viel Spass gemacht, dort zu suchfinden.

Ein anderes Imilac Stück aus erhöhter Hanglage zeigt keine Salpeterausblühungen, aber von der linken Bildseite her ist am Probenrand bereits ein Korrosionsangriff in das Metall hinein zu erkennen.

Mit dem Performance Bild hatten wir Imilac dann verlassen und ein neues Ziel vor Augen.

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #13 am: März 26, 2017, 21:38:15 nachm. »
Monturaqui Krater:
Ein ca. 600'000 Jahre alter, immer noch nahezu perfekt erhaltener Einschlagskrater (Durchmesser ca. 360m) in vulkanischem Gelände. Der Krater wurde erst in den 1960er Jahren bei der Auswertung von Luftaufnahmen entdeckt. Sein meteoritischer Ursprung wurde durch verschiedene Wissenschaftsexpeditionen bestätigt. Es führen zwei Wege dorthin, wir wählten den kürzeren aber schwierigeren Weg, der uns zeitweilig steile Wegstrecken bis auf knapp über 3500 Höhenmeter mit dem Auto hinauf und durch kaum passierbare Canyons hindurchführte. Die Wegstrecke war teils so schlecht, dass wir uns sogar mit der notdürftigen Instandsetzung des Fahrweges selber helfen mussten um durchzukommen. Eine Fahrzeugpanne ist uns glücklicherweise erspart geblieben, hätte in dieser kaum befahrenden Streckenführung auch fatal enden können. Die auf dem Weg zum Monturaqui angetroffenen Lamas hätten sicher nicht helfen wollen.

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Re: Atacama Meteoritensuchtour 2016/17 des „kleinen 2 Personen Teams“
« Antwort #14 am: März 26, 2017, 21:41:51 nachm. »
Der Monturaqui Krater liegt mitten in einer vulkanischen Landschaft. Der leicht ovale Krater ist nahezu perfekt erhalten. Die Auswurf- und Trümmergesteine sind weit verstreut. Wir hatten Gelegenheit ein paar schöne Gesteinproben, auch einige Impaktgesteine von dort mitzunehmen.  :smile:

 

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