Autor Thema: Klasse VIII - Silikate - Teil III  (Gelesen 68906 mal)

Plagioklas

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #60 am: Januar 27, 2011, 13:10:11 nachm. »
Ein Turmalin in einer seltenen Farbe. Er hat fast den selben Farbton wie Rauchquarz, so dass er sogar von den Händlern für einen solchen gehalten wurde und zwischen Stüfchen mit kleinen Kristallen zum Verkauf angeboten wurde. Der Dichroismus ist schwach erkennbar. In einer Richtung wirkt das rauchige mehr gelb in der anderen mehr grau. Diese Farbe ist natürlich. Die Endfläche hat eine dünne grüne Schicht und die teilverheilten Bruchflächen weisen zudem eine dünne rosarote schicht auf, die es so wirken lässt, als ob der Turmalin dort blutet.

Peter5

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #61 am: Januar 27, 2011, 23:02:28 nachm. »
Ja, das ist mal was anderes. Würdest Du diesen Turmalin noch als Elbait bezeichnen oder könnte es sich hier auch um einige andere Turmalin-Vertreter handeln (rot muss nicht immer Rubellit sein, könnte ja auch z.B. Liddicoatit sein). Verdelith ist grüner Elbait aber ich muss noch mal schauen, was da noch in Frage kommen könnte.
Wahrscheinlich sind es aber alles Farbvarietäten, die dem Elbait zugerechnet werden können.

Fundort: Madagaskar?

Gruß Peter5

Plagioklas

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #62 am: Januar 28, 2011, 04:01:47 vorm. »
Die Farbe sagt allein leider wenig über Varietät aus. Man muss den Fundort hinzuziehen. Liddicoatit und Elbait können die selben Farben haben.

Der Turmalin stammt aus Brasilien, von der letzten Welle an guten typisch grünen und blauen Kleinstufen mit kleinen und schönen Quarzkristallen. Der wurde auch in einem Lot mit solchen Stücken gemeinsam angeboten. Hab beim Anschauen zuerst den Turmalin auf dem Stück gesucht, bis mir auffiel, dass das ganze Ding ein Turmalinkristall war. Das fand ich dann recht witzig, da ich zweimal hinschauen musste. Die Farbe ist beim draufschauen selbst für mich als "farbspezialist" nur schwer von der eines rauchigen Quarz auseinander zu halten. Nur im Durchblick fällt der grüne Streifen nahe der Endfläche noch auf.

Peter5

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Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #63 am: Januar 28, 2011, 09:20:27 vorm. »
Zitat
Die Farbe sagt allein leider wenig über Varietät aus. Man muss den Fundort hinzuziehen.

Richtig. Deshalb fragte ich ja auch noch nach dem Fundort.

Zitat
Liddicoatit und Elbait können die selben Farben haben.

Das ist richtig. Es wird auch hierzu beim Liddicoatit im Lapis-Mineralienverzeichnis "vielfarbig" bei der Farbe angegeben. Ich bezog mich jetzt auch nur als Beispiel auf meinen madegassischen Liddicoatit der in meinem Fall ein sattes Rot aufweist ... ist wie beim Rubellit als rote Farb-Varietät des Elbait.

Habe eben noch mal nachgeschaut, ob auch andere Farben beim Liddicoatit aus Madagaskar möglich sind und das ist auch eindeutig mit ja zu beantworten, wenn man sich das hier anschaut ..

http://www.mindat.org/photosearch.php?frm_id=mls&cform_is_valid=1&minname=Liddicoatite&cf_mls_page=1&region=Madagascar&sort=&submit_mls=Search  (hier dann nach unten scrollen ..)

Na, dann noch viel Spaß mit Deinem "witzigen" Turmalin-Exemplar.  :smile:

Gruß Peter5

Peter5

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #64 am: Januar 28, 2011, 09:28:33 vorm. »
.. übrigens wurde auch "noch beim letzten" brasilianischen Fundort der Liddicoatit gestrichen. Es gibt also keine Referenz dafür .. zumindest nach Mindat, wonach es brasilianischen Liddicoatit gäbe. .. wird wohl dann wahrscheinlich Elbait sein.

http://www.mindat.org/loc-390.html

Labrador

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Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #65 am: Januar 28, 2011, 10:33:14 vorm. »
Hallo,

mal wieder einen Schwung von mir:

Halloysit in einer recht ungewöhnlichen blauen Farbe, früher "Anagenit" oder "Chromocker" genannt, von der schon im 19. Jahrhundert bekannten (heute vergessenen) Fundstelle Lobsdorf bei Glauchau in Sachsen.

