Autor Thema: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate  (Gelesen 51469 mal)

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #255 am: April 07, 2012, 07:34:12 vorm. »
Hallo Peter5,

warst du etwa vorzeitig Ostereiersuchen? Das sind ja wieder Superstufen!!!!  :os01:


 :os07:   MetGold
Ein ereignisreicher Tag ist mehr als namenlose Jahre - (Spruch aus einem chinesischen Kalender)

Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #256 am: April 07, 2012, 17:16:03 nachm. »
Hallo Peter1,

vielen Dank für die Blumen!  :hut:

Ja, bei mir ist im Prinzip immer gerade dann "Ostersuchzeit", wenn ich gerade in Suchlaune bin .. :lechz: ..  da darfs dann auch schon mal vor oder nach Ostern sein. :laughing: :os04:

Frohe Festetage
wünscht Dir auch ..

der Peter   :os07:

Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #257 am: Mai 06, 2012, 09:31:38 vorm. »
Wichtigste Daten zum Kutnohorit (Kutnahorit):

Chemische Formel:  Ca(Mn2+,Mg,Fe)[CO3]2

Durch Einbau von Magnesium und Eisen hat Kutnohorit eine weitgehende Mischbarkeit zu Dolomit und Ankerit.
Systematik (n. Strunz):   Wasserfreie Carbonate ohne fremde Anionen – Dolomit-Gruppe   

Kristallsystem: trigonal

Ausbildung: Rhomboeder; Aggregate stengelig, faserig-büschelig, kugelig-nierig, körnig, dicht, derbe Massen

Farbe: weiß, gelblich, blassrosa, rosarot, braun

Glanz:  glasig, matt

Transparenz: durchscheinend, undurchsichtig (opak)

Strichfarbe: weiß

Dichte:  3,12

Härte nach Mohs: 3,5 - 4

Tenazität (Ritzverhalten): spröde

Spaltbarkeit: deutlich nach dem Rhomboeder

Bruch: muschelig

Bedeutung und Verwendung: Geschätztes Sammlermineral.

Bildung und Vorkommen: hydrothermal, entsteht durch Verdrängung von Calcit; Vorkommen selten

Fundorte: Tschechische Rep. (Kutna Hora – Typolokalität),
Italien (Val Malenco), Japan (Ryujima Mine), USA (New Jersey – Franklin)
u.a. siehe auch Fotobeschreibung.
Weltweit sind bisher rd. 90 Fundorte registriert.
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Weitere Daten zum Kutnohorit (Kutnahorit) und auch zu einzelnen Fundorten:
http://www.mindat.org/min-2299.html
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Foto zeigt ..
braune körnig-kugelige Kutnohorit-xx-Aggregate bis 3 mm Größe
mit farblosen nadeligen Gips-Kristallen in Druse
Stufengröße: 2,5 x 2,3 cm
Fundort: Straßenbau nahe Niccioleta, Massa Marittima, Toskana, Italien
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Foto (Copyright) und Sammlung: Peter5
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Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #258 am: Mai 06, 2012, 09:33:33 vorm. »
Hier mal ein Neuerwerb von der diesjährigen Bad Emser Mineralienbörse 2012 .. eine super Kleinstufe mit weißem stengeligem, z.T. auch garbenförmigem Kutnohorit zusammen mit leuchtend rosafarbenem Manganocalcit aus Südafrika .. :smile:

Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #259 am: Mai 06, 2012, 09:46:36 vorm. »
Das Calcium-Zinn-Borat Nordenskiöldin ..  hier weiß mit feinkörnigem grünlichem Danburit, grau metalischglz. Arsenopyrit u.a. Begleitern aus dem kanadischen Yukon Territory, das wirklich sehr abgelegen sein soll ..  :smile:

Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #260 am: Juni 10, 2012, 14:22:56 nachm. »
Borax (Tinkal) ist chemisch ein wasserhaltiges Natrium-Borat.

Die Bezeichnung "Borax" ist vom arabischen Wort "buraq - weiß" abgeleitet (Wall, 1848).
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Das Kristallsystem ist monoklin; die Ausbildung zeigt prismatische Kristallformen, selten Zwillingsverwachsungen; ansonsten erdige  Massen.
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Die Mohs-Härte liegt bei 2 – 2,5; die Tenazität ist spröde.

Die Dichte (Spezifisches Gewicht) liegt bei 1,7 - 1,8 g/cm3.

Die Spaltbarkeit ist vollkommen; der Bruch ist muschelig.
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Die Strichfarbe ist weiß; die Farbe ist weiß, grau, gelblich oder farblos.

Der Glanz ist glasig bis fettig; die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend.

Borax zeigt manchmal blaugrüne Lumineszenz.

