Autor Thema: Almahata Sitta  (Gelesen 37367 mal)

Offline MarkV

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1385
Re: Almahata Sitta
« Antwort #120 am: Januar 07, 2010, 22:40:30 nachm. »
Hallo,
hier gibts ein kurzes Video von der Suchexpedition im Dezember:
http://www.youtube.com/watch?v=FFW5uwkG0fs

Grüsse,
Mark

Offline pema

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 107
    • Marmet-Meteorites
Re: Almahata Sitta
« Antwort #121 am: Januar 07, 2010, 23:08:32 nachm. »
...und am Ende einen interessanten Link:   http://asima.seti.org/2008TC3/workshop2008TC3.html

Gruss, Pema

Offline Greg

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1393
Re: Almahata Sitta
« Antwort #122 am: Januar 16, 2010, 21:31:29 nachm. »
Hallo,

ich hatte mich nun auch entschieden, mir von Almahata Sitta ein kleines 0,12g Stückchen zuzulegen. Heute kam das Päckchen.  :wow: :laughing: :super:


Thin Section

  • Gast
Re: Almahata Sitta
« Antwort #123 am: Januar 17, 2010, 22:12:07 nachm. »
Hallo Greg und Forum,

… und das ist auch gut so! Herzlichen Glückwunsch! Mich wundert, daß noch niemand im Forum (auch auf der US-Liste nicht) auf das Paper eingegangen ist, das Anne Black gestern auf der US-Liste zitierte. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

- ursprünglich als polymikter Ureilit klassifiziert
- kosmogene Nuklide 46Sc, 54Mn, und 57Co bestätigen, daß es sich um einen frischen Fall handelt.

Achondritische und chondritische Lithologien, die in A.S. gefunden wurden:

- ultrafeinkörnig ureilitisch
- grobkörnig ureilitisch (mindestens 5 verschiedene Lithologien auf dem Mutterkörper)
- enstatitisch: EH3, EL3/4, EL6 breccia, EH5, shock-darkened EH4/5, etc.
- chondritisch: H5, H5/6
- chondritisch unique, Typ 3.8±0.1: weder verwandt mit CK noch mit R, obwohl Fa35-37, da reichlich nickelreiches Metall vorhanden.

Eines von mehreren Indizien, daß dies alles Almahata Sitta Material ist, besteht darin, daß E-Chondrite relativ selten sind und es also unrealistisch ist, anzunehmen, daß mindestens 6 oder sogar noch mehr fallfrische E-Chondrite auf solch einem engumgrenzten Gebiet liegen sollen.

Bisher nahm man an, daß Ureilite von Asteroiden der S-Klasse stammen, Almahata Sitta wurde aber als zur F-Klasse gehörig klassifiziert.

Bischoff A. et al. (2010) Asteroid 2008 TC3 – Almahata Sitta: not only a ureilitic meteorite, but a breccia containing many different achondritic and chondritic lithologies.


Herzliche Grüße, Bernd (... dessen 2 Almahata Sittas auf der ersten Seite dieses Threads zu finden sind!)

Offline Greg

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1393
Re: Almahata Sitta
« Antwort #124 am: Januar 17, 2010, 22:37:48 nachm. »
Hallo,  :hut:

@ Bernd: Danke, ich freue mich auch sehr über mein Stück dieses historischen Falles.
Leider bekomme ich mit meiner Digi-Cam die kleine, etwas unebene Scheibe nicht schärfer fokussiert. Mit Ureiliten kenne ich mich kaum aus. Ist meine Scheibe von der Optik her ein typisches Stück? Laut Siegfried Haberer handelt es sich bei meinem Stück um einen feinkörnigen Ureiliten.
Hier ein Mikroskop-Foto (20x):


Anscheinend ist Almahata Sitta ja wirklich ein extrem außergewöhnlicher Meteorit. Die Vielfalt an unterschiedlichen Meteoritenklassen innerhalb eines Falles ist sensationell. Was mit ihm bzw. seinem Mutterkörper in der Vergangenheit alles kollidiert ist? Weiß jemand, ob die hohe Temperatur, welcher das Material ausgesetzt war von den Impakten oder von der Sonne herrühren soll? Viele E-Chondrit Einschlüsse könnten auf Sonnennähe schließen lassen?
Hat jemand Chondren in seinem Stück? Würde dann gerne mal ein Foto sehen.

Viele Grüße
Gregor

Thin Section

  • Gast
Re: Almahata Sitta
« Antwort #125 am: Januar 17, 2010, 23:14:10 nachm. »
Ich glaube, an der gekennzeichneten Stelle eine sg. triple junction zu erkennen: ein bekanntes Phänomen bei vielen Achondriten!

Ciao,

Bernd  :winke:

Offline gsac

  • Foren-Legende
  • ******
  • Beiträge: 6223
Re: Almahata Sitta
« Antwort #126 am: Januar 17, 2010, 23:20:10 nachm. »
Übrigens extrem fragiles Material! Ich habe mein ursprüngliches, anoxidiertes kleines
kompaktes Stück bei Siggi durchgetauscht gegen ein hauchdünn geschnittenes, aber
nicht oxidiertes Scheibchen (Schnittdicke 0.8 mm) mit deutlich grösserem Querschnitt.
Das ist leider schon auf dem Postweg zu mir in drei Fragmente zerbrochen - obwohl
gut in einer Membranbox fixiert gewesen. Die Box habe ich jetzt "wie ein rohes Ei" zu
meinem Erstwohnsitz weitertransportiert - um dort festzustellen, daß es nunmehr fünf
Fragmente sind. Das Material zerfällt fast schon vom Anschauen, möchte man meinen.
Aber egal, bei mir in Stade ist es jetzt ja angekommen, darf ruhen, und unterm Mikroskop
macht es immer noch wirklich toll was her!