Das Originaletikett zum Chromocker noch dazu.

Schön tiefgrün gefärbter Muskovit von der Grube Goldener Peter bei Berthelsdorf in der Oberlausitz

Rote kleine Piemontitkristalle mit hellem Prehnit vom Kerberbruch bei Tittling im Bayerischen Wald

Das letzte aus Deutschland neu beschriebene Mineral: winzige braune, eingewachsene Schüllerit-Täfelchen mit Augit u.a. vom Steinbruch Löhley bei Üdersdorf in der Eifel

Gruß
Labrador

Peter5

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #66 am: Januar 28, 2011, 10:42:13 vorm. »
Auch beim Uvit .. von nur einem Fundort in Brasilien --> Brumado nämlich gibt es mehrere Farbtöne.  :smile:

.. von dem grünen Uvit suche ich auch noch ein Bild heraus.. :smile:

Labrador

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #67 am: Januar 28, 2011, 10:47:48 vorm. »
Tolle Stufe mit interessanter Paragenese :super:

Peter5

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #68 am: Januar 29, 2011, 09:21:45 vorm. »
Danke sehr. Dein grüner Muskovit begeistert mich übrigens.

Gruß Peter  :smile:

Labrador

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #69 am: Januar 29, 2011, 11:26:42 vorm. »
Der von deinem goldenen Namensvetter :smile:. Wenn du magst, das Zeugs wäre besorgbar.

Peter5

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #70 am: Januar 29, 2011, 16:20:58 nachm. »
Nee, lass mal .. aber danke fürs Angebot .. ich habe schon so viele Glimmer in der Sammlung .. das muss erst mal reichen..  :laughing:

Gruß Peter

Labrador

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #71 am: Januar 31, 2011, 13:19:30 nachm. »
Ein bayrischer Klassiker ist Bronzit vom Peterlesstein bei Kupferberg im Frankenwald, hier als 5,5 cm breite Stufe mit Originaletikett aus der BA Freiberg (um 1890).

Stilbit in cm-hohen Kristallgarben auf Matrix aus Calcit und Apophyllit von St. Andreasberg im Harz. Die Stufe an sich ist schon wirklich gut (wenngleich sie sich nicht gut abbilden lassen will), aber der wirkliche Kracher aus meiner Sicht ist dieses herrliche Etikett!

Peter5

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #72 am: Januar 31, 2011, 15:35:16 nachm. »
Der Stilbit samt passendem Etikett ist wirklich toll und von Andreasberg auch sehr selten, meines Wissene!  :smile:

Labrador

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #73 am: Februar 01, 2011, 13:57:18 nachm. »
Hallo,

nee, das nun gar nicht :laughing:. Stilbit kommt im Bezirk Andreasberg auf fast allen Gruben vor, teilweise so massenhaft, dass man schon von einem Gangmineral sprechen könnte. Vom Samueler Gang sind große Tonschieferbrocken bekannt, die vollständig mit kleinen Garben überzuckert sind. Aber Stufen mit größeren Garben sind natürlich schon recht selten, gleichfalls kompakte Stücke aus meist weißen Garben, wie sie von Katharina Neufang bekannt sind.

Hier noch mal einige weitere Silikate:

Hübsche Bavenitnadeln zwischen Calcitplatten von der Grube Gelbe Birke, Schwarzenberg, Erzgebirge.

Chrysokoll als grünliche Pseudomorphosen nach unbekanntem Mineral (Wavellit?). Die grüne Kugel besteht aus Libethenit. Fundort: Spatgrube Cornelia, Hagendorf-Süd, Bayern.

Ein ungewöhnliches Mineral vom Bellerberg bei Ettringen in der Eifel ist Chrysokoll in olivgrünen Beschlägen auf Sanidinit.

Labrador

  • Gast
Re: Klasse VIII - Silikate - Teil III
« Antwort #74 am: Februar 01, 2011, 13:59:35 nachm. »
Grünlicher Prismatin von einem der ganz wenigen neben der Typlokalität Güterbahnhof Waldheim bekannten Fundorte: Reinsdorf, ebenfalls bei Waldheim in Sachsen.

Etwas über 3 mm messender, blutroter, leicht angeschmolzener Zirkonkristall von Niedermendig in der Eifel mit historischem Etikett der Bergakademie Freiberg (um 1910).

 

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