Zu den weiteren Eigenschaften zählt der süßliche Geschmack von Borax, wenn man mit einem feuchten Finger über den Kristall reibt und dann an die Zunge hält. Niemals Kristalle bzw. Mineralien direkt in den Mund nehmen! Gilt auch für den Geschmackstest mit Halit (Steinsalz). Nur bei diesem Mineral sollte überhaupt der Geschmackstest durchgeführt werden. Bei allen anderen Mineralien ist dies zu gefährlich, da durch mögliche Verwechslung mit ähnlich aussehenden Mineralien ein erhöhtes Risiko der Vergiftung besteht.
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Borax ist leicht wasserlöslich; außerdem säurelöslich, verliert an der Luft rasch Wasser, wird matt und wandelt sich dann in feines Pulver um (Tincalconit); schmilzt vor dem Lötrohr unter Entstehung eines durchscheinenden Kügelchens.

Als Behandlung wird empfohlen, Borax stets in geschlossenen Gefäßen oder Kunststoffbehältern aufzubewahren.

Eine Unterscheidung von Borax zu ähnlichen Mineralien, wie z.B. Sassolin und Kernit ist unter anderem durch die Härteprüfung und Dichte gegeben.
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Genese (Entstehung) in Boraxseen. Zur Paragenese gehören Natrit, Mirabilit, Halit u.a.

Das Vorkommen von Borax ist relativ betrachtet eher selten; zu den Fundorten zählen Tibet (W), USA (Kalifornien - Borax Lake, Clear Lake), Chile (Tarapaca Prov.) u.a.
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Verwendung
Borax wird in der Lebensmittelindutrie, in der Chemie, als Dünger oder für die Glas-, und Papierherstellung verwendet.
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Fototeil ..

Foto zeigt ..
einen hervorragend ausgebildeten, weißen bis farblosen, glasglänzenden u. durchscheinenden, prismatisch-kurzsäuligen Borax-Kristall von 1,7 x 1,7 cm Größe aus  der U.S Borax Mine, Kern County, Kalifornien, USA.
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Copyright Foto und Sammlung – Peter5
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Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #261 am: Juni 10, 2012, 14:24:30 nachm. »
Im Kleinstufenformat: Tincalconit pseudomorph nach tafligen Borax XX aus Boron, Kalifornien ..

Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #262 am: Juni 10, 2012, 14:27:39 nachm. »
Eitelit ist ein extrem seltenes, bräunlichgelbes, wasserfreies Natrium-Magnesium-Carbonat, das aus der Fundstelle bei Wyoming in losen, länglichen Einzelkristallen oder auch als massiv in Matrix eingewachsene körnige Aggregate bezogen werden kann. Das dem trigonalen Kristallsystem angehörende Mineral mit Mohs-Härte 3,5 zeigt einen weißen Strich und gute Spaltbarkeit.
Der abgebildete reizvolle Kristall aus der Westvaco Mine am Green River, Sweetwater Co., Wyoming, USA, hat eine Länge von 3 cm (!).

Eitelit heißt das Mineral nicht etwa, weil es eitel, "eitel Sonnenschein" oder eitrig wäre, :laughing: sondern weil es nach Wilhelm Eitel, Direktor des Instituts of Silicate Research, Universität von Toledo, Ohio, USA benannt wurde, wo es zuerst synthetisiert wurde.

Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #263 am: Juli 27, 2012, 17:07:05 nachm. »
Desautelsit ist ein seltenes (+) wasserhaltiges Magnesium-Mangan-Hydroxyl-Carbonat aus der Hydrotalkit-Gruppe, das seine Kristalle im trigonalen Kristallsystem ausbildet. Meist findet man orangerote Massen aus kleinen hexagonal-plattigen Kriställchen dieses Minerals. Desautelsit hat eine Mohshärte von 2, zeigt eine vollkommene Spaltbarkeit, einen glasigen Glanz und einen blass-orangefarbenen Strich.

Abgebildet ist der Ausschnitt aus einer Kleinstufe (BB 7 mm) mit  Desautelsit in Begleitung von farblosen Artinit-Nadeln. Fundort ist die Artinit-Grube im Picacho Peak, New Idria District, Diablo Range, Clear Creek Gebiet, Kalifornien, USA. Foto (Copyright) und Sammlung: Peter5 ..  :smile:

Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #264 am: Juli 27, 2012, 17:33:07 nachm. »
Likasit ist ein seltenes wasserhaltiges Kupfer-Hydroxyl-Nitrat, das seine Kristalle im orthorhombischen Kristallsystem ausbildet. Likasit zeigt kuglige, körnige oder erdige Aggregate aus winzigen tafligen Kristallen von blauer Farbe sowie eine hellblaue Strichfarbe und vollkommene Spaltbarkeit.
Das Nitrat wird - wie sein häufiger Begleiter Gerhardtit auch - sekundär in Kupfer-Lagerstätten gebildet.