Alex

Offline herbraab

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1841
Re: Almahata Sitta
« Antwort #127 am: Januar 18, 2010, 09:51:46 vorm. »
Bischoff A. et al. (2010) Asteroid 2008 TC3 – Almahata Sitta: not only a ureilitic meteorite, but a breccia containing many different achondritic and chondritic lithologies.

Cool Stuff!   :wow: :lechz: :super:

  Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline ben.g

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1541
Re: Almahata Sitta
« Antwort #128 am: Januar 18, 2010, 11:02:54 vorm. »
Naja, wahrscheinlich ist das alles ein ganz großer Fake. Die ham nix gefunden, dort wo der TC3 runtergekommen ist, und da hams halt alle ihre Metreste zusammengebacken. Deshalb ist das auch alles so böselig.  :einaugeblinzel:  :einaugeblinzel: :laughing:

Gruß
Ben


astro112233

  • Gast
Re: Almahata Sitta
« Antwort #129 am: Januar 18, 2010, 11:25:57 vorm. »
Hallo Ben,

„bröselig“ nennt man fachlich meteoritische Mitose (Zellkernteilung)!  :wow:

Gruß Konrad  :hut:

Offline Greg

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1393
Re: Almahata Sitta
« Antwort #130 am: Januar 18, 2010, 11:39:15 vorm. »
Hallo.  :hut:

Zitat
Ich glaube, an der gekennzeichneten Stelle eine sg. triple junction zu erkennen: ein bekanntes Phänomen bei vielen Achondriten!

Danke für den Hinweis mit der triple junction. Ich muss aber gestehen, dass ich damit leider nicht allzuviel anfangen kann. Der Begriff wird in der Plattentektonik verwendet. Könntest Du mir das kurz näher erklären?

Das Material scheint schon sehr fragil zu sein. Man sieht ja überall die Risse. Keine Ahnung, ob die durch die Explosion entstanden sind oder ob hier das Material im Mutterkörper zusammengebacken wurde? Vielleicht hilft es mir weiter, wenn ich die trible junction besser verstehe?

Zum Glück kam mein Scheibchen in einem Stück an. Habe dann erstmal gegrübelt, ob ich mich traue, es zum Fotografieren aus der Dose zu nehmen. War schon spannend... (mit zittriger Hand und Schweißperlen auf der Stirn  :einaugeblinzel:)

Mhm, vielleicht wäre das mal eine interessante Rubrik: Pannen beim Umgang mit Mets?  :bid:
Mir ist mal ein Ministück Tagish Lake vom Löffel geruscht und sofort gebrochen. Das einzig Gute daran war, dass nun auf der Bruchfläche eine verwitterte Chondre mit Loch (!?) zu sehen ist...


@Ben: Vorsicht, es sind schon Leute für weniger ketzerische Gedanken verbrannt worden  :einaugeblinzel:  :baetsch:

Viele Grüße
Greg

Offline pallasit

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1112
Re: Almahata Sitta
« Antwort #131 am: Januar 18, 2010, 12:08:29 nachm. »
Hallo Greg,

Mhm, vielleicht wäre das mal eine interessante Rubrik: Pannen beim Umgang mit Mets?  :bid:
Mir ist mal ein Ministück Tagish Lake vom Löffel geruscht und sofort gebrochen. Das einzig Gute daran war, dass nun auf der Bruchfläche eine verwitterte Chondre mit Loch (!?) zu sehen ist...

Gibt es leider schon!  :traurig:
http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=4589.0

Grüsse Willi  :prostbier:

Offline Greg

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1393
Re: Almahata Sitta
« Antwort #132 am: Januar 18, 2010, 17:27:48 nachm. »
Ah, interessant. Danke für den Hinweis.

Viele Grüße  :hut:
Greg

Thin Section

  • Gast
Re: Almahata Sitta
« Antwort #133 am: Januar 19, 2010, 17:51:11 nachm. »
Könntest Du mir das kurz näher erklären?

Hallo Greg und Forum,

Triple junctions erklärt sich fast durch den Begriff selbst: drei Kristalle, im Falle von Ureiliten z.B. drei Pyroxene (Pigeonit oder Orthopyroxen) oder drei Olivinkristalle – die Kristalle sind dann meistens gut ausgebildet, also idiomorph – die in einem Winkel von 120° aneinanderliegen, wie ich das in der Kopie von Deinem Bild auch mit weißen Linien angedeutet habe. Zur Verdeutlichung hier mal eine Aufnahme im x-pol. Licht bei 32-fach von einem anderen Ureiliten, Dhofar 132. Ganz deutlich sieht man vor allem in der Bildmitte diese triple junctions!

Herzliche Grüße,

Bernd  :winke:

Offline MarkV

  • Generaldirektor
  • *
  • Beiträge: 1385
Re: Almahata Sitta
« Antwort #134 am: Januar 19, 2010, 20:36:52 nachm. »
Hallo,
keine guten Nachrichten aus dem Sudan: Es wurden drei Meteoritensucher, zwei aus Frankreich und einer aus Belgien, festgenommen und sitzen in Haft, weil sie Almahata Sitta Meteorite bei sich hatten.
http://translate.google.fr/translate?u=http%3A%2F%2Fwww.google.com%2Fhostednews%2Fafp%2Farticle%2FALeqM5h2LgyLBZP-1Nlc6tbDS4FhkwI_8w&sl=fr&tl=en&hl=&ie=UTF-8

Grüsse,
Mark

 

   Impressum --- Datenschutzerklärung