Abgebildet ist sowohl eine Kleinstufe als auch eine Mikroskop-Aufnahme (BB 4 mm) mit blauem Likasit in Begleitung von grünlichem Gerhardtit aus der Dzhezkazgan Mine, Karagandy Provinz, Kasachstan. Fotos (Copyright) und Sammlung: Peter5 ..

Opal

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #265 am: August 18, 2012, 19:29:14 nachm. »
Nachdem ich jetzt seitenlang wunderschöne Mineralien bewundert habe, darf ich euch meine Smithonit-Stufe aus Tsumeb vorstellen. Sie hat eine Länge von ca 10 cm und ist eine Schwimmstufe.

Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #266 am: August 19, 2012, 08:50:01 vorm. »
Sehr schön!  :super: .. da habe ich auch noch eine schöne Smithsonit-Stufe von Tsumeb ..  :smile:

Gruß Peter  :winke:

Opal

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #267 am: August 19, 2012, 10:30:43 vorm. »
Peter, die ist scööön!  :super: Ein Traum von Smithonit!  :super:

Bei meiner sehe ich Schlechtsichtige die kleinen rosa rosenblätterähnlichen Kristalle gerade im Makro-Ausschnitt.

Offline schwarzwaldmineraloge

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #268 am: August 19, 2012, 14:31:11 nachm. »
Hallo,

Sehr schöne Smithsonite!!!

Hier mal ein selteneres Mineral aus der Gruppe der Uranylkarbonate, der Rutherfordin. BB ca. 3 mm. Die blassgelben Aggregate faseriger xx erinnern ein wenig an Zitronenscheiben. Fundort ist die Grube Segen Gottes, Schnellingen bei Haslach im Kinzigtal, Schwarzwald. Es handelt sich um einen Untertagefund. Heute ist die Grube ein Schaubergwerk.

Benannt ist das Mineral nach dem großen Physiker Ernest Rutherford, Entdecker des Atomkerns und der Alphateilchen und Nobelpreisträger (Chemie) 1908. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Rutherford

Damit steht das Mineral als erstes in einer Linie von Uranmineralien, die nach verdienten Physikern und Chemikern benannt wurden, ebenso wie chemische Elemente der Transurane (Curium, Rutherfordium, Einsteinium, Fermium, Hahnium). Dazu zählt ein weiteres Uranylkarbonat: Der von Menzenschwand stammende Joliotit (nach Irène Joliot-Curie (eine Tochter Marie Curies) und ihrem Ehemann Frédéric und Chemie-Nobelpreisträgerin 1935, Erforschung künstlicher radioaktiver Elemente). Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Ir%C3%A8ne_Joliot-Curie

Weitere, nicht karbonatische Mineralien dieser Tradition: Curit und Curienit nach Pierre und Marie Curie (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Curie), Sklodowskit und Cuprosklodowskit nach Marie Curie's polnischem Mädchennamen Sklodowska, Chadwickit nach James Chadwick (http://de.wikipedia.org/wiki/James_Chadwick), dem Entdecker des Neutrons und Physik-Nobelpreisträger 1935, Becquerelit nach Henry Becquerel (http://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_Henri_Becquerel), der gemeinsam mit den Curies die Radioaktivität erforschte und 1903 den Nobelpreis erhielt.

Glück Auf!
Sebastian
Diplom-Mineraloge

Peter5

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Re: Klasse V: Nitrate, Carbonate und Borate
« Antwort #269 am: August 19, 2012, 15:08:23 nachm. »
Hallo Sylvie und Sebastian,

vielen Dank auch!  :smile:

Sebastian, da sind ja wirklich wieder interessante News für mich dabei. Vielen Dank!
Insbesondere das hier konnte ich namensgebend noch nie richtig zuordnen ..
Zitat
Sklodowskit und Cuprosklodowskit nach Marie Curie's polnischem Mädchennamen Sklodowska

Davon habe ich ja eine Stufe aus der Dem. Rep. Kongo ..  :smile:

Rutherfordin, Curit etc .. analog bei den Elementen Einsteinium etc.. das konnte ich mir ja noch so ableiten bzw. denken .. aber Mädchennamen oder wie bei Joliotit eine Tochter .. da wäre ich ja ohne zusätzliche Info im Leben nie drauf gekommen..  :laughing:

Norbert und ich wollten und wollen ja noch  :smile: .. eine Art Gemeinschaftswerk aufbauen und zwar hinsichtlich der Ursachen zur Namensgebung aller Mineralien .. Da habe ich nämlich bis heute noch kein einziges Werk entdeckt, das nur die Namensgebung der Mineralien als Thema umfasst oder überhaupt. Ich bin da auch schon mitten in den Vorbereitungen aber im Winter gehts da erst wirklich weiter .. eine Datei von mir steht dazu bereits aber ich muss sie nur noch weiter befüllen und später kann der Norbert die dann auch noch ergänzend befüllen .. das ist jedenfalls der Plan .. :prostbier:

Gruß Peter  :winke:

 

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